Bücher · Persönliches

My first Kindle…


So unfassbar lange habe ich mich gesträubt, habe die neuen Technologien verflucht und E-Books für die schlimmste und furchtbarste Entdeckung gehalten, die uns in den letzten Jahren so über den Weg lief. Ich habe darauf beharrt, selber nie, wirklich niemals auf einen E-Book-Reader zurückzugreifen und habe betont, wie wichtig es mir ist, ein Buch in den Händen halten zu können, die Seiten zwischen den Fingern zu spüren, den typischen Duft eines neuen Buches einzuatmen und es voller Stolz in mein Regal stellen zu können. Liesa und E-Books? Das war mir genauso unmöglich, wie die Vorstellung plötzlich Extremsport zu betreiben oder weit weg zu ziehen.

COLLAGE

Zeiten ändern sich und vor allem mich. Und so landete auf meiner spärlichen Geburtstags-Wunschliste nur ein einziger ‚großer‘ Wunsch: Ein Kindle. Ich halte mich selber noch für verrückt und kann nicht wirklich glauben, dass gerade ich mir tatsächlich einen E-Book-Reader gewünscht habe. Auch meine Mama war sehr stutzig, als sie meinen Wunschzettel sah. „Du einen Kindle, Liesa? Hast du nicht letzte Woche noch gesagt, wie sehr du solche Reader hasst und wie sinnlos du sie findest? Ich dachte immer, du müsstest alle deine Bücher im Regal zu stehen haben.“ Ja, hab ich gesagt, hab ich früher eigentlich auch immer gedacht aber trotz allem hat mich der Kindle-Reiz so enorm gepackt, dass ich mir gerade nicht vorstellen kann, ohne einen weiterzuleben. Okay, das klingt eventuell etwas überdramatisch, aber ich bin so neugierig darauf, wie es ist, auf einer Art Computer zu lesen, ob das das Lesevergnügen in irgendeiner Weise beeinflusst oder einschränkt und wie praktisch so ein kleines Teilchen im Alltag wohl sein kann. Ich hatte die Kindle-App bereits kurz nach Weihnachten auf mein Handy heruntergeladen, fand es aber auf dem kleinen Bildschirm ziemlich unangenehm zu lesen, weil man permanent am Umblättern war, auf einem etwas größeren Tablet könnte ich mir aber wirklich vorstellen, dass sich gerade die Bücher zu lesen lohnen, die man günstig auf dem Kindle herunterladen kann oder aber auch Englische Bücher oder jene Bücher, bei denen man sich nicht sicher ist, ob sie sich für das eigene Regal lohnen würden.

Ich und mein Kindle – das ist noch so ein neuer und frischer Gedanke und trotzdem kann ich mich schon jetzt nicht davon trennen. Ich und mein Kindle, mein Kindle und ich, es fühlt sich fast so an, als würde eine neue Ära beginnen und ich glaube, langsam dramatisiere ich wirklich etwas über, aber ich bin schon jetzt einfach so aufgeregt, welche wunderbaren Bücher ich mir zuerst kaufen werde und in mein virtuelles Bücherregal stelle, welches momentan noch vollkommen leer ist. Vielleicht ist ein virtuelles Bücherregal auch nicht ganz so befriedigend, wie eines, das im Zimmer steht und aus dem man einfach im Vorbeigehen ein Buch herausziehen kann, darin blättern kann und es sanft wieder in die Lücke zwischen den anderen Büchern zurückschieben kann, aber für einen wahren Bücherliebhaber macht es möglicherweise auch gar keinen großenn Unterschied – denn Buch bleibt irgendwo Buch, der Inhalt bleibt derselbe, der Lesevorgang an sich bleibt derselbe – nur das Umblättern, das wird mir wohl arg fehlen. Aber einen Reader zu besitzen ist ja nicht gleichbedeutend damit, überhaupt keine ‚echten‘ Bücher mehr zu kaufen – und so bin ich mir sicher, dass mein Kindle nicht dafür steht, dass ich analogen Büchern den Rücken kehre, sondern vielmehr dafür, dass ich meine reale Bücherliebe um eine virtuelle ergänze.

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Ich habe wunderbarerweise nicht nur einen Kindle zum Geburtstag bekommen, sondern noch unzählig viele weitere herrliche Geschenke, über die ich mich alle unsagbar gefreut habe, weil sie einfach alle so perfekt zu mir passen und ich wieder einmal auf’s neue überrascht war, woran meine Mitmenschen bei der Geschenkewahl gedacht haben und wie gut sie mich doch kennen. Auch drei Bücher waren darunter – „Delirium“ von Lauren Oliver, welches ich wirklich schon seit Ewigkeiten lesen möchte, „Südlich der Grenze, westlich der Sonne“ von Haruki Murakami, die Neuübersetzung von „Gefährliche Geliebte“, mit der ich ebenfalls schon seit Urzeiten geliebäugelt habe und „Der geheime Garten“ von Frances Hodgson Burnett, was zwar eher unter die Kategorie Kinderbücher fällt, was aber in meiner Kindheit irgendwie an mir vorbeigezogen ist, weswegen ich es jetzt sehr gerne lesen möchte. Geburtstag ist, trotz des Älterwerdens Jahr für Jahr, einfach eine wunderbare Angelegenheit, ich habe meinen Kuchen genossen (meine große Schwester hat die krasseste Torte aller Zeiten gebacken – ich glaube, ich habe noch nie etwas so mächtiges und leckeres gegessen wie ihre Torte) und auch das Wetter war so schön, dass wir einen ausgiebigen Spaziergang unternehmen konnten, ehe wir uns abermals mit gutem Essen vollstopfen konnten. Schon allein wegen des Kuchens freue ich mich jetzt schon wieder auf’s nächstes Jahr.

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2 Kommentare zu „My first Kindle…

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