Sowas wie Leben

Miserables Wetter führt zu miserabler Stimmung.


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Ehrlich gesagt habe ich nicht sonderlich  viel gegen Regen und niedrige Temperaturen. Ich genieße die Tage, die ich drinnen, im warmen und gemütlichen Bett verbringen darf sogar sehr. Das Geräusch der Regentropfen, die leicht gegen meine Fensterscheibe prasseln und die kaputte Dachrinne, aus der das Regenwasser voller Karacho auf das Dach vor meinem Fenster platscht, eigentlich bereitet mir das Geugtuung und Freude. Hin und wieder. Nicht 84234 Tage am Stück. Und nicht zu vollkommen unpassenden Jahreszeiten. Im Herbst, da darf es meinetwegen drei Monate lang durchregnen, aber nicht im Sommer, meinem geliebten Sommer, in dem ich mir so viel vorgenommen hatte und nicht einmal die Hälfte auch umsetzen konnte, weil das Wetter mir einen Strich durch die Rechnung machte. Stattdessen sitze ich Zuhause rum, lese, blogge, lerne ein bisschen Schwedisch und leider unter Kopfschmerzen mit erhöhtem Stärkegrad. Ich bin überwässert. Ich brauche Sonnenschein. Wozu habe ich den Swimming Pool aufgebaut, wenn er nur nutzlos im Garten herumsteht? Wozu habe ich mir lauter Shorts und Röcke gekauft, wenn ich doch immer wieder nur in lange Jeans schlüpfe? Wozu habe ich mir eine Liste mit den Dingen angefertigt, die ich im Sommer tun möchte, wenn der Sommer überhaupt keine Lust hat zu kommen?

Ich sitze hier in meinem Zimmer und bin deprimiert. Ich bin nicht die erste, die sich über diesen Sommer aufregt. Aber ich bin auch nicht die einzige. Briefe, die ich an den Sommer schrieb, kamen ungeöffnet zurück, der Adressat wurde nicht gefunden und ich frage mich, wo der Sommer sich denn seit nunmehr zwei Jahren versteckt, wenn ihn nicht einmal mehr Briefe erreichen. Ist er umgezogen, ganzganz weit weg? Hat er sich von Deutschland getrennt, will er nichts mehr mit uns zu tun haben? Hat er die Nase voll davon, wie wir an kalten Tagen meckern, es wäre zu kalt und an heißen Tagen darüber jammern, wie heiß es doch ist? Sind wir ihm zu launisch, zu undankbar, zu unhöflich?

Lieber Sommer, wenn du ein Problem mit uns hast, dann sag es uns doch bitte direkt ins Gesicht. Wie sollen wir etwas an unserer Beziehung ändern, wenn du einfach wegläufst? Hat dir noch niemand verraten, dass es nichts bringt, wenn man vor seinen Problemen davonläuft? Du musst diese Problemchen konfrontieren, du musst die Fakten auf den Tisch legen, uns sagen, was wir ändern müssen, damit wir wieder eine so wunderbare Beziehung, wie vor einigen Jahren, aufbauen können. Liebster Sommer, wir können uns nicht ewig aus dem Weg gehen und das weißt du. Deine Probleme verschwinden nicht, wenn du sie verleugnest. Also schwing dein sonniges Ärschchen hier rüber, leiste uns etwas Gesellschaft und ich bin mir sicher, dass sich alle Konflikte und Schwierigkeiten von selbst in Luft auflösen werden. Spring über deinen Schatten und lass es uns noch einmal miteinander versuchen. Bitte.

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