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Filmreview: „Warm Bodies“



„What am I doing with my life? I’m so pale. I should get out more. I should eat better. My posture’s horrible. I should stand up straighter. People would respect me more if I stood up straighter. What’s wrong with me? I just want to connect. Why can’t I connect with people? Oh, right, it’s cause I’m dead.“

Ich weiß, ich bin mal wieder etwas sppät dran, der Film ist schon seit Wochen im Kino und ich habe ihn auch schon vor über einer Woche gesehen, aber irgendwie habe ich im Moment mal wieder ein tierisches Zeit- und Motivationsproblem gehabt, so dass es mir nicht gelungen ist, etwas früher über diesen fabulösen Film zu schreiben. Verzeiht’s mir.

Inhalt: R ist ein Zombie: sprachlos, totenblass und immer auf der Suche nach frischen menschlichen Gehirnen. Nachdem er das Gehirn eines jungen Mannes verspeist hat, entwickelt er plötzlich Gefühle für dessen Freundin Julie. Anstatt sie ebenfalls zu essen, rettet er sie vor den anderen Untoten. Er muss sie wiedersehen – und nähert sich damit immer mehr der menschlichen Welt und dem Leben an. (via)

Meinung: Für dramatische Teenie-Romanzen bin ich ja immer zu haben, für Zombies eigentlich eher weniger. Nach den geschafften Klausuren zog es mich dann allerdings ins Kino, ich wankte zwischen ‚Les Misérables‘ und ‚Warm Bodies‘ und entschied mich letztendlich nur deswegen für letzteres, weil ich so noch meine tägliche obligatorische Folge GZSZ sehen konnte und weil ich außerdem schon seit ‚About a Boy‘ unsterblich in Nicholas Hoult verliebt bin und ich mir sicher war, dass selbst sein Anblick als Zombie das nicht zunichte machen kann.

Überraschenderweise freundete ich mich von Anfang an recht schnell mit den Zombies an. Eigentlich ist mir so etwas postapokalyptisches meist einfach zu trashig und doof, aber bei ‚Warm Bodies‘ war das irgendwie anders, vielleicht aber auch nur deswegen, weil noch ein Hauch Leben in den Untoten steckte, der nur darauf wartete, durch menschenähnliche Gefühlsregungen wieder wachgekitzelt zu werden. Doch als Nicholas Hoult, der im Film natürlich nicht Nicholas Hoult sondern ‚R‘ hieß, auf Julie (Teresa Palmer, eine der schönsten Frauen, die Gott auf diese Erde entsendet hat) trifft, nahm der Film erst so richtig seinen Lauf. Von Zombiegeschichte über Komödie zu einer einmaligen Liebesstory – es hat alles gepasst, es war nicht überladen, überkitscht oder ins lächerliche verzerrt, es war auf eine bizarre Weise real und authentisch, herzerwärmend und leider auch irgendwie vorhersehbar. Aber nennt mir auch mal einen Film, der irgendwie nicht vorhersehbar ist.

Einige Klischees wurden aber trotz allem besetzt: Der einnehmende und skrupellose Vater, der die ganze Stadt, insbesondere seine vermeintlich zerbrechliche Tochter, vor der widerwärtigen Zombieplage schützen will und dafür keine Mittel scheut. Die Liebesgeschichte zwischen zweien, die nicht von derselben Art sind (ich erinnere nur daran, dass die Produktionsfirma Summit auch die Twilight-Filme herausgebracht hat und das irgendwie ein lustiger Zufall ist) und ein Happy End, in dem alle total glücklich sind und die Welt totale FriedeFreudeEierkuchen ist.

A pro pos Besetzung: Habe ich schon erwähnt, dass ich Nicholas Hoult liebe? Und dass Teresa Palmer die absolut beste Wahl für die weibliche Hauptrolle war und ich bittegerne so aussehen würde wie sie? Wenn ja, dann möchte ich das hiermit nur noch einmal unterstreichen und mit dicken fetten Ausrufezeichen versehen, weil mir der gesamte Cast ziemlich gut gefallen hat, zumal es sich (zumindest für mich) eher um unbekanntere Schauspieler handelte.

 Was mir ebenfalls sehr gut gefiel, war die Art und Weise, wie R sich als Zombie verhielt, wie wir seine inneren Monologe miterleben durften und wie wir ihn in sein abgelegenes Flugezug begleiten durften, in dem er sich so etwas wie ein kleines Zuhause eingerichtet hatte und ein gigantisches Sammelsurium an kuriosen Dingen gehortet hatte, vor allem Schallplatten, die er regelmäßig auflegte und dessen Klang er lauschte. Das alles machte ihn so menschlich, dass man zwischenzeitlich fast vergaß, dass er eigentlich ein Zombie war.

Aber der absolute Oberknüller war – wie kann es auch anders sein – die Musik. Ich liebe Filmsoundtracks ja prinzipiell sehr, weil sich immer wieder einige Perlen finden lassen, von denen man zuvor noch nie etwas gehört hatte. Und auch dieser Soundtrack war so genial, dass ich mich gleich mal im Internet schlau machen musste und mir drölfzigtausendmal alle Songs rauf und runter und seitwärts anhören musste. Zum reinlegen, ehrlich.

Fazit: Ein wirklich empfehlenswerter und sehenswerter Film für diejenigen, die auf Zombies, Liebeszeug und Trash genauso sehr abfahren wie ich.

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3 Kommentare zu „Filmreview: „Warm Bodies“

  1. Lies unbedingt mal das Buch. ;)
    Die Klischees beziehen sich übrigens auf Romeo und Julia, dessen Adaption Warm Bodies zum Teil ist. R -> Romeo, Julie -> Juliet, M -> Mercutio, Nora -> Juliets Amme, Perry -> Paris, der Balkon -> der Balkon. *lol*

    1. Ja, die Parallelen sind mir beim Gucken schon aufgefallen, aber ich war mir nicht sicher, ob das nicht doch zu weit hergeholt war :D Das Buch werde ich auf jeden Fall noch lesen, gut, dass du mich daran erinnerst, ich werde es sofort auf meine Liste setzen.

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