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Alina Bronsky: „Scherbenpark“


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Inhalt: In diesem sehr heißen Sommer ist Sascha siebzehn, und sie hat nur zwei Träume: Sie will ihrer Mutter ein Buch schreiben, und sie will Vadim töten. Was es mit Vadim auf sich hat, warum Sascha ohne Mutter, aber mit ihrer Großtante lebt, wie die Familie durch ein Verbrechen erschüttert und berühmt wurde und was es bedeutet, in ein Dreiecksverhältnis mit einem Journalisten und seinem sechzehnjährigen Sohn zu geraten – all das erzählt sie mit Herz, Witz und einer Energie, die mitreißt.

Meinung: ‚Scherbenpark‘ ist ein Buch, das ich schon lange lesen wollte. Ich glaube, es war vor ein oder zwei Jahren, nachdem ein anonymer Leser mir eine Mitteilung in meiner Formspring-Inbox hinterlassen hatte, in der er/sie mich fragte, ob ich das Buch bereits gelesen hätte und wenn nein, dass ich das unbedingt nachholen müsste. Ich setzte ‚Scherbenpark‘ also auf meine Amazon-Wunschliste und Anfang des Jahres dann auch auf meine Einkaufsliste und als es ankam, stellte ich es in mein Bücherregal und vergaß es wieder ein bisschen, bis ich vor wenigen Tagen wieder darauf aufmerksam wurde, das Buch aus dem Regal zog und begann es zu lesen.

Für mich war ‚Scherbenpark‘ zunächst nur ein Buch für zwischendurch, etwas, was sich schnell lesen lässt, damit ich meinen Goodreads-Challenge-Stand wieder auffrischen kann und nicht mehr so hinterherhinke. Und irgendwie ist ‚Scherbenpark‘ das auch, ein Buch, das sich schnell lesen lässt, aber gleichzeitig auch ein Buch, was ein bisschen an einem nagt, mich zum Nachdenken bringt, etwas hinterlässt.

Man wird förmlich in das Geschehen geworfen und kommt dennoch erst ganz langsam hinein, setzt die Puzzleteile erst nach und nach zusammen. Da ist Sascha, die uneheliche Tochter, die mit ihrer Familie von Moskau nach Deutschland kam, da sind ihre Geschwister, der stotternde und schüchterne Anton, die selbstbewusste kleine Alissa und da ist Maria, die Großtante von Sascha, die Cousine von Vadim. Vadim, der ihre Mutter getötet hatte. Der Mord an ihrer Mutter ist der Dreh- und Angelpunkt in Saschas Geschichte. Denn sie will Rache für das, was Vadim ihrer Mutter angetan hat. Und diese Rache soll wohlüberlegt und geplant sein.

Sascha ist keines dieser typischen siebzehnjährigen Mädchen. Sie ist überdurchschnittlich intelligent, sie ist sehr dünn und schön und sie ist ungefähr das stärkste Mädchen, von dem ich jemals lesen durfte. Sie lehnt alles, was mit Liebe zu tun hat, ab und will nur Rache. Sascha scheint im Laufe der Geschichte immer unberechenbarer, selbstzerstörerischer, aggressiver. Sie hat alles verloren und schenkt dem Leben keine weitere Chance, sie scheint unberührbar zu sein und vor allem wenn man zwischen den Zeilen liest bestätigt sich die Vermutung wie hilflos und allein sie sich eigentlich wirklich vorkommt und wie sehr ihr aggressives Äußeres nur ein Schutz vor weiteren Verletzungen ist.

Ich möchte gar nicht weiter über den Inhalt des Buches sprechen, viel mehr möchte ich euch das Buch einfach nur ans Herz legen, falls ihr es bisher noch nicht gelesen habt. Das Buch fesselt insbesondere wegen seines authentischen Schreibstiles, es fesselt, weil es die unerwartesten Wendungen hat, weil Sascha unvorhersehbar handelt und es fesselt, weil man unbedingt wissen möchte, ob Sascha es schafft, ihren Rachefeldzug wirklich auszuführen oder ob es ihr nicht vielleicht sogar gelingt, wieder so etwas wie Lebensfreude und Liebe zu empfinden. Ich hätte ehrlich gesagt noch ungefähr 500 Seiten mehr über Sascha lesen können und bin begeistert darüber, dass die Autorin noch einige weitere Bücher veröffentlich hat, die zwar nichts mehr mit Sascha zu tun haben, aber sicherlich genauso spannend und fantastisch geschrieben sind wie ihr Debütroman ‚Scherbenpark.‘ Für mich eines der absoluten must-reads und ich bedanke mich hiermit noch einmal bei der anonymen Person, wegen der das Buch überhaupt erst auf meine Einkaufsliste wandern durfte.

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3 Kommentare zu „Alina Bronsky: „Scherbenpark“

    1. „Ich werfe mir die Tasche über die Schulter, schiebe den Schirm meiner Kappe in den Nacken und trete hinaus in die Sonne.“

      Ich liebe letzte Sätze ebenso – manchmal kann der ganze Eindruck eines Buches getrübt sein, sobald der letzte Satz nicht dazu passt oder das Ende irgendwie runiert.

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