Persönliches · Sowas wie Leben

Dear Stress, let’s break up


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Es wird vielen von euch sicherlich nicht vollkommen unbekannt sein, dieses Gefühl, dass einem alles zu viel wird und komplett über dem Kopf wächst, dass sich auf dem Berg der Aufgaben und Verpflichtungen doppelt so viel ansammelt, wie auf dem der Dinge, die bereits erledigt sind, dass man sowieso ständig das Gefühl hat, nichts richtig sorgfältig abarbeiten zu können, weil es einfach so viel zu tun gibt, sodass man alles nur halbherzig macht, um überhaupt etwas zu schaffen und sich irgendwie zu erleichtern. Was ich sagen möchte – wir kennen ihn alle, diesen gewissen Mister Stress, der sich besonders gerne zum Ende eines jeden Semesters einnistet, um dich pausenlos daran zu erinnern, dass du dich zu zahlreichen Prüfungen anmelden darfst und dafür auch noch lernen musst, dass du dabei den Stoff der AGs und Vorlesungen nicht vergessen darfst, dass du zu einer der ungünstig liegenden Sprechstunden der Fachschaft in die Fakultät musst, um dir stundenlang Altsemesterklausuren zu kopieren, in der Hoffnung, dass in einer davon irgendetwas erleuchtendes steht, dass dir dabei hilft, dieses Semester möglichst schnell und schmerzlos aber dabei noch erfolgreich hinter dich zu bringen.

Das Verteufelte an der ganzen Sache ist nicht einmal, dass der zu lernende Stoff so besonders anspruchsvoll oder schwer nachvollziehbar wäre, nein, das ist alles überhaupt kein Problem. Mein Problem besteht eher darin, dass es so viel ist, so viel, dass mir nicht anderes übrig bleibt, als mich immer weiter und weiter im Kreis zu drehen, in der Hoffnung, einen passenden Punkt zum Anfangen zu finden, denn das ist doch irgendwie das schwerste, dass man in der Fülle des ganzen Stoffes nicht mehr weiß, was denn nun wichtig ist, wie man möglichst strukturiert vorgehen sollte, wo man ein bisschen Mut zur Lücke haben darf. Und so lande ich deprimierenderweise stets wieder am Anfangspunkt: Es gibt so unendlich viel zu tun, dass ich erstmal noch mehr Zeit darauf verwenden muss, herauszufinden, wo und womit ich anfangen soll und statt dann irgendwo anzufangen, resigniere ich und lege mich ins Bett, in der Hoffnung, dass sich all meine Bedenken und Probleme von alleine in Luft auflösen und ein Nickerchen mir darüber hinweghilft, dass ich mich so verloren fühle.

Stressige Phasen sind nervenaufreibend und ziehen mich jedesmal auf’s neue herunter. Statt logisch und strukturiert vorzugehen, will ich am liebsten so viel auf einmal, so so schnell wie möglich in mich hineinprügeln, obgleich ich ganz genau weiß, dass das der dümmste Weg ist, den man nur wählen kann. Stress macht aus mir ein irrational denkendes Wesen, dass komplett verzweifelt herumirrt und irgendwie irgendwo irgendeinen Anschluss findet, eine Anleitung, die mir genau sagt, wie ich mich in solch panischen Situationen zu verhalten habe. Aber die gibt es nicht. Stattdessen sollte ich lieber mal lernen, positiv mit dem Stress umzugehen. Stress kann auch so etwas wie eine Motivation und ein Ansporn sein. Wir wollen unsere Lieben und vor allem auch uns selbst nicht mit schlechten Leistungen enttäuschen, wir wollen glänzen. Stress macht uns das immer wieder bewusst, zeigt uns, dass wir noch unsicher sind und an uns arbeiten müssen, um die Resultate, die wir uns so sehr erhoffen und wünschen, auch in die Realität umsetzen zu können. Biologisch gesehen ist Stress manchmal sogar gut für unseren Körper, zumindest solange es sich um Eustress handelt.

Es ist wie es ist. Klausuren müssen geschrieben werden, umfangreiche Vorbereitungen müssen dafür getroffen werden. Das Leben fordert einiges von uns und ich kann nicht für immer in meiner kleinen rosa Seifenblase sitzen und mit meinem Laptop schmusen, während ich ununterbrochen Serien schaue und Süßigkeiten in mich hineinstopfe. Ich muss und möchte Leistung zeigen. Aber ich wünsche mir trotzdem oft, dass der Stress sich wenigstens reduzieren könnte. Ich akzeptiere und respektiere ihn, aber ich fühle mich neben all den Forderungen, die an mich gestellt werden, so unglaublich klein, dass es mir oft schwer fällt, den Stress anzupacken und mich mit ihm zu messen. Vielleicht ist es nur eine Übungssache, vielleicht ist es aber tatsächlich einfach zu viel, was von uns verlangt wird. Wie auch immer – beschweren nützt nichts, nur anpacken und ein gesundes Maß an Ruhe und Kraft tanken. Ich hoffe zumindest, dass es mir irgendwann gelingt, gut mit Stress umgehen zu können und mich nicht mehr von ihm herunterziehen zu lassen.

Vielleicht habt ihr ja einen ultimativen und wirksamen Tipp, um möglichst gesund mit dem Stress, der einem während des Studiums obligatorisch begleitet, umgehen zu können? Ich bin für jeden Kommentar dankbar und wünsche euch allen ein sonniges und stressfreies (haha) Wochenende!

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2 Kommentare zu „Dear Stress, let’s break up

  1. Ich habe damals vor der Diplomprüfung einen Plan gemacht mit einem Pensum, dass ich jeden Tag erledigen wollte – und das auch zu schaffen war. Jeden Arbeit um 8 Uhr hab ich Schluss gemacht und gemütlich bei einer Flasche Bier Star Wars geguckt. Das war ein total schönes Ritual, das mir echt geholfen hat. Ich hab generell die Lernerei immer im Voraus geplant, schon beim Abitur. Nach dem Motto „so und so viele Seiten muss ich jeden Tag lernen“. Nach ca. zwei Wochen habe ich dann Teile des Tages für Wiederholungen des schon gelernten eingeplant. Ich weiß nicht, ob es das richtige für dich ist, aber mir haben Entspannungsrituale und fest geplante Lernzeiten echt geholfen.
    LG Anette

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