Musik · Persönliches · Sowas wie Leben

You can’t touch music but music can touch you


Unbenannt
Wenn ich mal wieder das Gefühl habe, mit meinen Worten nichts ausdrücken zu können, dann hole ich meinen alten Plattenspieler hervor und lege eine Platte auf. Zum Beispiel meine neuste Errungenschaft, die Platte von Bon Iver. Es ist unglaublich faszinierend, wie beruhigend es sein kann, dem Knistern der Schallplatte zuzuhören und dabei zu beobachten, wie die Platte kreist und kreist und kreist und dabei die wunderschönsten Töne hervorbringt. Es mag verrückt klingen, aber wenn ich Musik mit meinem Plattenspieler höre, dann bin ich nicht in der Lage, noch etwas anderes nebenbei zu machen. Ich kann nicht lesen, nicht schreiben, nicht einmal wirklich denken. Ich lege mich mit einem Kissen auf meinen Zimmerteppich und beobachte einzig und allein die Platte dabei, wie sie ihre Kreise zieht und mich mit den wohlklingendsten Tönen verwöhnt und ich wundere mich darüber, wie es so etwas fantastisches wie Schallplatten geben kann und wer sich so etwas ausgedacht hat und wie er darauf gekommen ist und warum Schallplatten so außerordentlich attraktiv sind und wieso ich nur so außerordentlich wenige besitze.

Ich besitze wirklich nur sehr wenige Platten, die meisten davon sind Musicals, denn auch wenn das vielleicht eigenartig klingt, ich liebe es, mir Musicals auf Platte anzuhören. Ich gehe so oft auf Flohmärkte, tatsächlich habe ich mir aber erst einmal eine Platte dort gekauft, was ziemlich traurig und erbärmlich ist, aber irgendwie sind Schallplatten meist doch immer recht teuer und wenn ich mir dann überlege, dass ich mir die Musik theoretisch auch auf Youtube oder andersweitig anhören kann, kommt mir eine solche Schallplatte noch sinnloser vor. Dabei kann man diese jämmerliche Musikqualität, die einem auf Youtube dargeboten wird, nie und nimmer mit dem Gefühl vergleichen, das man bekommt, wenn man eine besonders alte Schallplatte aufgelegt hat und im Nachhinein ärgere ich mich immer ungemein darüber, keine Platte gekauft zu haben.

Während ich hier so sitze und munter über Schallplatten schreibe, frage ich mich, was ich mit diesem Post eigentlich zum Ausdruck bringen möchte und wieso ich das hier alles schreibe. Ich schätze, mich überkam einfach wieder ein bisschen Nostalgie, weswegen auch immer, vielleicht, weil ich immer noch ein bisschen überwältigt davon bin, dass ich jetzt tatsächlich studieren werde, in nunmehr einem Monat bin ich dann wohl Studentin (eigentlich bin ich jetzt schon Studentin, irgendwie jedenfalls, ich habe zumindest schon meinen ultracoolen Studentenausweis) und irgendwie erscheint mir all das noch immer ziemlich unwirklich. Was das mit Schallplatten zu tun hat – keine Ahnung, aber der Ursprung meiner Gedanken lässt sich nicht wirklich nachvollziehen und ich bin einfach etwas ängstlich, weil die Suche nach einer eigenen kleinen Wohnung noch immer so aussichtslos erscheint (das hat auch gehörig wenig mit Schallplatten zu tun, aber in Ordnung), aber naja, ich möchte dieses überaus langweilig Thema nicht weiter ausbreiten, ich möchte lieber noch etwas über die Schönheit von Schallplatten nachdenken und wie fesselnd es sein kann, ihnen beim Drehen zuzusehen und wie schön es ist, ihnen beim Musik machen zuzuhören und überhaupt, Schallplatten sind einfach eine großartige Erfindung und wenn ich könnte, würde ich mir gerne Mixtapes auf Schallplatten spielen, aber ich befürchte, dass das ein Ding der Unmöglichkeit ist, also werde ich mich einfach mit den Schallplatten zufriedengeben, die bereits existieren und womöglich werde ich auch mal darüber nachdenken, meine schmale Plattensammlung etwas zu vergrößern und nicht mehr so geizig zu sein, damit ich mir auch mal was anderes anhören kann, als ‚Cats‘ oder ‚My Fair Lady‘. Mal sehen.

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