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10 Dinge [September]


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1. Ich brauche ja für gewöhnlich immer etwas zum jammern und dieser September bot bisher viele Gründe, um so richtig loszulegen mit meinen Schimpf- und Heultiraden, aber es gibt tatsächlich etwas, was das alles überbieten kann: Die Klausurergebnisse. Entweder man ist niedergeschmettert und hasst die Welt oder man ist überglücklich, erleichtert und einfach nur unfassbar froh darüber, nicht mehr bangen zu müssen und endlich die Gewissheit über die eigenen Leistungen zu haben. Ich bin ein Mensch, der sich prinzipiell 100% schlechter einschätzt, als er letztendlich abgeschnitten hat. Ich weiß, es ist kein schöner Charakterzug und meine Mitmenschen hassen es, wenn ich jedesmal darüber jammer, dass ich schon jetzt weiß, dass es schlecht ausfallen wird und ich wahrscheinlich Glück habe, wenn ich gerade so noch die vier Punkte erreiche und dann doch recht passable oder sogar (für mich) überragende Leistungen zurückbekomme, aber so ticke ich. Ich bin noch nie mit einem positiven oder glücklichen Gefühl aus einer Prüfung gegangen, möglicherweise bin ich einfach unfähig mich selbst einzuschätzen oder ich bin über die Jahre zur eingefleischten Pessimistin geworden, aber andererseits denke ich mir auch immer, dass es gut ist, mit einem eher negativen Gefühl auf die ganze Sache zurückzublicken, weil dann auch die Enttäuschung nicht so groß sein wird, falls man tatsächlich durchgefallen ist (was bisher noch nie geschehen ist, aber man weiß ja nie). Wie dem auch sei, auch aus meinen Modulabschlussprüfungen, die ich im Juli geschrieben habe, bin ich zu 99,9% mit einer miserablen Stimmung hinausgegangen, zumal ich auch einfach ein Fach studiere, das von Durchfallquoten und Sprüchen wie „vier gewinnt“ leibt und lebt und von dem ich tausende Horrorgeschichten über die Korrekturen gehört habe. Trotz alledem habe ich aber alle Prüfungen bestanden und kann mich jetzt auf das dritte Semester freuen. Das entlockte sogar mir ein kleines „juchhu“.

2. Dieses „juchhu“ wird etwas dadurch getrübt, dass ich noch immer mit meiner Hausarbeit kämpfe, die ultramegablöde ist und die ich eigentlich schon vor Wochen fertig haben wollte und bei dir ich wirklich schon mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass ich durchfallen werde.

3. Auf diesem Blog hier ging es noch nie sonderlich politisch zu (wobei ich überlege, das etwas zu ändern, weil ich mich in letzter Zeit schon etwas mehr dafür interessiere als früher und ich es interessant fände, einige politische Diskussionen loszutreten), aber ich möchte euch dennoch etwas ans Herz legen: Bitte, bitte, geht wählen, wenn ihr wahlberechtigt seid. Ich könnte das noch mit pathetischen Floskeln ausschmücken á la „together we can change the world“ und „wir sind die einzigen, die etwas in Deutschland verändern können, also hört auf zu meckern und geht eure Kreuzchen machen“ aber ich denke, dass man so etwas in letzter Zeit schon zur Genüge gehört haben dürfte. Ich habe bereits per Briefwahl gewählt (zum einen aus Faulheitsgründen, zum anderen, weil ich mir das Spektakel vermutlich auf der Wohnzimmercouch mit meiner Familie geben möchte und ich dort nicht mehr wählen darf, weil ich ja jetzt Berlinerin bin), jedenfalls habe ich bereits gewählt und ich bin mehr als gespannt, unter welcher Regierung wir demnächst stehen werden. Die Bayern haben ja schon vorgemacht, wie man es besser nicht machen sollte, ich hoffe die Bundestagswahl bringt ein etwas anderes Ergebnis hervor.

4. Geht niemals zu IKEA, nur „um mal eben zu gucken“. Daraus wurde bei mir ein spontaner Großeinkauf, der mein Zimmer in neuem Glanz und mein Portemonnaie in trister Einsamkeit erstrahlen lässt. A pro pos Zimmer, ich weiß, ich hatte mal was von einer Roomtour gesagt und bald wird es auch so weit sein, als seid gespannt, auch wenn mein Zimmer wirklich nichts besonders spektakuläres ist .

5. Irgendwie ist das mittlerweile eine alljährliche Tradition von mir, dass ich im September ein miesesfieses Lesetief habe. Am liebsten würde ich den dritten Teil der „Chroniken der Unterwelt“ von Cassandra Clare lesen, aber ich bin momentan einfach zu geizig (und nach meinem IKEA-Einkauf auch zu pleite), um mir „City of Glass“ noch zu kaufen, deswegen lese ich im Moment irgendwie gar nichts richtig. Zwar liegt „No & Ich“ von Delphine de Vigan auf meinem Nachttisch und die Hälfte davon ist auch schon gelesen, aber mein Inneres wünscht sich Simon zurück und tja, was soll man dagegen schon tun. Übrigens habe ich mir „City of Bones“ gleich am Erscheinungstag im Kino angesehen und war durchaus begeistert, was mich etwas überraschte, weil ich das Buch ja eher so „hmpf“ fand. Wer den Film bisher noch nicht gesehen hat und noch zögert, den würde ich den Gang ins Kino wirklich empfehlen, ich für meinen Teil fühlte mich enorm gut unterhalten und fand die filmische Umsetzung wesentlich fesselnder als das literarische Pendant.

6. Ich will ein Kaninchen haben. Ich hätte so unglaublich gerne ein Haustier, am liebsten zwei flauschige kleine Zwergkaninchen, aber was mehr wiegt als mein Bedürfnis nach Kuscheleinheiten mit den Kleinen ist, dass ich oft mehrere Tage am Stück nicht in der Wohnung bin und ich es den Schnuckiputzis nicht zumuten möchte, diesen Zeitraum allein zu verbringen. Aber ich hätte trotzdem gerne ein Kaninchen.

7. High Highs „Live in Dreams“
White Wishes „Hold your Hand“
The Drums „Money“ (acoustic)
Iron & Wine „Waiting for a Superman“
Fleet Foxes „Mykonos“
Bastille „We Can’t Stop“
Bombay Bicycle Club „You already know“
Bear Attack „The Backpack Song“ (acoustic)
Gemma Hayes „Wicked Game“
Brooke Waggoner „Fresh Pair of Eyes“
Adam Agin „Please don’t leave quite yet“
Volcano Choir „Tiderays“
Amy Stroup „Quiet Hearts“

8. Um nochmals auf das Thema Uni zu sprechen zu kommen: Ich versuche bereits seit meinem ersten Semester, in den Kurs für Rechtsmedizin reinzukommen, bitte drückt mir doch die Daumen, damit es dieses Mal endlich klappt und ich einen dieser heiß begehrten Plätze ergattern kann. Und wo wir schon einmal beim Stundenplan sind, möchte ich mich nur mal kurz ausheulen, dass ich Freistunden über alles hasse und dieses Semester viel zu viele davon meinem Stundenplan innewohnen. Wenigstens habe ich dann die Zeit, den Stoff nachzuarbeiten, an einigen Abenden in der Woche werde ich jetzt nämlich immer arbeiten gehen, denn – ja, richtig gehört – ich habe einen phänomenalen Studentenjob ergatter können, auf und über den ich mich super freue. Ich hoffe meine eh schon ziemlich verhaltene Lernmotivation wird davon nicht negativ beeinflusst, aber eigentlich bin ich sogar der festen Überzeugung, dass dieser Job das beste ist, was mir so passieren konnte.

9. Falls es noch niemandem aufgefallen ist: Es ist Herbst. Ein Blick aus dem Fenster bestätigt das, dieses leichte Kratzen im Hals bestätigen das, der Wunsch, den ganzen Tag im Bett liegen zu bleiben, bestätigt das. Also deckt euch ordentlich mit Kuschelklamotten, Decken, neuen Teesorten, Gitarrenmusik und Keksen ein, anders ist das triste Grau da draußen ohnehin nicht zu ertragen. (Tipps für gute Musik, neuen Tee oder leckere Kekse, gerne auch selbst gebacken, nehme ich immer mit größter Freude entgegen!)

10. Hell yeah, ich habe alle Prüfungen bestanden und das ist im Moment das einzige, was irgendwie für mich zählt und mir meinen Tag versüßt. Also verzeiht mir, dass es keinen wirklichen 10. Punkt gibt, sondern lasst uns lieber mit Kaffee, Tee und heißer Schokolade auf meine Hyperintelligenz anstoßen!

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3 Kommentare zu „10 Dinge [September]

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