Bücher · Lieblingsbücher-Challenge

Astrid Lindgren: „Mio, mein Mio“ [Lieblingsbücher-Challenge #03]


Kennt ihr das, wenn ihr krank seid und euch nach einem Stückchen Kindheit sehnt? Sei es ein Film, der einen an die unbeschwerten Tage zurückerinnert oder aber ein Buch, welches man als Kind verschlungen hat – man möchte einfach nur irgendetwas altbewährtes und bekanntes in den Händen halten oder vor den Augen haben, um ein bisschen innere Gelassenheit, Kraft und Ruhe wieder zu gewinnen. In meinem Fall bot sich die letzte Woche ganz gut an, dass ich „Mio, mein Mio“ von Astrid Lindgren für die Lieblingsbücher-Challenge ausgewählt habe, denn ich hätte mir nichts schöneres vorstellen können, als im Bett zu liegen und Mios Abenteuer zu durchleben, die mich schon als Kind faszinierten. Lediglich der Faktor des Krankseins war weniger schön, aber glücklicherweise habe ich mittlerweile das Gröbste wieder ausgestanden und kann Heiligabend munter und fröhlich unter dem geschmückten Tannenbaum sitzen.

[Ich habe es leiderleider versäumt, ein Foto von dem Buch zu machen und kann das auch leider nicht mehr nachholen, weil ich mittlerweile im trauten Heim bin und das Buch in Berlin liegen gelassen habe. Der Vollständigkeit halber werde ich es auf jeden Fall nach Weihnachten/Neujahr einfügen, ich bitte um Verzeihung für meine Schusseligkeit.]

Inhalt: Der Waisenjunge Bo Vilhelm Olsson, der bei Pflegeeltern in liebloser Umgebung aufwächst und sich nach Verständnis und Geborgenheit sehnt, findet auf geheimnisvolle Weise das „Land der Ferne“, in dem sein Vater, den er noch nie gesehen hat, König ist und er selbst als Prinz Mio ein vom Kampf gegen das Böse erfülltes Leben führt.

Meinung: Im Prinzip ist es ja so, dass ich alle Bücher von Astrid Lindgren vergöttere, sie war die absolute Heldin meiner Kindheit und irgendwie ist sie es immernoch, ihr Einfallsreichtum, ihre Charaktere, ihre Geschichten haben mich schon als vierjähriges Mädchen verzaubert und schaffen es gleichermaßen noch 16 Jahre später, mich mit einem verzückten Lächeln auf dem Gesicht zurückzulassen. „Mio, mein Mio“ gefiel mir schon als Kind besonders gut, vielleicht, weil es eines der ersten Bücher war, die ich gelesen hatte, in dem wirklich auch mal etwas schreckliches geschieht, in dem nicht alles Friede Freude Eierkuchen ist, sondern in dem es etwas Böses gibt, eine dunkle Macht, einen Schreckenverbreiter, der Eltern ihre Kinder genommen hat, der den Menschen ihre Lebensfreude genommen hat, der dem Wald, dem Boden und dem Meer die Energie entzogen hat. Mit Ritter Kato ist nicht zu spaßen und ich habe als kleines Mädchen eine unglaubliche Verehrung Mio gegenüber empfunden, weil er so mutig war, es mit ihm aufzunehmen.

Jetzt beim nochmaligem Lesen, erinnerte mich das Buch auch ein bisschen an Harry Potter – natürlich nur im Entferntesten, da es sich bei „Mio, mein Mio“ ja trotz allem nur um ein 186-seitiges Kinderbuch handelt, aber in gewisser Weise zeigen sich einige Parallelen auf – die Kindheit in einer Pflegefamilie, die sich nicht richtig sorgt, die unbekannte „wahre“ Bestimmung, ein Land der Wunder und Zauberei, das auf einen wartet, die Pflicht, das Böse vernichten zu müssen und und und. Vermutlich sind das auch einfach nur typische Storylines für solche Geschichten, aber dadurch, dass ich „Mio, mein Mio“ seit sicherlich acht oder mehr Jahren nicht mehr gelesen hatte, fiel es mir zum ersten Mal so richtig auf.

Was ich an dem Buch so sehr mag ist nicht nur der Schreibstil, der Plot und der zuckersüße Mio, sondern auch die zahlreichen Illustrationen, die kindlichen Gedanken, denen wir folgen dürfen und die vielfältigen Bekanntschaften mit anderen Menschen, die Mio während des Buches macht. So lernen wir Jum-Jum und Miramis und Nonno und Nonnos Großmutter und Jiri und Jiris Geschwister und die alte Weberin und und und kennen und alle haben sie eines gemeinsam: Sie leiden unter Ritter Kato. Ich liebe die bildhafte Sprache von Kinderbüchern, besonders Astrid Lindgren hat es immer und immer wieder geschafft, dass ich völlig neidisch auf ihre Protagonisten war, weil sie den ganzen Tag lang so viel Spaß und Freude hatten und immer so viele wunderbare Abenteuer erlebt haben. Bei „Mio, mein Mio“ spielt aber immer noch eine gehörige Portion Mitleid mit – es brach mir das Herz, dass der kleine Mio es mit dem grausamen Ritter Kato aufnehmen sollte und ich konnte mir gar nicht vorstellen, jemals so mutig zu sein wie er und Jum-Jum.

Wer wie ich von Zeit zu Zeit gerne Kinderbücher liest oder Geschwisterchen hat, die gerne lesen oder es lieben vorgelesen zu bekommen, dem kann ich dieses Buch nur ans Herz legen. Es ist wirklich zauberhaft schön geschrieben, es ist spannend und es hat glücklicherweise, wie es sich bei einem ordentlichen Kinderbuch gehört, auch einen guten Ausgang. „Mio, mein Mio“ ist ein Buch, das ich wohl für immer in meinem Regal und in meinem Herzen stehen haben werde, egal, wie alt ich auch sein mag.

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Ein Kommentar zu „Astrid Lindgren: „Mio, mein Mio“ [Lieblingsbücher-Challenge #03]

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