Bücher · Lieblingsbücher-Challenge

Haruki Murakami: „Naokos Lächeln“ [Lieblingsbücher-Challenge #02]


Dies wird vermutlich nicht nur eine Hommage an „Naokos Lächeln“, sondern generell an Haruki Murakami, einer meiner absoluten Lieblingsautoren, den ich in meinem Bücherregal nicht mehr missen möchte und der es schafft, die alltäglichsten Situationen so absurd wie kaum vorstellbar darzustellen. Japanisch Autoren haben so eine ganz besondere Art zu schreiben, fast ein wenig nüchtern und trocken, sie gehen sparsam mit Worten um, malen aber gleichzeitig Wunderwerke damit und ich habe kaum Bücher gelesen, die so schnörkellos geschrieben aber dennoch eine ganz spezielle Geschichte transferiert haben. Vorhang auf für Haruki Murakami und „Naokos Lächeln“!
Naokos Lächeln
 Inhalt: Naokos Lächeln erzählt lebendig und leidenschaftlich von einer Liebe im Tokyo der unruhigen sechziger Jahre. Toru, musik- und literaturbegeisterter Student der Theaterwissenschaften steht zwischen zwei Frauen: der geheimnisvollen Naoko und der vor Lebenslust vibrierenden Midori.

Meinung: Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich damals auf Murakami gestoßen bin, aber ich weiß, dass es für mich ein großartiger Tag gewesen sein muss, weil ich mich seither mit so vielen seiner Bücher identifizieren kann und diese Bücher mich so sehr begeistern konnten. Vor allem die Protagonisten, die in den Büchern, die ich bisher von Murakami gelesen habe immer männlich waren, hefte ich stets sogleich als Seelenverwandte ab, weil es so viele Übereinstimmungen zwischen deren Persönlichkeit und meinem Charakter gibt. Auch in Naokos Lächeln hatte ich absolut keine Schwierigkeiten, mich mit der Denkweise von Toru anzufreunden und seine Handlungen nachzuvollziehen, jetzt beim zweiten Mal lesen fiel es mir sogar zum ersten Mal so richtig auf, wie groß die Ähnlichkeiten eigentlich sind.

Überhaupt habe ich das Gefühl, Murakami würde mir aus meiner Seele sprechen, würde die Gedanken niederschreiben, die ich nicht in Worte zu fassen vermag. Sein prägnanter und klarer Schreibstil grenzt in meinen Augen schon fast an Perfektion – ich habe es noch nie erlebt, dass ein Autor es schafft, so viele kleine Weisheiten, schöne Zitate und wundervolle Gedanken in seine Bücher einzuschleusen, aber wirklich jedes der Bücher, die ich bisher von dem japanischen Autor las, hat mich ein klein wenig sprachlos zurückgelassen, weil dieser Mann einfach so unglaublich herrlich schreibt. „Naokos Lächeln“ macht dort keine Ausnahme, auch wenn ich nach dem zweiten Lesen feststellen musste, dass es möglicherweise doch nicht mein liebster Murakami ist. Nicht, dass ich es schlecht gefunden hätte, nein, ich liebe dieses Buch immer noch abgöttisch, habe aber beim zweiten Lesen gemerkt, dass ich mittlerweile schon wieder so viele andere Bücher von ihm gelesen habe, dass der Rang vielleicht abgelaufen ist. Aber eigentlich mag ich sie alle gleich doll, es sind einfach unvergleichliche Kunstwerke – der Schreibstil unverkennbar der eines Meisters, der Inhalt meist ebenfalls ähnlich gestrickt und mit einigen Verrücktheiten und Absonderlichkeiten gespickt, aber nie so, dass man diese Wendungen vorhersehen könnte. Murakamis Romane entfalten einen Zauber und ich durfte beim zweiten Mal lesen merken, dass dieser nicht nur bei einmaligem Lesen auftritt, sondern auch beim zweiten und höchstwahrscheinlich auch dritten Mal.

„Naokos Lächeln“ heißt in der englischen Version „Norwegian Wood“, angelehnt an einen Song von den Beatles, und ich liebe es, dass Murakamis Bücher immer einen Bezug zu Musik oder aber zu Literatur haben. Vermutlich ist es auch das, was mich gerade so sehr daran reizt und so sehr damit verbindet. Auch Murakamis Naturverbundenheit spielt in seinen Büchern eine gewisse Rolle und seitdem ich seine Romane lese, habe ich sogar ein klein wenig den Wunsch, einmal Japan, insbesondere Tokyo zu bereisen, obgleich ich zuvor nie ein Japan- oder überhaupt Asienfan war. Der beste Beweis dafür, was dieser Mann so alles mit seinen Worten anrichten kann, würde ich sagen. Ich bin so froh, dass es noch einige Romane und Geschichten von ihm gibt, die ich noch nicht gelesen habe – ich teile mir seine Bücher ein wenig ein, damit ich immer mal wieder zwischendurch, wenn mich die Lust nach einem Murakami überkommt, zu einem komplett unbekanntem Buch von ihm greifen und mich in seine Gedankenwelt fallen lassen kann.

Gleichzeitig weiß ich aber, dass Murakami nichts für jedermann ist. Man muss ein interpretierfreudiger Leser sein, jemand, dem es nichts ausmacht, wenn nicht alle Geheimnisse zum Schluss gelüftet werden, jemand, der zwischen den Zeilen liest und versteckte Botschaften entschlüsselt. Murakami zu lesen macht (mich) süchtig, vor allem, weil ich niemals gedacht hätte, dass mir Geschichten solcher Art gefallen könnten, aber schon vom ersten Roman an, hat er sich einen Platz ganz oben in meiner Lieblingsschriftsteller-Liste sichern können. Auch wenn ich die ganze Zeit krampfhaft versuche, diese Liebe zu Murakami mit irgendwelchen passenden Adjektiven und Superlativen zu beschreiben – ich habe das Gefühl, dem allem nicht gerecht zu werden. Die Botschaft, dass ich heimlich in Murakami verliebt bin, ist aber gewiss trotzdem bei euch angekommen oder?

Habt ihr auch schon ein Buch von Murakami gelesen und könnt ihr meine Begeisterung teilen? Gibt es für euch vielleicht auch einen Autoren, der euch dermaßen verzaubert, so wie Murakami es bei mir schafft?

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5 Kommentare zu „Haruki Murakami: „Naokos Lächeln“ [Lieblingsbücher-Challenge #02]

  1. Ich kann es als Riesen-Japanfan immer schwer verkraften, dass ich bisher noch nichts von Murakami gelesen habe. XD Schlimm. Vor Allem weil ich weiß, dass die japanische Literaturszene glühend darauf wartet, dass er mal den Literaturnobelpreis bekommt. Von daher bin ich dankbar für deinen Beitrag, der rüttelt mich mal auf, jetzt endlich auch Murakami zu lesen!
    Du hast gesagt andere Bücher von ihm laufen Naokos Lächeln bei dir mitlerweile den Rang ab – was wäre denn deine Top 5 (o.ä.) der Murakami Bücher die du gelesen hast? :D

    1. Ja, also meiner Meinung nach hätte er den Nobelpreis für Literatur auch unbedingt bekommen müssen, ich finde ihn wirklich grandios!

      Ich habe (leider) längst noch nicht alles von ihm gelesen, insbesondere „1Q84“ soll ja nochmal richtig gut sein, ich habe es bisher aber nur auf Englisch und auch nur die ersten 300 Seiten gelesen, deswegen kann ich dazu noch nichts wirklich sagen. Eine richtige „Rangfolge“ gibt es irgendwie auch nicht, weil ich einfach alles von ihm so sehr mag, aber in meine Top 5 gehören auf jeden Fall „Kafka am Strand“, „Der Elefant verschwindet“, „Mister Aufziehvogel“, „Gefährliche Geliebte“ und eben „Naokos Lächeln“. Falls man noch gar nichts von Murakami gelesen hat, würde ich auch erstmal dazu raten, eins seiner Kurzgeschichten-Bücher zu lesen (z.B. „Der Elefant verschwindet“), um überhaupt erstmal zu schauen, ob sein Schreibstil einem liegt. Ich würde mich freuen, wenn ich bald auf deinem Blog eine Rezension zu Murakami lesen würde. :D

      1. Haha – ich geb mir Mühe :D Das passiert auf jeden Fall, aber wahrscheinlich noch nicht in den nächsten Wochen … wegen dem übermächtigen Sub und so O_O
        Die Buchtitel sagen mir alle was, nur „Der Elefant verschwindet nicht“ aber ich habe es mir gerade angeschaut und das Gefühl, dass wäre genau der richtige Einstieg – danke für den Tipp. :)

  2. Wenn du jetzt noch verrätst, was das für eine Pflanze ist und du sie hoffentlich regelmäßig gießt, die Erde sieht etwas trocken aus.

    1. Das kann ich leider gar nicht mal so genau sagen, ich würde darauf tippen, dass es irgendeine palmenartige Pflanze ist. Und im Pflanzen pflegen bin ich sowieso mega schlecht, entweder, ich gieße meine Pflanzen zu oft oder ich vergesse es Ewigkeiten. Ein Wunder, dass sie überhaupt noch lebt. :D

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