Persönliches · Sowas wie Leben

I like storms. They let me know that even the sky screams sometimes.


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Ich möchte intelligent sein, von Tag für Tag etwas dazulernen, klüger werden, zahlreiche Erfahrungen und Erlebnisse in mein Tagebuch kritzeln, ausgefüllte Tage haben, gleichzeitig will ich 24 Stunden am Tag in meinem Bett liegen, schlafen, im Internet herumhängen oder lesen, einfach das Nichtstun auskosten. Ich möchte gesund essen, viel und vor allem ausgewogen kochen, mir Zeit, Geld und Geduld für alle möglichen Rezepte nehmen, Smoothies trinken und Nudeln selbstmachen, gleichzeitig will ich dreimal am Tag eine Tiefkühlpizza in den Ofen schieben oder den Lieferservice belagern, möchte eine ganze Tüte Chips auf einmal essen und danach am besten noch sämtliche Schokoriegel und Kekse in mich hineinstopfen. Ich möchte aktiv sein, Sport treiben, körperlich an meine Grenzen gehen, Höchstleistungen in allen Lebensbereichen von mir fodern, die Glücksgefühle nach einem Lauf in mich aufsaugen, gleichzeitig will ich mich kein Stück vom Fleck rühren, möchte nicht einmal meinen linken Arm anheben, um die Wasserflasche neben mir hochzuheben, jeder Schritt ist schon zu viel und im Liegen lebt es sich sowieso am besten. Ich möchte feiern gehen, die Nächte um mich schlagen, Unmengen an Alkohol trinken und zu Unmengen an schlechten Liedern tanzen, mitgrölen, auf Konzerte gehen, offener für alles sein, gleichzeitig will ich nichts lieber, als mit einem Buch und einer Tafel Schokolade in eine vollgelaufene Badewanne zu verschwinden und erst nach Stunden wieder aufzutauchen, bloß keinen Kontakt zur Außenwelt und allem, was irgendwie auch nur annähernd dazugehört. Ich möchte neue Leute kennenlernen, die wenigen Freundschaften, die ich habe, besser pflegen, lockerer sein, witziger sein, einfühlsamer sein, gleichzeitig will ich mich in mein Schneckenhaus zurückziehen und nie wieder hervorkriechen, mag ganz für mich alleine bleiben und mit niemandem reden müssen. Ich will das Leben auskosten, in vollen wie auch in leeren Zügen, möchte erleben und erfahren und lernen, aber es ist so schwer, so schwer, aus dem Muster und dem Trott herauszukommen, welches man in den letzten Jahren wie einen schützenden Kokon um sich gelegt hat, einem Kokon, der zwar warm hält und gemütlich ist, in dem es aber auch eng und einsam ist, weil niemand dazustoßen kann, weil man eine Hülle um sich herum aufgebaut hat, um auch ja niemandem zu zeigen, wie schutzbedürftig, allein und wehmütig man selbst doch ist, eine Schutzmauer, die zwar vielleicht schützt, aber gleichzeitig auch so unglaublich bewegungsunfähig macht, man kann sich vielleicht noch einmal im Kreis drehen und um sich schauen, aber man kann keinen Schritt vor oder zurück setzen, weil einfach viel zu wenig Platz für all das ist, weil man sich selber eingeschränkt hat, indem man diesen Kokon gestrickt hat und die Augen sind zwar freigelegt und man sieht alles um sich herum, man sieht, dass das Leben der anderen zwar auch nicht immer perfekt ist, aber scheinbar jeder mit Rückschlägen, Trauer und Einsamkeit besser umgehen kann, als man selbst, man sieht, wie gut das Leben doch sein kann, wieviele wunderbare Dinge es zu erleben gibt, wieviele Abenteuer tagtäglich auf einem warten können und dann sieht man an sich selbst hinunter, und alles was sichtbar ist, ist ein unförmiger Haufen an Selbstzweifeln, Melancholie und Unzufriedenheit und man möchte eine Schere nehmen, um diesen lästigen Kokon aufzuschneiden, aber die Hände sind verbunden und ohnehin wäre es nicht möglich, weil dieser Kokon so fest und engmaschig gestrickt ist, dass es Wochen, wenn nicht sogar Monate oder Jahre dauern würde, um ihn gänzlich abzustreifen und so seufzt man nur bekümmert und nimmt einfach hin, dass man sich sein Leben selbst unnötig schwer (ge)macht (hat), dass man wegen eigenen Unzulänglichkeiten wertvolle Dinge wie Freundschaft und auch Lebenszeit vergeudet hat und dass man es womöglich nie mehr wirklich schafft, das Leben so zu genießen, wie man es gefälligst zu genießen hat.

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2 Kommentare zu „I like storms. They let me know that even the sky screams sometimes.

  1. Ich glaube das Gefühl kenne ich – wenn auch etwas anders hier und da. Vielleicht lebt es sich leichter, wenn man sich in kleinen Schritten aus dem Kokon wagt? Man muss ja nicht gleich Bäume ausreißen.

  2. Da schreibst du mir unheimlich genau aus der Seele… ich habe trotzdem noch nicht aufgehört zu versuchen, die Mauer ein wenig einzureißen. Irgendwie muss es doch gehen, verdammt.

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