Bücher

Gelesen #Mai


Verzeiht es mir – statt des üblichen ellenlangen Monatsabschlussposts gibt es aus Zeitmangel heute nur meine gelesenen Bücher aus dem Mai, diese dafür aber zum Ausgleich mit Kurzrezensionen. Insgesamt habe ich etwa 2900 Seiten gelesen (es fällt mir etwas schwer, die genaue Zahl abzuschätzen, da eine FanFiction dabei war, die leider keine Seitenzahl hatte, deren Länge ich aber auf gut 300 Seiten geschätzt habe).

book

„Das Lied von Eis und Feuer #08: Die Dunkle Königin“ [George R. R. Martin]: Wie ich bereits vorhersehen konnte, ist auch der achte Band nicht mein liebster Teil der Reihe geworden – zwar geschah am Ende etwas, dass mich ein wenig mit Schadenfreude erfüllte und was ich so absolut nicht erwartet hatte, aber irgendwie war mir die Handlung dennoch ein bisschen zu dröge und schleppend, auch wenn ich das Buch relativ schnell weggelesen habe (vermutlich auch deswegen, weil in diesem Teil, anders als bei Band 7, nicht so dermaßen oft aus der Perspektive Unbekannter erzählt wurde, bei denen man erst einmal mehrere Seiten brauchte, um überhaupt zu begreifen, in welchem Kontext man sich gerade befindet). Umhauen konnte es mich trotz allem nicht, aber dafür bin ich jetzt umso gespannter auf die noch ausstehenden zwei Teile, die ich gar nicht so schnell lesen möchte, weil ich nicht so lange auf die noch nicht erschienenen Bände warten möchte. George R. R. Martin soll mal aus dem Knick kommen, das hält doch sonst keiner aus! 3/5 Sterne

„Sandhamn #06: Tod in Stiller Nacht“ [Viveca Sten]: Wer die Reihe nicht gelesen hat, wird wenig mit ausschweifenden Worten dazu anfangen können, aber lasst mich so viel sagen: Ich lese sonst wirklich nie Krimis oder dergleichen, aber diese Reihe gefällt mir trotzdem so gut, dass ich ernsthaft erwäge, all meine Vorbehalte einmal über Bord zu werfen und noch mehr Bücher aus dieser Ecke in mein Regal einziehen zu lassen. Besonders gut gefällt mir hier, dass es nicht nur um die Kriminalfälle geht, sondern dass die Charaktere richtig schön mit Leben gefüllt werden und man die Geschichte stets aus verschiedenen Blickwinkeln serviert bekommt. Mochte ich sehr! 4/5 Sterne

„Anna and the French Kiss“ [Stephanie Perkins]: Dieses Buch las ich letztes Jahr bereits auf Deutsch, allerdings habe ich es meiner kleinen Schwester geschenkt, nachdem es ihr so gut gefallen hatte und habe mich deswegen mit der englischen Version, die ich vom Cover her ein wenig schöner fand, eingedeckt. Auch beim zweiten Mal lesen gefiel mir die Geschichte noch, allerdings ist die Euphorie, die mich letztes Jahr noch fünf Sterne an das Buch verteilen ließ, dieses Jahr flöten gegangen und hat nur vier dagelassen. Ich weiß nicht, aber mein Bauchgefühl sagte mir einfach, dass das kein 5-Sterne-Material ist und ich befürchte, das liegt daran, dass ich so langsam den Büchern, die tatsächlich zu 99% auf Liebesbeziehungen aufbauen, entwachsen bin und Geschichten mit mehr Gehalt und Tiefe lesen möchte. Für die leichte Lektüre zwischendrin ist dieses Buch trotzdem perfekt – wer noch auf der Suche nach einem Buch für den Sommer ist, sollte hier auf jeden Fall zuschlagen und wird sicherlich nicht enttäuscht! 4/5 Sterne

„Lola and the Boy next Door“ [Stephanie Perkins]: Auch der zweite Band der Reihe durfte diesen Monat bei mir einziehen (nur den dritten verschmähe ich noch etwas, da er mir im Moment noch zu teuer ist) und auch dieser gefiel mir ganz gut, auch wenn mir die Geschichte hier irgendwie zu vorhersehbar war und ich außerdem auch ein bisschen von der Autorin enttäuscht wurde, weil sie einen Charakter in meinen Augen total verbogen hat, nur um ihre perfekte Lovestory am Ende zu bekommen und das alles nicht zu weit hergeholt aussehen zu lassen. Gerade das schien in meinen Augen aber total an den Haaren herbeigezogen, weswegen ich das Buch danach nur noch so halbwegs genießen konnte. Gefallen hat es mir aber trotzdem – auch dieses Buch eignet sich perfekt als Urlaubslektüre für den Sommer finde ich. 3/5 Sterne

„Shatter Me“ [Tahereh Mafi]: Nein, nein, einfach nur nein. Das schlimmste war nicht einmal der Schreibstil, mit dem ich wirklich so ziemliche Probleme hatte, weil er vor Vergleichen und Metaphern, die teilweise an Sinnlosigkeit und Gewolltheit nicht zu übertreffen waren, überquoll, nein, viel schlimmer fand ich eigentlich, dass dieses Buch als Dystopie beschrieben wurde, aber so gar keine war, weil es eigentlich nur um die Lovestory ging. Was nicht zwingend schlimm ist, ich lese sehr gerne Liebesgeschichten, sogar dann, wenn sie richtig kitschig sind, aber bei alledem darf eine ausgearbeitete dystopische Welt einfach nicht fehlen. Hier kriegen wir ein paar Bruchstücke zum Fraß vorgeworfen, anschließend wird unser Magen, der noch knurrt vollständig ignoriert und sich lieber darauf konzentriert, dass die Figuren sich auch oft genug küssen und ihre Liebe beteuern. Gefiel mir gar nicht und ich bin noch sehr unsicher, ob ich die Folgebände lese oder es lieber sein lasse und Zeit und Geld sinnvoller investiere. 2/5 Sterne (wobei ich das vielleicht noch einmal überdenken und sogar auf einen Stern umkorrigieren sollte)

„Abbitte“ [Ian McEwan]: Ich habe noch nie etwas von Ian McEwan gelesen, war wirklich gespannt, was dieses Buch so zu bieten hat und wurde nicht enttäuscht: Ich bin mir sicher, dass dieser ausschweifende Schreibstil und der sehr gemächliche Aufbau der Geschichte nicht jedermanns Geschmack sind, meiner wurde damit aber vollständig getroffen und ich war wirklich so ziemlich begeistert von dem Roman. Insbesondere die verschiedenen Teile, die sich auf unterschiedliche Zeiten und Orte beschränkten, gefielen mir sehr gut, zudem hat McEwan es geschafft, ein klares und interessantes Bild der Charaktere abzugeben und alles so zu beschreiben, dass man es quasi bildlich vor sich sieht (so bildlich, dass ich bei der Beschreibung von Kriegswunden einige Seiten nur überfliegen konnte, weil es so übelkeitserregend detailliert war). Einziger Minuspunkt ist, dass ich, gerade weil der Rest des Buches von recht ausgiebigen Darstellungen profitierte, eine etwas weitergehende Schilderung der Konsequenzen von Brionys Handeln, welches das Schicksal zweier Personen komplett ruiniert, gehabt hätte, gerne aus der Sicht von Cecilia, der Schwester von Briony, die unmittelbar davon betroffen war. 4/5 Sterne

A Wonderful Caricature of Intimacy“: Auf meinem Blog hier dürfte es ja kein Geheimnis mehr sein, dass ich größter Fan von Dramione-FanFictions bin – einfach kein Pairing reizt mich so sehr wie dieses und so lese ich von Zeit zu Zeit sehr gerne ‚waswärewenn‘-Geschichten über die beiden, in denen sie das Schicksal irgendwie zusammenbringt und ach. Diese Geschichte spielt einige Jahre nach dem Ende ihrer Schulzeit, als sich Draco Malfoys und Hermine Grangers Wege wieder kreuzen und sie einen Vertrag schließen, um ihrer beiden Existenzen abzusichern. Daraus wird dann aber mehr. ;))) Mehr möchte ich auch gar nicht verraten – man muss schon Fan dieser ungewöhnlichen Konstellation sein, um so etwas gerne zu lesen, aber diese FanFiction war wirklich unfassbar gut geschrieben, hatte einen durchdachten Plot und bekam von mir deswegen 4/5 Sternen.


Welches Buch war euer Highlight im Mai? Habt ihr eines der von mir gelesenen Bücher ebenfalls schon gelesen, wenn ja, wie denkt ihr darüber?

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10 Kommentare zu „Gelesen #Mai

  1. McEwan interessiert mich auch. Überhaupt besitze ich kein einziges Buch von Diogenes, das sollte ich dringend ändern. Nach meiner BKP natürlich. ;)

      1. Ja, eben. Ich mag die schlichte Eleganz (ach je, sollte jetzt nicht so affektiert klingen) und das einheitliche Design der Bücher, sieht bestimmt schön im Regal aus. Wirklich preisgünstig sind aber auch die Taschenbücher nicht. 12,90 für ein TB finde ich schon recht teuer.
        Welchen Roman von McEwan kannst du mir als Einstieg empfehlen? Abbitte sagt mir wegen der Verfilmung was, aber gesehen habe ich den Film nicht.

      2. Nein, ich weiß genau was du meinst, ich liebe einfach, dass sie alle weiß sind und eine einheitliche Größe haben und die Schrift ist auch so schön und schlicht! Und was den Preis betrifft: Mediiimooops. :D
        „Abbitte“ ist das erste Buch, das ich von McEwan gelesen habe, deswegen kann ich gar nichts weiter empfehlen, aber mir wurde von einem Ian McEwan-Fan gesagt, dass „Amsterdam“ wohl besonders schön wäre. Den Film zu „Abbitte“ habe ich bisher auch noch nicht gesehen, das will ich aber bald noch nachholen.

    1. Bisher bin ich noch nicht dazu gekommen, aber ich habe fest vor, den Film noch zu schauen, zumal Keira Knightley ja sogar eine meiner absoluten Lieblingsschauspielerinnen ist. 😊

  2. Von Ian McEwan will ich auch unbedingt noch etwas lesen, ich glaube da strolche ich hier bald mal in die Bibliothek und nehme mir etwas mit. Hab aber auch etwas Befürchtungen vor dem ausschweifenden Stil, irgendwann habe ich mal in das erste Kapitel von „Abbitte“ reingelesen und so richtig hat mich das nicht gepackt. Aber ich müsste mir wahrscheinlich einfach ein klein wenig mehr Zeit nehmen dafür :]

    1. Ich habe den Tipp bekommen, dass „Amsterdam“ von ihm noch ziemlich gut sein soll, da wollte ich dann als nächstes reinschmökern. Aber es stimmt schon, gerade für „Abbitte“ musste man wirklich ein bisschen geduldig und in der richtigen Stimmung dafür sein.

      1. Wie lange hat es denn bei dir gedauert, bis du dann richtig „drin“ warst? Vielleicht gibt mir das ja wieder ein bisschen Motivation das noch mal aus der Bib auszuleihen :]

      2. Ich muss sagen, dass ich von Anfang an keine Schwierigkeiten mit dem langsamen Erzählstil hatte und mir dieser langgezogene erste Teil sogar besser gefiel, als die etwas lebhafteren Schilderungen in Teil 2 und 3 des Buches, deswegen glaube ich, man muss einfach ein wenig in der Stimmung dafür sein und darauf eingestellt sein, eine etwas langatmigere Erzählung zu lesen, bei der sich der Spannungsbogen gaaaaanz gemächlich aufbaut. :)

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