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Sandy Hall: „A Little Something Different“


Ich hoffe, ihr Lieben hattet alle ein wunderbares Osterfest mit vieeelem guten Essen, Süßigkeiten und einer schönen Zeit mit den Liebsten. Mein Osterhase war mal wieder besonders fleißig (ich bin mit Schokolade bis Weihnachten versorgt denke ich, es sei denn, ich stopfe sie weiterhin in diesem rasanten Tempo in mich hinein) und ergatterte sogar einen Büchergutschein (das schreit nach einer neuen Bücherbestellung) und den ersten Teil der gesammelten Mumins-Comics – ich bin ja großer Fan der Mumins und habe mich in letzter Zeit reichlich mit Merchandise eingedeckt und der Lieblingsjunge hat das gewittert und mir das Buch geschenkt – ich freue mich schon sehr, es zu lesen. Darum soll es heute aber gar nicht gehen – es geht um „A Little Something Different“, ein Buch, das mir mein Ostern irgendwie ganz schön vermiest hat. Okay, so schlimm war es nun auch nicht – enttäuscht war ich aber trotzdem.
alsdInhalt: The creative writing teacher, the delivery guy, the local Starbucks baristas, his best friend, her roommate, and the squirrel in the park all have one thing in common—they believe that Gabe and Lea should get together. Lea and Gabe are in the same creative writing class. They get the same pop culture references, order the same Chinese food, and hang out in the same places. Unfortunately, Lea is reserved, Gabe has issues, and despite their initial mutual crush, it looks like they are never going to work things out.  But somehow even when nothing is going on, something is happening between them, and everyone can see it. Their creative writing teacher pushes them together. The baristas at Starbucks watch their relationship like a TV show. Their bus driver tells his wife about them. The waitress at the diner automatically seats them together. Even the squirrel who lives on the college green believes in their relationship. Surely Gabe and Lea will figure out that they are meant to be together…

Meinung: Ich war mir sicher, so felsenfest davon überzeugt, dass ich „A Little Something Different“ mögen würde. Der Klappentext klang vielversprechend, die Rezensionen und Bewertungen auf goodreads klangen vielversprechend und besonders vielversprechend fand ich den Hintergrund, dass dieses Buch aus 14 verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird – und keine davon den beiden Protagonisten gehört. Gerade das war aber der Punkt, der mich letztendlich auch am meisten enttäuscht hat: Das Buch war aus 14 Blickwinkeln geschrieben, aber die Umsetzung dieser war in meinen Augen einfach katastrophal. Was nützt es, diese interessante Idee dem Roman zu Grunde zu legen, wenn jeder Blickwinkel sich gleich liest (außer vielleicht diese ekelhaft perverse Bank, die eigentlich die ganze Zeit nur über, ähem, Hinterteile redet), wenn man zwischen den Betrachtungen nicht differenzieren kann, wenn einfach alles zu gleich klingt? Ein großer Störfaktor war weiterhin, dass jeder dieser Blickwinkel sich nur auf eine extrem kurze Seitenzahl erstreckte – so erhielt man überhaupt nicht die Möglichkeit, sich in die Gedanken (die sich permanent nur um Gabe und Lea und wie toll die beiden denn nur zusammenpassen würden drehten) hineinzuversetzen. Ich hätte mir außerdem gewünscht, dass die Personen, aus deren Augen die Geschichte erzählt wird, etwas facettenreicher gewesen wären, wenn es nicht nur die ganze Zeit um Lea und Gabe gegangen wäre, sondern die Figuren durch vielschichtgere Gedanken etwas an Kontur und Charakter gewonnen hätte. So war das einfach nur schwach und ich war wirklich sehr schwer enttäuscht.

Ein weiterer Kritikpunkt hat sich eben schon angedeutet: Es ist mir klar, dass in einer Liebesgeschichte, die zwei Turteltäubchen im Fokus stehen, aber es gab eben nichts weiter im Buch, als diese angebliche Chemie, die zwischen Gabe und Lea bestand – das ganze war viel zu fokussiert auf die beiden und ließ keinen Raum für spannende Nebenentwicklungen oder tiefgründigere Gedanken. Die Chemie zwischen den beiden habe ich selber nur so selten gespürt, stattdessen erschien sie mir von der Autorin total erzwungen, indem jede der Erzählstimmen darüber sprach, wie toll die beiden zusammenpassen würden, das ganze wurde quasi von den Erzählern heraufbeschworen, ich als Leser hatte jedenfalls nicht das Gefühl, dass sich irgendetwas wirklich ernstes zwischen beiden anbahnen würde. Gerade dieses ständige „oh man, Lea und Gabe müssen endlich einmal zusammenkommen“ war für mich total eintönig und alles andere als romantisch und süß, sodass ich etwa bei einem Drittel ein bisschen genervt von dem Buch war.

Auch die Charaktere waren mir einfach kaum sympathisch. Okay, von den meisten hat man einfach auch gar nicht genügend gelesen und mitbekommen, um überhaupt so etwas wie Sympathie entwickeln zu können (denn niemand sprach dort über sich selbst, alle sind ja so schwer beschäftigt damit, Gabe und Lea zu shippen), aber besonders viele Minuspunkte hat Inga, die Lehrerin des Kreativen Schreibens Kurses, den Gabe und Lea beide besuchten, gesammelt. Erstmal fand ich es ohnehin ein bisschen kindisch, dass sie sich jedes Jahr irgendwelche Menschen aus ihren Kursen auserwählt, und diese verkuppelt, nur weil sie denkt, sie hätte ein drittes Auge und wüsste, wann Studenten gut zueinander passen würden, nein, so richtig verhasst wurde sie mir erst, nachdem sie die arme Hillary ständig grundlos (!) heruntergemacht und über sie gelästert hat, nur weil sie ihre ach so tollen Pläne mit Lea und Gabe durchkreuzt hat. Das ging einfach mal gar nicht, schlimm genug, dass Lea’s Freundin genauso über sie hergezogen haben, aber als Lehrerin ist das absolut unprofessionell, voreingenommen und nicht nachvollziehbar.

Kommen wir zu Gabe und Lea – wie gesagt, direkt in ihre Köpfe gucken durften wir nicht, aber ehrlich gesagt bin ich auch froh darüber. Den Erzählungen nach waren mir beide nicht unbedingt sympathisch und ich konnte ehrlich gesagt auch nicht glauben, dass beide College-Studenten sein sollen – mir war eher nach Kindergarten. Wie kann man nur so derart unfähig sein, zu kommunizieren? Ich kann mir diese „awkward glances“, die die beiden sich permanent zurückhaltend lächelnd zugeworfen haben, einfach nicht vorstellen – weil das in meiner Vorstellung wirklich awkwardawkward gruselig erscheint und nicht süß, unschuldig und liebenswürdig, wie es wohl eigentlich von der Autorin beabsichtigt war. Beide hatten für mich auch einfach so gar keine Persönlichkeit, kaum Interessen, Vorlieben, ich konnte mir einfach so absolut kein wirkliches Bild von ihnen machen. Und, was ich mich auch gefragt habe: Klar, möglicherweise gibt es so etwas wie Liebe auf dem ersten Blick, aber diese beiden haben sich einfach das ganze erste Semester einfach nur ANGESTARRT ohne wirklich ein Wort zu wechseln – woher zum Teufel wollen die denn wissen, dass die so wunderbar zusammenpassen? Schüchternheit als gemeinsamer Faktor ist kein Kriterium für eine potentielle Partnerschaft. Gerade das hat für mich die Glaubwürdigkeit der Geschichte ganz schön ins Wanken gebracht. Dazu kommt dann noch der unrealistische Fakt, dass die beiden sich ständig zufällig an denselben Orten aufhalten, zur selben Zeit Essen bestellen, zur selben Zeit im Bus sitzen, zur selben Zeit über den Campus laufen, zur selben Zeit im Starbucks sind…Und es war ja klar, dass Gabe noch irgendein ‚krasses‘ Geheimnis hütet, weswegen er denn überhaupt so zurückhaltend ist. Fand ich ja auch eher so lala.

Fazit: Obwohl ich die Grundidee der verschiedenen Erzählstimmen immer noch fabelhaft finde, hat „A Little Something Different“ mich ganz schön enttäuscht zurückgelassen. Nicht nur, dass die Charaktere eindimensional und farblos waren, so hat mich das Buch einfach nicht in seinen Bann ziehen können und ich habe mich eigentlich fast die ganze Zeit nur darüber aufgeregt, wie wirklichkeitsfremd, vorhersehbar und redundant das ganze war. Über den Schreibstil von Sandy Hall kann ich mich nicht beschweren, ich wünschte mir nur, sie hätte dem Buch ein wenig mehr Tiefe gegeben, die Erzählstimmen mehr ausdifferenziert (und die denkende Bank ganz weggelassen) und das Buch etwas vielfältiger gestaltet. Für Leser, die eine süße Liebesgeschichte im College suchen, die nicht besonders anspruchsvoll ist, dürfte das genau das richtige sein. Ich habe offensichtlich schon zu viele Bücher dieser Art gelesen, denn mich konnte es einfach nicht packen. Deswegen gibt es 2 von 5 Sternen.

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6 Kommentare zu „Sandy Hall: „A Little Something Different“

    1. Oh, das ist durchaus eine Überlegung wert! Aber vielleicht warte ich noch, bis ich alle Comicbände habe, um dann so eine ‚Gesamt-Rezension‘ zu machen. Behalte ich auf jeden Fall im Hinterkopf! :D

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