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„Winter’s Tale“ [Film ab(c)!]


Dieses Jahr war ich bisher absolut keine fleißige Kinogängerin und gewissermaßen leide ich sogar darunter, nicht so oft ins Kino gegangen zu sein – um genau zu sein war ich gerade zwei mal, was zumindest für mich persönlich ganz schön erbärmlich ist vor allem in Anbetracht dessen, was ich mir eigentlich so vorgenommen hatte, im neuen Jahr  – nämlich meine Hobbies etwas zu fördern, die denn da nun mal insbesondere Musik, Bücher und Filme wären. Letzte Woche habe ich es dann aber doch geschafft, zum zweiten Mal dieses Jahr ein Kino zu betreten und das sogar völlig ungeplant; ich kannte nicht einmal den Film geschweige denn habe den Trailer dazu gesehen – aber gerade das, war vielleicht gar nicht mal so schlecht…

Inhalt: Im New York des Jahres 1916 ist Meisterdieb Peter Lake auf der Flucht vor seinem früheren Mentor, dem gefürchteten Gangster Pearly Soames, hinter dem sich ein Dämon verbirgt. Als sich Lake auf den ersten Blick in die junge todkranke Erbin Beverly Penn verliebt, versucht er, das Schicksal zu überlisten und Beverly durch ein Wunder zu retten. Ein solches steckt nämlich in jedem Menschen, doch für wen es gedacht ist, weiß Lake genauso wenig wie Soames, der, wie alle Dämonen, nur eine Mission hat: Jedes mögliche Wunder sabotieren. (via)

Meinung: Ich hätte mir „Winter’s Tale“ niemals angesehen, hätte meine Freundin nicht so sehr davon geschwärmt, das steht fest. Colin Farrell mochte ich irgendwie noch nie sonderlich, das Filmplakat sieht selbst für meinen Geschmack etwas zu kitschig aus und auch die kurze Beschreibung des Filmes hatte es nicht so sehr in sich, dass ich den Film unbedingt sehen wollte. Ich glaube, es wäre so ein Film gewesen, den ich überhaupt gar nicht wahrgenommen hätte, wenn ich nicht durch eine Freundin darauf aufmerksam gemacht worden wäre, ein Film, über den ich einfach hinweg gesehen hätte, als gäbe es ihn gar nicht. Aber ich bin so froh, dass ich diese zauberhafte Geschichte gesehen habe, weil sie im Prinzip weitestgehend genau meinem typischen Filmgeschmack entsprochen hat.

Ich stehe auf mehr oder weniger realistische Geschichten, denen der Hauch eines Märchens innewohnt und die voll von purer Romantik sind und genau in diese Richtung ging „Winter’s Tale“. Ich liebe Liebesgeschichten, nur dürfen sie selbst mir nicht zu sentimental werden, weil das schnell ins alberne abrutscht, aber „Winter’s Tale“ hat immer die Kurve gekriegt, hat sich genau auf dem Grat bewegt, der eine gewisse Romantik erlaubt, ist aber zum Glück nie allzusehr in Kitsch eingetaucht. Was mir ebenso gut gefallen hat, war die Grundidee, die in diesem Film steckte: „Alles ist irgendwie miteinander verbunden, alles gehört in irgendeiner Weise zusammen und ergibt irgendwann auch einen Sinn und erfüllt seinen Zweck“ – ich kann mich mit so etwas immer sehr gut anfreunden, mit diesem Mantra, dass wir vom Schicksal geleitet werden und alles, was geschieht einer Bestimmung folgt und einen Sinn hat.

Wermutstropfen? Einige Sinnzusammenhänge haben sich mir leider nicht ganz entschlossen – darauf mag ich aber eigentlich nur weniger eingehen, weil ich sonst zu viele Details enthüllen würde, ich aber nicht spoilern möchte. Eventuell liegt mein Unverständnis auch daran, dass ich das Buch nicht gelesen habe – was ich demnächst wohl oder übel einmal nachholen werde – denn es ist ja immer so, dass ein Teil der Buchvorlage bei der Transformation in einen Film verloren geht. Was mich aber dennoch etwas störte, was mir aber erst hinterher nach den Tweets besagter Freundin einfiel – Schwindsucht, worunter Beverly mit ihren jungen 21 Jahren litt, ist Tuberkulose und Tuberkulose besteht nicht nur aus hohem Fieber. Beverly selber hat aber keine anderen Symptome der Krankheit aufgezeigt, das war dann vielleicht doch etwas unrealistisch.

Was mich außerdem noch ein wenig gestört hatte, war der zweite Teil des Filmes. Ich möchte auch hier keinesfalls Details des Films enthüllen, aber ich hatte mir das alles irgendwie ganz anders vorgestellt und war etwas bedrückt, dass sich der Film dann in eine ganz andere Richtung entwickelte und sich meine Wünsche bezüglich der Handlung nicht mehr erfüllt haben.

Warum mir der Film trotz allem ziemlich gut gefallen hat? Zum einen, weil es einer dieser Filme war, bei dem man mal nicht das Gefühl hatte, dass zu viel oder zu wenig gezeigt wurde – tatsächlich hatte ich im Kino nicht einmal das Gefühl, dass der Film zu langatmig oder zu kurzatmig wäre, vielmehr war ich nach Ende des Filmes erstaunt, wie schnell die zwei Stunden vergangen sind. Zum anderen liegt meine Faszination für den Film auch an den wunderschönen Bildern, die mit der Kamera eingefangen wurden, allein Beverly mit ihrem roten langen Lockenhaar war bildschön, außerdem wurde das Licht auch so herrlich eingefangen und gespiegelt, die magischen Momente waren atemberaubend und keinesfalls künstlich oder lächerlich, sondern einfach nur wunderbar und passend.

Lieblingsszene? Die, nach der Peter und Beverly ins neue Jahr getanzt sind und Beverly sich im Anschluss daran vor ihrem Zelt, in dem sie geschlafen hat, entblößt hat, während sie genau wusste, dass Peter sie sieht. Hach, bei sowas kriege selbst ich Schmetterlinge im Bauch. Ich fand es überhaupt sehr schön, dass sie immer in einem Zelt schlief – gut, in Anbetracht der Tatsache, dass sie todkrank war, war das vielleicht weniger schön, aber irgendwie hat es mir trotzdem gefallen und ich war ein wenig neidisch darauf, dass sie stets Draußen schlief.

Fazit: Ich bin wirklich froh, „Winter’s Tale“ gesehen zu haben. Dieser Film hat es endlich wieder einmal geschafft, eine Liebesgeschichte auf die Kinoleinwand zu zaubern, die wirklich berührt und das Herz aufblühen lässt. Auch die Filmmusik hat dazu beigetragen, dass dieser Film ein ganz besonderer ist – keine typische 0-8-15-Liebesschnulze, sondern ein schönes, wirklich wunderschönes Drama mit herausragenden märchenhaften Elementen, gekrönt durch einen fabelhaften Soundtrack und wirklich guten Darstellungen der Schauspieler. Ich für meinen Teil bin begeistert, und wenn euch auch mal wieder nach einer besonderen Liebesgeschichte sein sollte, dann würde ich euch  „Winter’s Tale“ definitiv ans Herz legen. Es lohnt sich wirklich.

 

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3 Kommentare zu „„Winter’s Tale“ [Film ab(c)!]

  1. Ich hab den Film auch am Wochenende gesehen, der ist wirklich schön! Willst du auch das Buch lesen? Ich bin mir unsicher, muss ein Riesenwälzer sein und der Film nur ein Ausschnitt davon – mal sehen.

    1. Ich hätte schon unglaubliche Lust, das Buch dazu zu lesen, aber ich glaube nicht, dass ich dem jetzt oberste Priorität einräume…ich behalte es im Hinterkopf und wenn ich es irgendwann auf dem Flohmarkt oder im Antiquariat entdecken sollte, nehme ich es ganz bestimmt auch mit und werde es lesen, aber wenn es wirklich ein so dicker Wälzer ist, dauert es sicherlich auch noch Ewigkeiten, bis ich mich wirklich daran wage. :)

  2. Dankeschön! :) Ich glaube, mittlerweile könnte ich auch nicht mehr so gut zeichnen – damals habe ich fast jeden Tag gezeichnet, aber jetzt bin ich wohl schon zu sehr aus der Übung.

    Von „Naokos Lächeln“ habe ich schon viel gehört, vielleicht fange ich damit an. Jetzt muss ich aber erstmal die vielen Bücher lesen, die schon viel zu lange auf meinem Wunschzettel stehen. Aber danach wage ich mich vielleicht an einen Murakami. :)

    Liebe Grüße!

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