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„Chroniken der Unterwelt: City of Bones“ [Film ab(c)!]


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Für mich war von Anfang an sonnenklar: Wenn „City of Bones“ im Kino läuft, dann muss ich ihn unbedingt sehen. Sonst ist das für mich auch gar kein unnormales Verhalten, ich habe immer das Bedürfnis, die Bücher, die ich gelesen und die im Anschluss daran verfilmt wurden, auch in ihrer Leinwand-Version zu bewundern, bei „City of Bones“ bestand der Unterschied aber darin, dass mich das Buch ja leider überhaupt nicht gefangen hat und ich den Film nur deswegen sehen wollte, um zu schauen, ob er wenigstens damit konkurrieren kann. Und meiner Meinung nach kann er das sehr wohl.

Natürlich könnte ich den Inhalt jetzt noch einmal breit treten, aber da  ich schon einmal eine Rezension dazu geschrieben habe, erspare ich mir das jetzt und lege gleich mit meiner Filmkritik los.

Was mir am besten an dem Film gefiel war, dass er an vielen Stellen ziemlich vom Buch abwich. Die Grundidee blieb im Prinzip erhalten, aber im Gegensatz zum Buch, bei dem ich mich stellenweise arg gelangweilt habe, hielt der Film die Spannungskurve eigentlich konstant aufrecht und brachte Elemente mit hinein, die im Buch ganz anders waren oder überhaupt gar nicht darin vorkamen. Was mir am zweitbesten am Film gefiel, waren die Schauspieler. Ich weiß, viele gehen mit dieser Meinung nicht wirklich konform und haben sich die Figuren wesentlich anders vorgestellt, aber ich finde, dass das alles recht gut gepasst hat, bis auf einige Details, die für mich persönlich aber auch nicht von s großer Relevanz waren. Viel eher hatte ich ein Problem mit den Synchronisationsstimmen, insbesondere der von Clary, die einfach so null gepasst hat und mich irgendwie richtig geärgert hat, aber das Problem, mich nicht mit Synchronisationsstimmen anfreunden zu können, habe ich oft. Immerhin hat es bei den anderen Charakteren besser gepasst, so dass ich mich nur dann aufregen musste, wenn Clary den Mund aufgemacht hat.

Was ich nicht erwartet hätte, war die Blutrünstigkeit in dem Film. Gott, es ging zum Teil so brutal zu, dass ich mich in meinem Sitz festklammerte und die Augen ein wenig zusammenkneifen musste, um das Grauen nicht in voller Größe mit ansehen zu müssen. Ich muss an dieser Stelle aber vielleicht auch hinzufügen, dass ich bei Kampfszenen generell ein kleiner Angsthase bin, mich durchzuckt es ja schon, wenn nur jemand eine Backpfeife bekommt, ich kann das irgendwie immer gar nicht mitansehen und „City of Bones“ brachte mich, auch was den Ekelfaktor anging, echt an meine Grenzen (ich meine – wie ekelerregend waren bitte diese Dämonen teilweise?!).

Mein allergrößter Lichtblick (wie schon in den Büchern) war Simon. SimonSimonSimon. Kreatur der Perfektion. Ich saß nur da und habe immerzu darauf gewartet, dass Simon endlich mal wieder auftaucht. Simon. Simon. Simon. Im Gegenzug dazu konnte ich mich mit dem Jace aus dem Film ein bisschen besser anfreunden als mit dem aus dem Buch, wobei ich ihm immernoch, ohne zu zweifeln oder zu zögern, Simon vorziehen würde. Hach, Simon. Was mir ein bisschen die Freude an dem Ganzen nahm und meine Wertung des Filmes auch etwas herabsenkt, ist die Tatsache, dass im Film etwas verraten wird, was in den Büchern erst im dritten Teil enthüllt wird und was, wie ich finde, auch im Film besser hätte verschwiegen werden sollen. Keine Ahnung, was die Filmemacher sich dabei gedacht haben, ein so wichtiges Detail bereits gleich im ersten Teil zu verraten, das hat mich echt richtigrichtig wütend gemacht, das konnte man schon fast unter Spoiler zählen, das gehörte sich einfach echt nicht.

Einen weiteren Kritikpunkt habe ich auch noch, im Hinblick auf die romantische Stimmung innerhalb des Filmes. Mir hat schon diese flache, unterschwellige Romantik, die im Buch zwischen Clary und Jace herrschte, so überhaupt gar nicht gefallen, aber im Film wurde das Ganze nochmal eine Nummer größer aufgezogen und war für mich persönlich einfach zu sehr ‚gespielt‘ und erzwungen, kitschiger ging’s einfach nicht mehr. Gott sei Dank gab es aber nur drei oder vier Szenen, bei denen ich mir wirklich „ohmylord, wie ekelhaft schmalzig“ dachte, die restliche Zeit konnte ich mich mit der gefühlsbesoffenen Stimmung zwischen Clary und Jace noch abfinden.

Fazit: Ich habe bisher eigentlich durchweg positives über den Film gehört und würde mich dem eigentlich auch anschließen wollen. „Chroniken der Unterwelt“ hatte durchaus so einige Schwächen, konnte das aber durch ein spannendes Drehbuch und Simon wieder ausgleichen. Wenn möglich würde ich jedoch eher den Film in Originalsprache sehen. Immerhin hat er mir aber dennoch so gut gefallen und mich so sehr überzeugt, dass ich ihn zweimal gesehen habe – und das will schon was heißen. Wer bisher also noch gezögert hat, dem würde ich den Gang ins Kino wirklich empfehlen, vor allem wer mit niedrigen Erwartungen an den Film herangeht, kann positiv überrascht werden.

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Ein Kommentar zu „„Chroniken der Unterwelt: City of Bones“ [Film ab(c)!]

  1. Das Buch habe ich gar nicht gelesen, aber ich hab‘ letztens den Trailer im Fernsehen gesehen und der hat mich richtig neugierig gemacht. Nach deiner Rezension werde ich mir das Buch wohl auch sparen und lieber gleich ins Kino gehen, bin mal gespannt, ob mir der Film genauso gut gefallen wird, wie dir. :)

    Also ich mag Karottenkuchen wirklich total gern, der ist durch die geraspelten Karotten immer so schön locker und saftig. :)
    Und dankeschön, freut mich, dass dir die Bilder gefallen! :) Ich hab‘ da aber auch das große Glück, dass wir eine schöne, helle Küche haben, da ist’s dann auch einfacher, schöne Bilder zu bekommen. In unserer Wohnung in München war das leider nicht ganz so einfach, was man an den Bildern in älteren Rezepten auch sieht..

    Ich merk‘ gerade, dass ich eindeutig viel zu selten auf deinem Blog vorbei schaue – aber jetzt hab‘ ich ihn abonniert! :D

    Liebe Grüße!

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