Bücher · Rezension

[Rezension] Brandon Sanderson: „Der Rithmatist“


trBrandon Sanderson/ „Der Rithmatist“
Heyne>fliegt, 13.07.2015
432 Seiten, Gebunden, 14,99€

 SZ Inhalt

Wie wird man Magier, wenn man nicht zaubern kann? Mit diesem Problem kämpft Joel tagtäglich, denn nichts wünscht er sich sehnlicher, als ein Rithmatist, ein berühmter Kreidemagier, zu werden. Doch so sehr er sich auch bemüht, seine Kreidefiguren bleiben leblos – bis zu dem Tag, an dem plötzlich das Schicksal aller Rithmatisten auf Joels Schultern ruht. Einem Tag, an dem eine lange verborgene Gabe in ihm erwacht …

SZ Meine Meinung

Joel wünscht sich nichts mehr, als ein Rithmatist zu sein. Rithmatisten – das sind diejenigen Menschen, die die Magie des Kreidezeichnens beherrschen und Kreidelinien zum Leben erwecken können. Doch Joel gehört nicht zu den Auserwählten, ist nur ein ganz gewöhnlicher Junge, der aber wenigstens das Glück hat „Armedius“, die Schule, in der Rithmatik gelehrt wird, zu besuchen. Seine fehlenden magischen Fähigkeiten hindern ihn allerdings auch nicht daran, tief in die Theorie und Geschichte der Rithmatik einzudringen und die komplexen Angriffs- und Verteidigungsmöglichkeiten verstehen zu wollen und sich damit auseinanderzusetzen. Als er die Assistenzstelle beim Rithmatik-Professor Fitch erhält kann Joel sein Glück kaum fassen, da er hofft, nun noch näher mit der Theorie vertraut zu werden. Überschattet wird dies aber davon, dass etwa zeitgleich Rithmatikschüler spurlos verschwinden – und alles, was an ihren Entführungsorten zurückbleibt, sind seltsame Kreidezeichnungen, deren Bedeutung sich nicht aus Büchern ergibt. Die Ermittlungen beginnen – und irgendwie ist Joel mittendrin.

Ich hatte große Erwartungen an das Buch – was eigentlich komisch ist, da dies mein erstes Buch von Brandon Sanderson ist und ich mir zuvor auch kaum Rezensionen dazu durchgelesen hatte – aber irgendwie hatte ich intuitiv das Gefühl, dass „Der Rithmatist“ ein gutes Buch sein müsste. Zuerst hatte ich etwas Angst, dass mich die Welt der Rithmatik überfordern könnte, aber dem ist absolut nicht so. Im Gegenteil, Brandon Sanderson hat vor Beginn eines jeden Kapitels stets die Magie der Kreidezeichnungen näher erläutert und dem Lese so bildlich nahegebracht, wie das mit der Verteidigung und auch dem Angriff denn so klappt und wie man als Rithmatist ganz besonders erfolgreich kämpft. So konnte man sich bereits während des Lesens einen guten Überblick verschaffen und hatte genau vor Augen, wovon Professor Fitch und Joel redeten, wenn sie mal wieder über die Eaton-Verteidigung diskutierten.

Ein weiterer Pluspunkt waren die Charaktere. Ich hatte zwar das Gefühl, dass das Buch für ein etwas jüngeres Publikum (14-18) geschrieben ist, aber trotzdem konnte ich die Handlungen und Emotionen der Protagonisten stets nachvollziehen. Besonders die störrische und ziemlich einzigartige Melody mit ihrem roten Haar und den Einhorn-Kreidlingen konnte mich überzeugen, aber auch die restlichen Figuren (Professor Fitch!) hatten ihren Charme. Manchmal war Joel mir etwas zu besessen von der Rithmatik, aber andererseits konnte ich selbst das irgendwo gut nachvollziehen – Leidenschaft ist eben Leidenschaft.

Außerdem Pluspunkt: Keine nervige Liebesgeschichte, die vom Hauptgeschehen ablenkt. Stattdessen setzt Brandon Sanderson auf die Stärke von Freundschaft – Joel und Melody sind zwei Außenseiter, beide auf ihre eigene Art und Weise, und trotz ihrer anfänglichen Streitereien und Kabbeleien haben die beiden es geschafft, eine wunderbare Freundschaft aufzubauen. Davon gerne mehr im folgenden Band!

Gerade zum Ende hin nimmt das Buch nochmal richtig an Fahrt auf. Ich muss gestehen, zu Beginn hatte ich zwar nicht wirklich Schwierigkeiten, mich in die Welt der Rithmatisten hineinzufinden, aber so richtig fesselnd wurde es dann wirklich erst zum Schluss. Da gab es so einige spannungsgeladene Szenen und gerade das Ende lässt viel Hoffnung für einen großartigen zweiten Band – auf den wir aber offensichtlich noch etwas warten müssen, da dieser wohl nicht vor 2017 erscheinen wird.

„Der Rithmatist“ ist ein fantastisches Jugendbuch, das auf wunderbare Weise Krimi, Fantasy und Steampunk miteinander vereint, eine komplett neue, unverwechselbare Welt und absolut liebenswürdige Charaktere kreiert hat und dabei völlig ohne die Klischees auskommt, die normalerweise bei Jugendbüchern im Vordergrund stehen. Wer Lust hat, das Rätsel umd die Rithmatik – und auch das, um die verschwundenen Schüler – zu ergründen, sollte nicht zögern, sondern „Der Rithmatist“ eine Chance geben und sich davon genauso bezaubern lassen, wie es mir geschah. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und außerdem auch eine riesengroße Portion Vorfreude auf die Fortsetzung.

Vielen Dank an Heyne>fliegt für das Zusenden dieses Rezensionsexemplares!

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