Sowas wie Liebe

Ich kam, sah und liebte


Häufig ist es so, dass wir das, was wir haben, erst dann zu schätzen wissen, wenn wir kurz davor stehen es zu verlieren oder es sogar schon verloren haben.  Jeder weiß das und jeder hat schon einmal davon gehört und es sogar selbst erlebt. Als ich mich heute mit meinem Freund stritt, wurde es mir das erste Mal seit langer Zeit wieder bewusst. Was streiten wir Menschen uns über die sinn- und belanglosesten Dinge, wo wir doch zufrieden sein sollten mit dem, was wir unser Besitz nennen dürfen. Und obwohl wir wissen, dass wir kurz vor dem Abgrund stehen, gehen wir immer näher, gehen das Risiko ein etwas wertvolles zu verlieren, nur weil wir es noch nie aus dem Blickwinkel betrachtet haben, dass es kostbar ist.

Dinge sind nicht makellos. Oft erkennen wir die negativen Seiten eines Menschen oder eines Gegenstandes erst viel später. Und dann ziehen wir uns daran hoch und vergessen die vielen positiven Seiten. Vollkommen erblindet durch das Negative wird unser ganzes Handeln und Denken negativer, obwohl Dinge und vor allem Menschen, doch viel mehr sind, als nur ihre Defizite.

Doch wenn man im Streit ist, dann vergisst man so etwas schnell, auch ich, als ich mit meinem Freund über die belangloseste Kleinigkeit der Welt diskutierte. Natürlich ging es im Verlaufe des Streits nicht mehr um das eigentliche Problem, nein, es wurden Dinge aufgetischt, die gar nichts damit zu tun hatten, die man aber trotzdem loswerden wollte, um einen Vorteil über den anderen zu erlangen. Und wenn ich es mir auch nicht eingestehen möchte, so zog ich doch in dieser Auseinandersetzung eindeutig den Kürzeren. Das Gute im Schlechten – es brachte mich dazu, über mich nachzudenken, über die Situation und auch über meinen Freund. Man soll die Zeit, die man zu zweit verbringt, doch viel sinnvoller nutzen, als sie mit Diskussionen zu verschwenden. Wahre Liebe ist doch, wenn man über die Fehler des anderen hinwegsieht und sich auf die Stärken des anderen verlässt. Das Positive, was man an den Menschen so liebt und was ihn so besonders, einzigartig und wertvoll macht.

Ich denke mir, eine späte Einsicht ist besser als gar keine Einsicht. Jede Geschichte, vor allem eine Liebesgeschichte, sollte ein Happy End  haben und so bin ich froh, dass ich mich mit meinem Freund vertragen konnte. Gott sei Dank ist eine seiner positiven Eigenschaften, dass er nicht nachtragend ist. Am Ende ist es sowieso nur die Liebe, die zählt.

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