Bücher

Katharina Hagena: „Der Geschmack von Apfelkernen“


Es ist eigenartig, aber ich habe schon lange keine Buchrezension mehr geschrieben, was zum einen vielleicht daran liegen könnte, dass ich seit einier Zeit nicht mehr so viel lese wie sonst, zum anderen kann es aber auch daran liegen, dass ich das Gefühl habe, die Schönheit eines Buches nicht in Worte fassen zu können, denn für gewöhnlich empfehle ich euch ja nur schöne Bücher und ich habe die insgeheime Vorahnung, dass ich den Büchern ihren Zauber nehme, wenn ich versuche, sie euch näher zu bringen. Dennoch möchte ich mich heute seit langem mal wieder an einer versuchen, denn ich habe vor kurzem ein Buch gelesen, was mich tief berührt und gerührt hat und das möchte ich euch nicht vorenthalten.

Ich bin am Montag seit langem mal wieder in der Bibliothek gewesen, bin durch die Regale geschlichen, habe über die Buchrücken gestrichen, als mir dieses Buch in die Augen gefallen ist. Ich habe es sofort erkannt, es steht schon seit einer Weile auf meiner Amazon-Bücherwunschliste und ich habe bisher auch nur positive Worte über dieses Buch gehört. So landete es mit einigen anderen Büchern in meine Tasche und als ich Zuhause war, zögerte ich nicht lange, sondern entschid mich dafür, dieses Buch zuerst zu lesen.

Inhalt: Schillernd und magisch sind die Erinnerungen an die Sommerferien bei der Großmutter, geheimnisvoll die Geschichten der Tanten. Katharina Hagena erzählt von den Frauen einer Familie, mischt die Schicksale dreier Generationen. Ein Roman über das Erinnern und das Vergessen – bewegend, herrlich komisch und klug.

Meinung: Ich möchte nicht so viel von diesem unglaublich guten Roman preisgeben, denn ich gehe jetzt mal ganz selbstbewusst davon aus, dass ihr dieses Buch sowieso alle lesen werdet, allein deswegen, weil ich es hier vorstelle. Es geht um die verworrene Familiensituation um Iris, ihre Cousine und ihre Mutter und deren Schwestern und deren Mutter und deren Schwester und um den Tod und um das Leben und um die Liebe und das Erinnern und das Vergessen und das alles hat Katharina Hagena in so eindrucksvoller und teilweise auch philosophischer Art und Weise geschildert und dargelegt, dass man den Roman wirklich erst dann aus den Händen legt, wenn man die letzte Seite aufgeschlagen hat. Sagen wir so, wäre es meine eigenes Buch gewesen und nicht das, aus der Bibliothek, hätte ich seitenweise schöne Absätze unterstreichen können und an viele Stellen hätte ich sogar ein Ausrufezeichen gesetzt, weil es Katharina Hagena gelungen ist, mir mit ihren Worten aus der Seele zu sprechen, meine Gedanken in wunderschöne Worte zu verpacken und das, obwohl sie mich doch überhaupt nicht kennt. Mehr Worte möchte ich ehrlich gesagt auch gar nicht über das Buch verlieren, viel eher möchte ich mich auf einigen Seiten selbst darin verlieren, es hat mich den ganzen Nachmittag an meinen Lesesessel gefesselt und ich hätte mir, wie bei vielen anderen Büchern auch, noch mindestens fünfhundert Seiten mehr gewünscht, weil ich einfach nicht einsehen wollte, dass es schon zu Ende ist. Es gibt viele Goldstücke unter der deutschen Literatur, dieses Buch gehört für mich persönlich definitiv zu einem dieser Schätze.

(Wenn ich mir den Meinungsteil von mir gerade mal ansehe, dann fällt mir auch wieder ein, wieso ich so lange keine Buchrezension mehr geschrieben habe. Hmm.)

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Ein Kommentar zu „Katharina Hagena: „Der Geschmack von Apfelkernen“

  1. Oh, wie schön, dass du mich an das Buch erinnerst. Meine Redaktion hat es mir geschenkt, als ich im Krankenhaus lag und ich konnte auch nicht mehr aufhören zu lesen. Auf der einen Seite ist es so lockerleicht zu lesen, auf der anderen Seite schwingt immer dieser düstere Unterton mit. Ach, ich kann es auch so schlecht in Worte fassen… (Wobei ich finde, dass du es ziemlich gut hingekriegt hast!)

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