Sowas wie Leben

Sonnenstrahlen


Ich vermisse den Sommer. Ich vermisse die Sonne. Es deprimiert mich, Tag für Tag denselben grauen Himmel über mir zu haben. Dieselben grauen Wolken, dieselben schweren Regentropfen, die dafür sorgen, dass meine Haare sich kräuseln und meine Laune sich noch mehr verschlechtert. Ich finde es deprimierend, morgens um fünf Uhr aufzustehen, um sechs Uhr zwanzig das Haus zu verlassen, in vollster Dunkelheit. Ich finde es deprimierend, den ganzen Tag im tristen Schulgebäude zu verbringen, Stunden zu haben, die wie die reinste Zeitverschwendung erscheinen. Ich finde es deprimierend, mich auf irgendwelche genetischen Stammbäume zu konzentrieren, Mathegleichungen umzustellen und zu lösen, französische Dialoge zu verfassen, wenn das einzige, was ich wirklich will, mein Bett ist. Mein kuscheliges, warmes Bettchen. Es ist deprimierend, nachmittags um sechzehn oder siebzehn nach Hause zu kommen, wenn es schon dunkel ist. Es ist deprimierend, wenn ich mich sofort ins Bett legen will. Hausaufgaben werden schon gar nicht mehr gemacht, das ist viel zu deprimierend. Ich bin lustlos, motivationslos, antriebslos, ideenlos. Und das deprimiert mich.

Ich habe lange nicht mehr hier auf WordPress gebloggt. Zum einen, weil ich mir bei Blogger jetzt noch einen weiteren Blog angelegt habe, zum anderen, weil ich einfach in einem kreativen Loch stecke. Aber ich bin mir sicher, dass sich das mit der Zeit wieder legt.  Spätestens dann, wenn die Sonne sich endlich wieder aus ihrem Versteck hervorbewegt, verschüchtert durch mein Fenster scheint und bildschöne Muster auf meinem Boden zaubert. Es ist einfach viel los bei mir und ich habe kaum Zeit, die schönen Momente zu erleben und zu genießen. Sie sind sicherlich da, es gibt ja nicht nur negatives, aber ich denke jeder kennt diese Tage, denen man nur schlechtes abgewinnen kann. Bei mir sind das halt keine Tage sondern Monate. Nach Weihnachten geht’s wieder bergauf. Sicherlich.

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2 Kommentare zu „Sonnenstrahlen

  1. Hab‘ Dich (digitalerweise) schon vermisst. Ein neues (oder zusätzliches) Blog? Zunächst blitzte da ein wenig Kritik in meinem Kopf auf (Verzettelung und so …), aber dann musste ich an ein Buch über Leonardo da Vinci denken, das ich gestern in der Hand hatte. Auch ihm wirft man vor, dass er immer wieder neues angefangen hat, und bestehende Projekte mehr oder weniger vernachlässigt oder gar ganz fallengelassen hat. Seinem Erfolg insgesamt hat das nicht geschadet. Ausserdem gefällt mir, dass in dem neuen Blog ein paar schöne Bilder von Dir sind (hier sind ja nicht allzu viele).
    Du beschreibst Deine ja schon etwas länger anhaltende etwas trübe Stimmung in so poetischer Weise, dass es mir fast unpassend erscheint, in profaner Weise nachzufragen: Wäre es denkbar, dass hier ein biologisch/medizinisches Problem vorliegt? Deine Symptome kommen mir nämlich ziemlich bekannt vor. Viele Jahre lang hatte ich stets im Dezember/Januar mit einem massiven Leistungs- und Stimmungseinbruch zu kämpfen. Es hat ziemlich lange gedauert, bis mir das Muster überhaupt bewusst geworden ist, aber irgendwann wurde mir klar, dass es sich hier nicht einfach um „normale“ Stimmungsschwankungen handelt. Glücklicherweise ist es mir mit vielen Experimenten gelungen, das Problem fast vollständig in den Griff zu bekommen. Obwohl ich eigentlich aus der wissenschaftlich-technischen Ecke komme, setzte ich in gesundheitlicher Hinsicht fast ausschliesslich auf natürliche Methoden. Ich bin zwar nicht ganz sicher, wie gross die jeweilige Auswirkung der einzelnen Methoden ist, die ich anwende (u.a. Green Smoothies und natürliche Nahrungsergänzungen wie Blütenpollen), aber im Endergebnis ist meine Leistungsfähigkeit und Stimmung im Dezember/Januar in den letzen Jahren nicht nennenswert schlechter als Jahresdurchschnitt.
    Ein vielversprechendes (aber auch kontroverses und nicht ganz risikoloses) Experiment, mit dem ich mich gegenwärtig befasse, ist UVB-Bestrahlung (also nicht die z.B. in Solarien übliche UVA-Bestrahlung). Neben dem Leistungs- und Stimmungseinbruch im Dezember/Januar habe ich nämlich auch das Gegenteil im Juli/August beobachtet, wo ich mich oft „unkaputtbar“ fühle, und trotz zeitweise sehr wenig Schlaf (oft nur 3 oder 4 Stunden) über eine aussergewöhnlich hohe Leistungsfähigkeit verfüge. Es liegt nahe, dass es hier Zusammenhänge mit Sonnenlicht, Vitamin D, etc. gibt. Das ist allerdings ein äusserst kompliziertes Thema, und je detailierter man sich mit der gesamten Breite an vorliegenden Studien, Beobachtungen, etc. auseinandersetzt, um so unklarer wird das Ganze. Ich bin daher sehr gespannt, wie sich meine Experimente in der Praxis auswirken.

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