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Jojo Moyes: „Weit weg und ganz nah“


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Inhalt: Einmal angenommen, dein Mann hat sich aus dem Staub gemacht. Du schaffst es kaum, deine Familie über Wasser zu halten. Deine hochbegabte Tochter bekommt eine einmalige Chance. Und du bist zu arm, um ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Plötzlich liegt da ein Bündel Geldscheine. Du weißt, dass es falsch ist. Aber auf einen Schlag wäre dein Leben so viel einfacher. Und einmal angenommen, du strandest mitten in der Nacht mit deinen Kindern am Straßenrand – und genau der Mann, das Geld gehört, bietet an, euch mitzunehmen. Würdest du einsteigen? Würdest du ihm irgendwann während eures verrückten Roadtrips gestehen, was du getan hast? Und kann das gutgehen, wenn du dich ausgerechnet in diesen Mann verliebst?

Meinung: Zugegeben, der Klappentext verrät viel, aber das fiel mir auch erst gerade eben ein, als ich ihn abgetippt habe. Mir ist nämlich gerade bewusst geworden, dass ich „Weit weg und ganz nah“ gekauft habe, ohne überhaupt zu wissen, worum es in dem Buch gehen wird und das ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass ich Jojo Moyes Schreibkünste sehr schätze – und das, obwohl „Eine Handvoll Worte“ mir damals gar nicht so gut gefiel. Jedenfalls habe ich das Buch in einem Anflug von Lernfrust gekauft und ich finde auch, dass es der perfekte Roman für meinen Einstieg in die Semesterferien war.

Da wäre zum einen Jess, bei der ich hin und hergerissen war, ob ich sie denn nun sympathisch finde oder nicht. Pro: Sie tut alles für ihre Kinder, ist aufopferungsvoll, liebevoll, erfinderisch und clever. Contra: Sie ist zu energisch, zu störrisch und unbesonnen, irgendwie zu kratzbürstig. Letztendlich dürfte aber die Pro-Seite gewinnen, denn wenn man die Umstände betrachtet, weshalb Jess so handelt wie sie handelt, wirft das ein ganz anderes Licht auf sie und ihr Verhalten und man beginnt mehr und mehr zu verstehen, aus welchen Gründen sie den Panzer um sich herum überhaupt aufgebaut hat. Sofort ins Herz schloss ich aber ihre Kinder und Ed. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen, aber: Ed ist klasse. Und Tanzie auch. Und Nicky am allermeisten.

Besonderes „Special“ an diesem Roman ist der Roadtrip. Ich liebe Bücher über Roadtrips, denn aus unerfindlichen Gründen, enden Roadtrips nie als normale Fahrten von A nach B, sondern werden von mehreren Schwierigkeiten, Hindernissen, Aufs und Abs begleitet und jedesmal, wenn ich von Roadtrips lese, habe ich das Bedürfnis danach, mich selber sofort ins Auto zu setzen und an das andere Ende der Welt zu flüchten. Gut, dem steht ein mir fehlender Führerschein entgegen, aber ich möchte trotzdem auch mal irgendwann etwas so aufregendes erleben. Der Roadtrip von Jess, Tanzie, Nicky und Ed und, nicht zu vergessen, dem Hund Norman, geht zwar nicht an das Ende der Welt, aber zumindest quer durch England bis nach Schottland. Und egal, wie lange ein Roadtrip geht, unliebsame Dinge passieren ja immer. Liebsame gelegentlich aber auch.

Jojo Moyes schreibt unglaublich schön. Ja, es ist so ziemlich ein Frauenroman und er ist an vielen Stellen so ziemlich vorhersehbar, aber er ist schön geschrieben und es tauchen doch immer wieder Dinge und Situationen auf, mit denen man so nicht gerechnet hätte. Außerdem schafft sie, was viele Autoren des Genres meiner Meinung nach nicht wirklich schaffen: Spannende,  interessante und – ganz wichtig – authentische Charaktere. Unterstützt wird dies hier dadurch, dass die Geschichte aus den verschiedenen Blickwinkeln der Protagonisten erzählt wird und die Handlungen so um einiges nachvollziehbarer wirken, weil wir genau in die Gedankenwelt der Figuren mit eintauchen dürfen. Und ich muss ebenso hinzufügen: Nach dem Beenden des Buches war ich wieder einmal etwas zu wehmütig und traurig und ich vermisse Jess und ihre Familie immer noch ziemlich sehr, weil sie mir während der 512 Seiten sofort ans Herz gewachsen sind. Jojo Moyes – wie wäre es, wenn Sie sich an eine Fortsetzung setzen würden…?

Fazit: Ich habe keine Ahnung, wie Jojo Moyes es schafft, denn obwohl ihre Bücher doch sehr realitätsnahe sind und das Leben ganz gewöhnlicher Leute widerspiegeln, gelingt es ihr, in ihren Romanen einen Hauch von Zauber und Magie zu versprühen. Ich habe „Weit weg und ganz nah“ geradezu verschlungen (ich habe ja aber auch sehr viel aufzuholen, da meine letzten Wochen leider eher lesearm waren) und es war der perfekte Roman, um ihn an meinem ersten sonnigen Semesterferientag auf einer Picknickdecke im Garten zu lesen. Wer noch auf der Suche nach einer leichten aber fesselnden und unterhaltenden Urlaubslektüre ist, dem kann ich „Weit weg und ganz nah“ jedenfalls nur wärmstens empfehlen!

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Ein Kommentar zu „Jojo Moyes: „Weit weg und ganz nah“

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