Sowas wie Leben

Fritz – Die neuen Deutschpoeten


Nach etwa 5 Monaten endlosen Wartens war es gestern endlich so weit: Die neuen Deutschpoeten, organisiert vom phänomenalen Radiosender Fritz, lagen an! Die angekündigten Gäste waren zum Teil von ganz großer Extraklasse, ist es ja doch so, dass man Clueso oder Marteria nicht alle Tage sieht. Meine Eindrücke, von Berlins größtem, schönsten und sonnigsten Open-Air in diesem Jahr hier für euch kurz zusammengefasst.


Zusammen mit meiner Schwester, ihrer besten Freundin und deren Schwester zogen wir gestern Mittag los in den IFA Sommergarten (wunderschön angelegt, perfekt für solche Open Airs). Nachdem die Rasenplätze sich immer mehr füllten, ging es dann auch um 14 Uhr mit Max Prosa los. Von diesem sympathischen Newcomer hatte ich davor noch nicht sonderlich viel gehört, aber er konnte mich durch seine gefühlvolle Stimme und eindrucksvolle Songtexte schnell überzeugen. Leider war der Spaß nach nur 4 Songs vorbei, was ich persönlich sehr enttäuschend fand. Zumal er eigentlich noch ein Lied in petto hatte, dass er noch singen wollte, aber nicht durfte, weil der Zeitplan ja ach so straff war. Ich fand das hundsgemein, mit diesen 5 Minuten Verspätung wären wir doch wohl alle zurecht gekommen. Was mich außerdem ärgerte war, dass die Umbauphasen auf der Bühne teilweise länger waren als die Showacts, Max Prosa und auch Andreas Bourani, der um 14:40 folgte, hatten beide nur knappe 20 Minuten, der Einblick in deren Debütalben blieb da ziemlich beschränkt. Nichtsdestotrotz gefielen mir beiden Newcomer ausgesprochen gut, auch wenn ich Max Prosa ein bisschen mehr ins Herz geschlossen habe.

Von Kraftklub, die gegen 15:20 auftraten, hatte ich vorher noch nichts gehört. Als sie dann aber auf der Bühne rockten war ich hin und weg. So sympathische junge Männer, so humorvoll, so GUT einfach. Jetzt heißt es ein bisschen sparen und wenn alles klappt, dann sehe ich die Herren im Dezember wieder, wo ich sie auch etwas länger anhimmeln kann, als in der knappen halben Stunde, die sie gestern auf der Bühne standen. Im Anschluss daran, um 16:10 traten Bosse auf die Bühne. Ebenfalls eine Band, von der ich sehr viel halte und die sich auch von ihrer besten Seite gezeigt haben. Phänomenale Stimmung wurde gleich am Anfang verbreitet, als der ganze Sommergarten „3 Millionen“ und „Der Sommer ist noch lang“ mitsang. Um 17:15 trat Marteria auf die Bühne. Ich muss gestehen, die Musik ist nicht so ganz mein Ding, die Menge johlte aber und sprang auf ihren Plätzen umher. Der gute Marten lieferte aber auch eine exzellente Show ab und sogar ich, die der Musik ja wirklich nicht besonders wohlgesonnen bin, habe zum Schluss ganz laut „Ich bin ein Marteria Girl“ gekreischt. Naja.

Nach einer langen Umbaupause gab es für viele Mädchen Kreischalarm. Es ist unfassbar, aber manche Mädels haben sich dieses 40€ Ticket tatsächlich nur für Schnulzenschwulstschmalzsänger Philipp Poisel gekauft, der um 18:30 seine große Show hatte. Das war so mein kleines Nachmittagsschläfchen, bei allem Respekt, aber dieser Mann labert mir einfach zu viel schwülstiges Schnulzenzeig. Quasi der Bruno Mars der Deutschen Musik. Nachdem ich dann auch noch festgestellt habe, dass der Gute einen Sprachfehler hat (er lispelt ja doch irgendwie und redet die ganze Zeit so nuschelig zwischen den Zähnen, als ob er Zahnschmerzen hat und den Mund nicht richtig aufkriegt) war es ganz für mich zu Ende und ich habe aus Spaß die kreischenden, tanzenden Mädels gefilmt, die zu seinen Liedern abgegangen sind wie Schmidts Katze. Alles in allem eine kleine Entspannungspause, um Kraft zu tanken für den großen Auftritt von Wir sind Helden um 20:00 Uhr. Ehrlicherweise muss ich ja sagen, dass ich auf dieses Gespann gar keine Lust hatte. Ich fürchtete, dass sie nur Lieder aus ihrem neuen Album spielen würden, welches ich nicht besonders gut finde. Stattdessen überraschten sie mich aber gleich am Anfang mit meinem Lieblingslied „Von hier an blind“ und weiteren „Klassikern“, so dass man einfach nur tanzen, rumspringen, mitsingen und weitere spastische Bewegungen vollführen konnte. Das eigentliche Highlight kam aber ganz zum Schluss, um 21:30 : Clueso und Band. Clueso. Clueso. Clueso. Wir verließen unsere Plätze am Rasen, um uns der Bühne etwas zu nähern und Clueso genau im Blick zu haben. Sein Auftritt war natürlich spektakulär, aber ich war dennoch ein wenig enttäuscht. Ich weiß, ein so großer Künstler wie er, ist auf der Bühne nun mal routiniert. Aber seine Show war einfach, so einstudiert, so perfektioniert. Kaum Bezug zum Publikum, außer dass er alle 5 Sekunden zum Mitklatschen aufforderte. Ich weiß nicht, aber ich hätte mir einfach mehr von ihm erhofft. Dennoch bin ich überglücklich, mein kleines Schnuckelchen einmal live erlebt zu haben, er hat es einfach gesangsmäßig drauf, aber er muss noch ein bisschen daran arbeiten, sein Publikum nicht allzu arg zu langweilen.

Insgesamt ein wunderbarer Tag, perfektes Wetter, nur die liebe Moderatorin Hadnet Tesfai hat mich etwas genervt, als sie nach jedem Act „Hallo Berlin, wie geht es euch“ kreischte. Da hätte sie sich auch ein paar kreativere Phrasen ausdenken können. Aber ich will ja nicht meckern, dieses Open Air war so gelungen, eine so große Überflutung an wunderbaren Songs, dass man sich um die Zukunft der Deutschen Musik absolut keine Sorgen machen muss.  Vielen Dank Fritz, für diesen himmlischen Samstag!

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