Bücher

Kerstin Gier: „Die Edelstein-Trilogie“


Eine Buchreihe, die ich wirklich schon extrem lange lesen wollte, deren Preis mir aber immer zu stolz war, bis meine Schwester dann vor kurzem Geburtstag hatte und ich ihr, nicht ganz uneigennützig, die Edelstein-Trilogie überreichte. Ich habe viel von Rubinrot, Saphirblau und Smaragdgrün erwartet und ich wurde auch nicht enttäuscht, weswegen ich jetzt gerne meine Eindrücke zu Kerstin Giers Buchreihe mit euch teilen möchte.


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Inhalt: In der Edelstein-Trilogie geht es um Gwendolyn Shepherd, ein eigentlich ganz gewöhnliches Mädchen, welches jedoch eines Tages entdeckt, dass sie die seltene Fähigkeit besitzt, in die Vergangenheit reisen zu können. Dies scheint für ihre Familie nicht eigenartig, doch ist die Verwirrung groß, weil eigentlich Gwendolyns Cousine Charlotte, die ihr ganzes Leben darauf vorbereitet wurde, eine Zeitreisende zu sein, nach den Berechnungen das Gen tragen sollte. Vollkommen ahnungslos und ungewappnet muss sich jetzt Gwendolyn der Mission stellen und zusammen mit Gideon, dem männlichen Zeitreisenden dafür sorgen, dass das Blut aller bisherigen Zeitreisenden in eine Zeitreisemaschine eingelesen wird, denn dann, so der Erfinder  des sogenannten Chronografen, der Graf von Saint Germain, ist es möglich, alles Leiden auf der Welt zu beenden und Gutes zu schaffen. Im Laufe der Zeit kommen Gwendolyn und Gideon sich immer näher, gleichzeitig versucht Gwen jedoch auch, dem wahren Geheimnis des Grafen  auf die Spur zu kommen – denn dass der Graf mit dem vervollständigten Chronografen nur Gutes anstellen würde, bezweifelten schon andere Zeitreisende vor Gwendolyn…

Meinung: Jugendbücher sind immer etwas für mich. Contemporary angehaucht mit Fantasy ist das allerbeste für mich. Und ein witziger und ironischer Schreibstil sind sowieso das Nonplusultra.  Jedes einzelne Buch der Edelstein-Trilogie, hat mich vollkommen aufgesogen, ich konnte nur noch lesen, ich wollte das Buch nicht aus den Händen legen, ehe ich nicht die letzte Seite, das letzte Wort in mir aufgenommen hatte – und das ist eigentlich das beste Zeichen dafür, dass mir ein Buch wirklich gefällt, die Geschichte mich bewegt und in ihren Bann zieht, dass die Charaktere sympathisch sind, dass es einen roten Faden gibt, dass man diesen Faden niemals wieder los lassen mag und dass man sich am liebsten wünschte, dass dieses Buch niemals enden würde. Ich habe viel erwartet und noch mehr bekommen.

Ich mochte es sehr, dass die Bücher nahtlos aneinander anknüpften. Keine ewig langen Prologe der Art „Was bisher geschah“, wichtige Details wurden in Nebensätzen noch einmal kurz erklärt und man kam sich nicht so vor, als wäre man zu blöd, sich einige Details aus dem vorherigen Teil zu merken – das nervt mich bei Buchreihen meist leider viel zu sehr, diese elendigen Wiederholungen von dem bisher Geschehenen insbesondere dann, wenn man die Reihe am Stück liest und es wirklich keine fünf Minuten her ist, dass man mit dem vorangegangenen Teil fertig war. Was ich außerdem sehr mochte, war Gwendolyns Gabe Geister und ‚Dämonen‘ sehen zu können. Anfangs dachte ich mir zwar WTF?! aber gerade im zweiten und dritten Teil, als mein Lieblingscharakter Xemerius auftauchte, wurde es richtig witzig und ich musste mehr als nur einmal schmunzeln.

Ein weiterer Bonuspunkt ist, dass die Romanze hier zwar einen recht großen Platz beansprucht, die ‚richtige‘ Geschichte daneben aber nicht untergeht. Ich habe unglaublich gerne Liebesgeschichten in Büchern (und ich glaube, ich habe erst selten Bücher gelesen, in denen es wirklich absolut gar keine Liebeswirren gab), aber ich mag es nicht, wenn ein Buch zum puren Schnulzenroman mutiert und die eigentliche Geschichte dahinter zurückweicht und davon verschluckt wird. In der Edelstein-Trilogie war das nicht der Fall, es herrschte ein angenehmes Gleichgewicht, was den Spaß beim Lesen bei mir noch zusätzlich angeregt hat.

Ein groooßes Plus geht auch noch an Kerstin Giers Schreibstil. Ich hatte vor einigen Jahren bereits ein Buch von ihr gelesen, allerdings einen Erwachsenenroman („Für jede Lösung ein Problem“ hieß dieser wenn ich mich nicht täusche) und war damals schon recht begeistert von der Prise Ironie und Witz, die immer im Text mitschwang. In Rubinrot, Saphirblau und Smaragdgrün ist das nicht anders, auch hier lässt sich alles leicht und flüssig und angenehm lesen und ab und zu wurde mir sogar ein Lächeln entlockt, was sonst eigentlich bei mir wirklich nicht häufig vorkommt.

Kommen wir zu den Charakteren – ja, ich muss zugeben, die Figuren waren durchaus sympathisch (zumindest der überwiegende Teil), aber auch recht einfach gezeichnet. Gwendolyn, ein tollpatschiges aber cleveres Mädchen, Gideon, ein kleiner Frauenheld aber auch unglaublich zärtlich, fürsorglich und starrsinnig, Charlotte, die bööööse Cousine, die immer vooooll gemein ist, Lesley, die intelligente und leicht zu beeindruckende beste Freundin von Gwendolyn usw. Trotz allem hat man aber zumindest nicht das Gefühl, dass die Figuren sich in ihrem eigenen Verhalten widersprechen oder ähnliches, das ganze harmonisiert perfekt, auch wenn man durch die an die Personen gehefteten Etiketten auch sehr oft vorhersehen kann, wie diese Person denn nun im Folgenden handeln könnte (und dann meist auch so handelt).

Doch trotz dieses kleinen Minuspunktes trübt das keineswegs meine Gesamtbetrachtung des Buches – zumal das Ende noch einen kleinen Überraschungsmoment bereithielt. A pro pos Ende – hier könnte ich wieder ein bisschen motzen und meckern: Wieso hat man bei so viele Buchreihen das Gefühl, der Autor/die Autorin hätte zum Schluss keine wirkliche Lust mehr gehabt? Das ging mir schon beim letzten Teil der Panem-Reihe so, aber in Smaragdgrün war ich abermals erschüttert darüber, wie schnell und irgendwo auch lieblos man ein Ende schreiben kann. Nicht, dass das Ende schlecht gewesen wäre, aber ich hätte gerne mehr Details gehabt und mir alles einfach ein bisschen ausführlicher gewünscht, gerade weil so viele Dinge noch aufgeklärt werdern mussten und es sowieso generell ganz schön ist, ein abgerundetes Ende zu haben.

Fazit: Ich konnte mich sehr gut auf die Edelstein-Trilogie einlassen, das Lesen hat unglaublichen Spaß gemacht und ich mochte dieses Zeitreisedingsda total, weil ich bisher erst selten Bücher mit solch einem Element gelesen habe. Die Dialoge waren witzig, die Charaktere waren passend und die Handlung war spannend und mitreißend. Ich habe mich extrem gut unterhalten gefühlt und würde die Bücher deswegen auch unbedingt weiter empfehlen. Meine Schwester, der ich die Bücher geschenkt hatte, war selbst auch mehr als begeistert, weswegen ich denke, dass die Reihe insbesondere für 13-16jährige hervorragend geeignet ist, aber auch ich mit meinen 20 Jahren auf dem Buckel kann mich nicht über fehlende Spannung oder Handlung beschweren.

 

Gideon de Villiers. Ich liebe ihn glaube ich. Und das, obgleich er sich von Zeit zu Zeit wie ein kompletter Hinterwäldler und Blödmann aufführt.

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Ein Kommentar zu „Kerstin Gier: „Die Edelstein-Trilogie“

  1. Ich habe nur den ersten Teil gelesen und war ehrlich gesagt leider ziemlich enttäuscht davon. Irgendwie kamen mir die Charaktere so leblos vor, weil sie so klischeehaft und nicht gerade vielschichtig waren.
    Mich hat aber auch der Schreibstil nicht angesprochen, der war mir einfach zu jugendbuchhaft und ich hatte permanent das Gefühl, nicht mehr zur Zielgruppe zu gehören.

    Weil jetzt aber aktuell alle so von „Silber“ schwärmen, bin ich irgendwie versucht, es zu kaufen und zu lesen, dabei bin ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass mir auch das nicht besser gefallen würde.

    Liebe Grüße

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