Bücher · Filme · Persönliches · Serien · Sowas wie Leben

Februar #2015


Es ist komisch – der Februar hat nur 28 Tage und dennoch kam er mir einfach nur eeendlooos lange vor – womöglich liegt es einfach an der Prüfungszeit, die ja bis Mitte des Monats andauerte und einfach enorm an meinen Nerven gezerrt hat, vielleicht war das aber auch nur Einbildung – ich für meinen Teil bin jedenfalls unfassbar froh, dass er vorüber ist und endlich der März beginnt, mein Lieblingsmonat (oder einer der hundert Lieblingsmonate, die ich so habe). Eigentlich war ich dem Februar gegenüber ja nie komplett negativ eingestellt, aber ich fürchte, dass Studium hat mich zu einer notorischen Februarhasserin gemacht, weil dort ja immer die Klausuren anstehen. Wie auch immer – ich freue mich auf den März, meine vorlesungsfreie Zeit, die ich mit meiner äußerst spannenden Studienarbeit füllen darf, auf so einige große Blogposts, die ich in Planung habe, auf die Biathlon-WM und meinen Geburtstag gleich zu Anfang des Monats und am allermeisten auf den Frühling.

123
(1) Das Grimm-Zentrum war wohl mein allerengster und verständnisvollster Freund in den letzten Wochen. Irgendwie vermisse ich die Atmosphäre dort ja fast, es hat manchmal ja sogar ein klein wenig Spaß gemacht, dort zu lernen und nachzuarbeiten. Aber nichts geht über den hauseigenen Schreibtisch, an dem man auch mit ungemachtem Haar und Schlafanzug sitzen kann. (2) Entspannung beim Lesen. Obwohl ich einen wirklich schönen Lesesessel habe, den ich zu meinem Einzug als Schnäppchen bei ebay-Kleinanzeigen ergatterte, lese ich wesentlich lieber auf dem Bet – ist einfach bequemer. (3) Lernzeugs, urghs. (4) Zwischen den Lernsessions muss auch mal ein Spaziergang drin sein – wenn auch nur bis zum Supermarkt und wieder zurück.

345Gelesen: Ich kann es immer noch nicht fassen, dass mein Lesemonat ganz und gar nicht so spärlich ausgefallen ist, wie ich erwartet hatte. Dank Prüfungsphase bezweifelte ich es ja, überhaupt ein Buch beendet zu bekommen – umso überraschter war ich, dass ich letztendlich doch auf sechs Bücher gekommen bin. Wie gut mir „Das Buch der verlorenen Dinge“ von John Connolly gefiel, habe ich euch ja schon erzählt. Danach begann ich mit „Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafon für das ich wirklich eine Ewigkeit brauchte. Es lag nicht daran, dass ich das Buch nicht mochte – eher das Gegenteil, ich war entzückt von der ersten Seite an (vielleicht folgt auch noch eine Rezension zu dem Buch, weil ich es wirklich sehr gerne mochte), aber mir fehlte einfach die Zeit. Den ganzen Tag wurde gelernt und abends schaffte ich dann nur noch 30 Seiten – wenn überhaupt – ehe mir die Augen zufielen. Deswegen begleitete mich dieser zauberhafte Roman den ganzen Februar über, was wunderbar war. Mitte des Monats habe ich dann ja noch beim #5Books7Days Readathon mitgemacht – ich habe vorher schon geahnt, dass ich unter absolut keinen Umständen die fünf Bücher schaffen würde, eben weil ich noch massenhaft zu lernen hatte, aber ich bin tatsächlich etwas überrascht, dass es mir doch gelungen ist, wenigstens vier Bücher zu lesene – auch wenn es alle recht kurze Bücher waren. Begonnen habe ich mit „Der Hüter der Erinnerung“ von Lois Lowry – ein unglaublich tolles Buch mit einer großartigen Idee, das in der Umsetzung allerdings durchaus seine Schwächen hatten. Ja, es ist ein Kinder-/Jugendbuch, aber ich fand es doch etwas vereinfacht geschrieben und auch die Charakterentwicklung fand ich etwas … lahm, mir fehlte etwas Pepp und Würze, eine emotionalere Bindung zu den Figuren, aber die konnte in der Kürze der Seiten einfach nicht aufgebaut werden. Danach las ich „Nick & Norah’s Infinite Playlist“ von David Levithan. Auch dieses Buch konnte mich nicht so ganz von sich überzeugen. Ich wurde einfach nicht warm mit Norah, mochte es aber an und für sich von der Grundidee schon ganz gerne – nur die Protagonisten waren mir einfach zu…impulsiv und teilweise unüberlegt. „Punktlandung in Sachen Liebe“ (einen kitschigeren Titel hätte man sich wohl nicht ausdenken können) von Jennifer E. Smith gefiel mir wiederum sehr gut – es war gar nicht soooo schnulzig und albern, wie ich erwartet hatte, sondern hatte auch etwas mehr Inhalt, als die Liebesgeschichte, die sich zwischen den Protagonisten anbahnte, was ich sehr mochte. Insgesamt war das auch mein Highlight der Woche, denn von Rainbow Rowell’s „Landline“ war ich etwas enttäuscht. Ich liebe Rowell’s Schreibstil, ihren Humor, den sie in ihre Bücher mit einfließen lässt und sie schafft wirklich stets unglaublich liebenswürdige Charaktere, aber…hmm. Das Buch hatte es inhaltlich einfach nicht so in sich. Ich fand die Idee lahm, ich fand das Ende unfassbar lahm und ich fand das mystische Element lahm. Es war dennoch ein recht vergnügliches Buch, aber halt auch nicht das, was ich von Rainbow Rowell erwartet hatte.

Gesehen: Anfang des Monats war ich im Kino und sah „The Imitation Game“, der mir immer noch klar in Erinnerung ist. Wow, einfach nur wow, man kann mich bei Filmen ja ohnehin leicht begeistern, aber bei diesem Film hat es auch einfach alles gestimmt, von vorne bis hinten und unten und oben und hach, ich mochte ihn wirklich sehr. Zuhause habe ich nach dem Lesen noch die Verfilmung zu „Der Hüter der Erinnerung“ geschaut, welcher mir gut gefallen hat, genau wie das Buch. Ich fand den Film sogar ein kleines bisschen besser, weil ich das Gefühl hatte, der Spannungsbogen wäre mehr ausgereizt geworden und auch mit den Charakteren, insbesondere mit Jonas, konnte ich mich im Film einfach wesentlich besser identifizieren, was mir im Buch einfach überhaupt nicht gelingen wollte. Serienmäßig habe ich „90210“ beendet – das Ende kam so abrupt und ich vermisse die Figuren jetzt schon ein wenig (Navid, mein Herz), aber dafür habe ich jetzt endlich mal „The Good Wife“ weitergeschaut und – oh mein Gott – die Serie wird meiner Meinung nach ab der vierten Staffel so viel besser! Nervte mich Alicia’s Reserviertheit und ichkannesgarnichtwirklichbeschreibenwasmichnochanihrnervte vorher noch so unglaublich, finde ich sie ab der vierten Staffel endlich einmal taff, geradlinig, stark und hundertmal sympathischer. Jetzt gerade stecke ich in der Mitte der fünften Staffel fest und ich finde echt, die Serie wird immer besser. Ich bin jedenfalls richtig froh, weitergeguckt zu haben, denn ich kann mir echt kein Leben mehr ohne Eli Gold vorstellen. Hach.

Gehört: Immer noch meine Lern-Playlist. Isbells und ganz viel All The Luck In The World. Ein kleines bisschen Taylor Swift. The Drums. Also alles wie immer, ich brauche dringend mal neue Musik. Empfehlungen gerne in die Kommentare.

456Gekauft: An der Stelle passt eigentlich auch gleich das Feedback zu meinem Februar-Projekt. Vorgenommen hatte ich mir: Nichts kaufen, außer Lebensmittel und notwendige Hygieneartikel und das gesparte Geld in die Reisekasse für Paris tun. Ähem. Also der Schuss ist irgendwie…gewaltig nach hinten losgegangen (again). Ich habe mich an min Kaufverbot nicht gehalten. Im Gegenteil. Ich kaufte ein Kleid, einen Cardigan, eine neue Jeans, drei Pullover, eine Handtasche, zwei Bücher und zwei E-Books, Moomins-Washi Tape, eine Schallplatte. Aber, man muss mir zugute halten (und ich weiß ehrlich gesagt auch bis jetzt nicht, wie mir das gelungen ist): Ich konnte dennoch 100€ in die Reisekasse legen. Ich rechtfertige meinen Online-Kaufrausch ein wenig damit, dass mich das Lernen so frustrierte und traurig machte, dass ich gar nicht anders konnte, als mich mit materiellen Dingen (und unfassbar vielen Süßigkeiten, meine Waage explodiert geradezu) zu trösten. Ja.

Was sonst so war: Nichts. Das war ein außerordentlich langweiliger und eintöniger Monat und ich hoffe, dass der März um einiges erfreulicher wird, auch wenn ich jetzt nahezu täglich an die Fesseln der Bibliothek der Juristischen Fakultät gebunden bin, um mich meiner Studienarbeit zu widmen. Aber dafür werde ich (hoffentlich) von Sonnenstrahlen und Vogelgezwitscher begleitet, hach hach hach.


Wie war euer Februar denn so? Gab es erfreuliche Momente und welche Bücher waren eure Favoriten? Trauert ihr dem Winter hinterher oder freut ihr euch wie ich auf den Frühling?

Advertisements

9 Kommentare zu „Februar #2015

  1. Mein Februar war fast genauso stressig wie deiner. Das Semester abschließen, Blockseminare und Arbeiten ab der Mitte und dann noch die anstehende Hausarbeit :| Irgendwie freue ich mich auf die wärmeren Tage, weil dieser Winter doch sehr naß und kalt war.
    Ich kann deinen Kaufrausch aber echt nachvollziehen. Viel lernen und dann noch nur das Nötigste kaufen? Ist ja doppelte Strafe :P

    Liebe Grüße,
    Susanne

  2. Das Grimm-Zentrum mag ich ja gaaaar nicht! Meine Schwester bezeichnet es gern als „Menschen-Fabrik“, und ich muss ihr da leider irgendwie Recht geben….
    Aber wenn es dir hilft und dich unterstützt, dann hat es ja seinen Zweck erfüllt!

    1. Ich muss sagen, ich hatte anfangs auch eine wirklich sehr tiefe Abneigung gegen das Grimm, aber dadurch, dass es in der Bibliothek der Juristischen Fakultät immer recht ‚laut‘ ist und alle durch die Gänge wuseln, wollte ich es doch nochmal im Grimm ausprobieren und war wirklich erstaunt, wie konzentriert die Atmosphäre dort ist. Am allerliebsten lerne ich aber am eigenen Schreibtisch oder sogar im Bettchen, aber da ist die Gefahr immer seeehr groß, dass ich mich ablenken lasse. :D

  3. Haha, schön, dass du The Good Wife jetzt doch noch mehr abgewinnen kannst. Die Serie legt aber auch extrem zu … wir haben ja schon getwittert. Ich denke sie war früher so reserviert, weil sie eben die „first lady“ (im übertragenen Sinne) war und eher nettes Beiwerk für schöne Zeitungsartikel und Pressefotos. Ihre professionelle Natur ist in dieser Zeit total ins Hintertreffen geraten und sie fühlt sich fehl am Platz und verloren, als sie wieder einsteigt. Und die Sache mit ihrem mann hängt ihr nach und kommt immer wieder zurück wie ein Bumerang … das äußert sich nur nicht so stark, weil man ihre Zeit als Politikerfrau vor den Skandalen ja nicht mitbekommen hat. Ich mochte die Serie ja auch, aber die 5. Staffel ist .. sensationell. Aber anfangs wars mir fast zuviel Schlammschlacht. Irgendwie wirkt es auf mich, als würden sie sich auf ein Serienende zubewegen. Was denkst du?

    1. Ich bin unfassbar froh, dass ich die Serie nicht sofort abgebrochen habe, ehrlich. Du hast recht, so habe ich noch gar nicht darüber gedacht, dass diese Distanziertheit und Reserviertheit daher rühren könnte – umso schöner finde ich es jetzt, wie unabhängig und tough Alicia geworden ist, das gibt der ganzen Serie gleich viel mehr Pepp. Mir gefiel schon die vierte Staffel unfassbar gut, aber die fünfte ist bisher einfach nur der Wahnsinn – ich mochte auch die Schlammschlacht anfangs total gerne, muss ich zugeben. :D Ich hab die fünfte Staffel noch nicht ganz zu Ende geschaut (nach Episode 15 brauchte ich erstmal eine Erholungspause, weil ich damit so absolut gar nicht gerechnet hatte), aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Serie bald ihr Ende findet. Ich kann mir auch irgendwie einfach nicht vorstellen, dass die Lücke, die Will’s Tod gerissen hat, auf Dauer aufgefüllt werden kann – er war einfach so unfassbar wichtig für die Handlung finde ich! Ich bin aber gespannt und für alles offen – vielleicht werden wir ja noch positiv überrascht!

  4. Ich freue mich schon sooooo sehr auf den Frühling. Endlich keine dicke Jacke mehr. Wieder mit dem Roller fahren. In der Sonne sitzen und das Leben genießen.
    Bei mir ist es auch sehr stressig im Moment in der Schule. Lernen. Lernen. Lernen. Das war meine Hauptbeschäftigung im Februar und wird es leider auch im März bleiben.
    Schau doch auch mal bei mir vorbei! :)
    https://wordsbyhannii.wordpress.com/

  5. Hahaha, den The Giver Film habe ich ja wirklich genau gegenteilig wahrgenommen. Lahme Handlung und stumpfe Figuren xD
    Dafür sind wir uns beim Imitation Game einig, so so toller Film <3 Die Story geht so ans Herz.

    Keine Ahnung, ob sich unser Musikgeschmack deckt, aber ich habe vor einer Weile Daughter für mich entdeckt. Eigentlich super für melancholische Herbstabende, aber zum momentanten Wetter passt's auch ;)

    Mein Lieblingsbuch im Februar war The Subtle Knife. Das hatte ich zuvor als Hörbuch gehört und war da gar nicht so begeistert wie jetzt ein paar Jahre später.

    1. Daughter finde ich auch klasse, ich hatte bisher nur 3 oder 4 Lieder gehört, aber Spotify hat noch massenweise mehr zu bieten, danke für den Tipp, das ist genau meine Sparte Musik! Von The Subtle Knife habe ich zu meiner Schande noch gar nichts gehört, werde mir gleich mal den Klappentext dazu durchlesen müssen! :D

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s