Persönliches · Sowas wie Leben

Christmas is such a lovely time


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Zeit des Zusammenseins, Zeit der Vorfreude, Zeit der Aufregung, Zeit der Vorbereitung, Zeit der Besinnung, Zeit des Nachdenkens, Zeit des Liebens, Zeit des Genusses, Zeit der Freundlichkeit, Zeit des Schenkens, Zeit des Aneinanderdenkens, Zeit der Kälte und gleichzeitig Zeit der Wärme, Zeit des Lichtes, Zeit der Naschereien, Zeit der Ungeduld, Zeit des Herzens.

Die Weihnachtszeit war schon immer eine besonders schöne Zeit für mich, mehr oder weniger wegen all der Gründe, die ich soeben aufgezählt habe, aber vor allem, wegen der warmen Gedanken, die einen in der Zeit der Kälte vor dem Erfriertod bewahren. Wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, überlegen wir uns Jahr für Jahr, was wir uns wünschen, was andere sich wünschen, was wir nächstes Jahr besser machen können, was wir besser machen wollen und was wir verändern müssen. Ich habe in einem vorherigen Blogpost schon einmal den Ansatz einer kläglichen Bilanz gezogen und vermutlich wird es grundsätzlich darauf hinauslaufen, dass ich dieses Jahr als so ziemlich gescheitert ansehen werden muss. Das ist nicht schön, aber jetzt ist es zu spät, um noch etwas daran zu ändern. Ich muss versuchen, meinen Kopf, der zur Hälfte noch in der Vergangenheit feststeckt, irgendwie komplett in die Gegenwart zu befördern, ich muss versuchen, im Hier und Jetzt zu leben, Dinge zu wagen, anzupacken und mir mehr zuzutrauen. Ich muss damit beginnen, meinen Ehrgeiz wachzukitzeln und meine Motivation vom Dachboden zu kramen.

Wenn die Weihnachtszeit beginnt, bin ich immer wieder auf’s Neue überrascht von all den Düften und Geschmäckern, von all den Emotionen, die damit verbunden sind. Jahr für Jahr bin ich mehr als dankbar dafür, wie gut es mir eigentlich geht, wie gut ich es im Vergleich zu anderen habe und gleichzeitig fühle ich mich schuldig, was das anbelangt. Vor dem Brandenburger Tor warten mehrere Hundert Asylanten auf ihren Hungertod, während keiner sie so wirklich beachtet und ich mir jeden Tag eine Art Festmahl gönne. Mein Gewissen und mein Mitgefühl fühlen sich mehr als stark betroffen und ich versuche das alles zu kompensieren, indem ich drei „Straßenfeger“ auf einmal kaufe oder meine nichtgegessenen Schulbrote an Obdachlose verteile. Weihnachten ist nicht nur die Zeit des Nehmens, sondern vor allem die des Gebens, des Teilens und des Beisammenseins und es macht mich traurig und wütend, dass es so viele Menschen gibt, die diese Zeit alleine verbringen, ohne Habe und Bleibe, das ist nicht gerecht, das entspricht nicht dem Grundsatz der Gleichheit und vor allem nicht dem Gedanken von schönen und friedlichen Weihnachten.

Trotz all der Missstände, denen wir jedes Jahr zu Weihnachten, oder überhaupt ganzjährig ausgesetzt sind, kann ich aber nicht leugnen, dass diese Zeit mich dennoch genauso von innen erwärmt, wie ein ordentlicher Becher Glühwein es tut. Auch wenn ich absolut kein Weihnachtsmarkt-Gänger bin – dieses Jahr freue ich mich schon darauf, die verschiedensten Weihnachtsmärkte in Berlin  zu erkunden, soweit es die Zeit zulässt und ich freue mich vor allem auf die ersten leichtenweichen Schneeflöckchen, die hoffentlich bald ganz sanft zu Boden rieseln und den ewigen Traum einer weißen Weihnacht erfüllen. Ich freue mich auf die Weihnachtslieder, die ich ganz traditionell mit meiner kleinen Schwester zum Besten gebe, ich freue mich auf das Beisammensein mit der Familie, auf Lebkuchen, Spekulatius und tonnenweise Mandarinen, ich freue mich darauf, Geschenke zu einzukaufen, einzupacken und ich freue mich auf Lichterketten und Tannenbäume, auf leckeres Essen  und warmen Kerzenschein und vor allen Dingen freue ich mich auf das Ende dieses Jahres. Denn danach kommt ein neues Jahr. Und das wird herrlich, bestimmt.

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Ein Kommentar zu „Christmas is such a lovely time

  1. wow! dieses foto ist der wahnsinn! mir sind eh schon all die bilder auf deinem blog aufgefallen. sind das alles eigene? und mit welcher kamera nimmst du sie auf? ich kann dein schlechtes gewissen verstehn. in berlin gibt es so viele obdachlose und arme menschen. das wird hier einem richtig bewusst…

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