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Sue Monk Kidd: „Die Bienenhüterin“


Unbenannt

„Someone who thinks death is the scariest thing
doesn’t know a thing about life.“

Inhalt: Lilys Mutter ist vor zehn Jahren umgekommen. Ihr Vater herrscht wie ein grausamer Rachegott über die inzwischen 14jährige. Eines Tages flieht Lily aus der bedrückenden Atmosphäre ihres Elternhauses. Sie findet bei drei Bienenzüchterinnen Unterschlupf, die sie behüten und in die Geheimnisse weiblichen Wissens einweihen. Doch eines Tages steht ihr Vater am Gartentor…

Meinung: Das Buch hatte ich mir schon vor einigen Wochen bestellt, gelesen habe ich es jedoch erst die letzten zwei Tage und ich muss sagen, dass sich dieses Buch einfach nur absolut und wiklich lohnt. Ernsthaft. Ich habe schon lange nicht mehr einen so guten Roman gelesen und das, obwohl ich das Buch eher zögerlich begonnen habe, weil die Geschichte einfach zu verbraucht klang. Eine pubertäre 14jährige, die unter dem Fuchtel ihres Vaters leidet, ein Mädchen, das ohne Mutter aufwachsen musste und mit den Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens und der Vergangenheitsbewältigung konfrontiert wird und das alles in der Zeit, in der sich langsam auch die amerikanische Bürgerrechtsbewegung vollzieht. Gerade diese ist daran Schuld, dass die Handlung in Gang gesetzt wird, denn Lily reißt nicht allein von Zuhause aus, sondern mit Rosaleen, ihrer schwarzen Haushälterin, die sie aus dem Gefängnis/Krankenhaus rettet, um nach Tiburon zu fliehen. Denn das ist der einzige Anhaltspunkt, den Lily von ihrer Mutter hat – ein Bild mit der schwarzen Jungfrau Maria, auf dessen Rückseite lediglich ‚Tiburon, South Carolina‘ geschrieben steht. Lily will hinter das Geheimnis dieses Ortes kommen und trifft auf die drei Schwestern May, June und Augusta, die in einem großen, rosa gestrichenen Haus wohnen und den besten Honig der Umgebung machen. Hier findet Lily zu ihrer Mutter, zu einer jungen Liebe, zum Glauben und vor allen Dingen zu sich selbst.

Was mich an diesem Buch am meisten beeindruckt hat, war die Sprache, die sich als besonders ausdrucksstark, einfühlsam und fesselnd auszeichnete. Was mich jedoch am allermeisten beeindruckt hat, war der Inhalt. Auf 333 Seiten war Platz für Romantik, Trauer, Rassismus, Liebe, Familie, Freundschaft, Religion und, wie kann es dem Titel nach auch anders sein, Bienen. Jedes Kapitel war ein Wunder für sich, ich habe mit Lily gelacht, gebangt und sogar geweint (ihr wisst ja, ich bin sehr nahe am Wasser gebaut) und obwohl ich befürchtet hatte, dass die kleinen Bienen-Informations-Paragraphen zu Beginn eines jeden Kapitels mich nerven würden, fand ich später heraus, dass sich das ganze ziemlich leicht auch auf uns Menschen beziehen ließ und in diesem Sinne irgendwo auch lehrreich war.

Umso glücklicher bin ich auch, dass es zu diesem grandiosen Buch sogar einen Film gibt, den ich mir demnächst auf alle Fälle auch ansehen werde, schon allein wegen der wunderbaren Buchvorlage und der Tatsache, dass Dakota Fanning die Rolle der Lily Owens übernommen hat und weil ich Coming-of-Age-Filme sowieso über alles liebe.

Wermutstropfen: Wie so oft, das Ende. Es ging zu schnell und hektisch. Ich will nicht spoilern, deswegen sage ich nichts weiter dazu, aber nach dem Wechselbad der Gefühle, hätte ich mir schon ein etwas spezielleres Ende gewünscht, nicht so eines, das förmlich nach Friede-Freude-Eierkuchen schreit. Aber was soll man machen, es gibt selten Bücher, bei denen ich mit dem Ende wirklich hundertprozentig zufrieden bin, vielleicht bin ich in der Hinsicht auch einfach zu kritisch.

Fazit: „Die Bienenhüterin“ ist ein Buch für jung und alt, ein absolut lesenswertes Buch, ein Roman, den man so schnell nicht mehr vergisst. „Die Bienenhüterin“ ist voller Gefühle, voller Anregungen zum Nachdenken, voll Liebe und Freundschaft und gleichzeitig auch voll Trauer und Verzweiflung. Wer das Buch noch nicht gelesen hat, sollte schleunigst darüber nachdenken, es noch zu tun, ich für meinen Teil kann es nur jedem ans Herz legen, der ein einzigartiges und wunderbares Bienenabenteuer im heißen South Carolina erleben möchte.

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2 Kommentare zu „Sue Monk Kidd: „Die Bienenhüterin“

  1. Schöne Rezension. :) Das macht mich sehr neugierig auf das Buch, obwohl ich den Film vor längerer Zeit mal gesehen und für sehr gut befunden hatte. So viel ist mir aber nicht in Erinnerung geblieben, deshalb könnte ich mir eigentlich gut vorstellen, das Buch dazu noch zu lesen. :)

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