Bücher · Rezension

[Kurzrezension] Paullina Simons: „The Bronze Horseman“


tbhPaullina Simons/ „The Bronze Horseman“
William Morrow Paperbacks, 8.9.2009 [English]
Paperback, 832 Seiten, 9,05€
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SZ Inhalt

Ein mitreißender Roman vor der prachtvollen Kulisse der goldenen Paläste Leningrads.

An einem warmen Sommertag 1941 begegnet Tatiana dem jungen Offizier Alexander, der Liebe ihres Lebens. Doch Alexander hütet ein Geheimnis, das so lebensgefährlich ist wie der Krieg, der vor den Toren Leningrads steht. Werden sie jemals ihre Gefühle füreinander zeigen können?

„Doktor Schiwago“ und „Vom Winde verweht“ in einem Buch!

SZ Meine MeinungWas mir gefiel:

+ Wow, was war das nur für eine unglaublich mitreißende, eindringlich geschilderte, außergewöhnliche und dramatische Liebesgeschichte! Ich bin noch immer ganz baff von diesem 800 Seiten-Wälzer, der mich so dermaßen mitfiebern und mitleiden ließ, wie kaum ein anderer (Liebes-)Roman, den ich bisher gelesen habe. Die Geschichte setzt zu dem Zeitpunkt ein, als der zweite Weltkrieg 1941 auch in Russland und somit Leningrad ausbricht und für unglaublich viel Not und Elend sorgt. An diesem Tag begegnen sich Tatiana und Alexander zufällig und die unaufhörliche Verflechtung ihrer Schicksale beginnt. Dabei ist es der Autorin gelungen, ein extrem realistisches Bild von Leningrad im Krieg zu zeichnen und den Leben-/Leidensweg der Protagonisten – auch wenn er nur fiktiv ist – authentisch aufzuzeichnen.

+ Der Schreibstil hebt sich zwar nicht besonders von dem anderer Romane ab, wie ich finde, was aber absolut nichts negatives ist – das Buch ließ sich trotz seiner Dicke ziemlich schnell weglesen, was daran lag, dass die Autorin Dialog und detaillierte Beschreibungen gekonnt abwechselte und somit auch für den nötigen Spannungsbogen sorgte.

+ Tatiana hat (vor allem durch den Krieg) so eine unheimlich tolle Charakterentwicklung durchgemacht! Während sie anfangs noch naiv, gutgläubig und irgendwie verträumt-trödelig war, wurde sie im Laufe des Romans zu einer stolzen, starken, aufrichtigen und insbesondere auch gutherzigen Frau – ihr oftmals so selbstloses und liebenswürdiges Handeln beeindruckte mich sehr. Gerade in so schweren Zeiten wie im Krieg kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man zum Egoismus neigt, aber Tatiana ist das komplette Gegenteil – wie sehr sie sich für die, die sie liebt aufopfert und immerzu versucht, allen das Leben zu erleichtern, macht sie fast ein wenig zu einem Idol.

+ Alexander. Einfach nur hach. Ich hatte zwar auch gelegentlich – gerade in der letzten Hälfte des Buches – so einige Male Schwierigkeiten mit ihm, weil er mir teilweise einfach zu dominant und sturköpfig war, aber trotzdem war es Liebe von der ersten Seite an. Seine (eher selten zum Vorschein tretenden) negativen Charakterzüge werden nämlich definitiv von seiner Großherzigkeit, seinem Charme und seinem ausgeprägten Beschützerinstinkt kompensiert und ich habe ihn wirklich unfassbar schnell unfassbar lieb gewonnen.

Was mir nicht so gut gefiel:

~ Ich bin großer Fan von langatmigen und wirklich detaillierten Beschreibungen in Büchern, so lange sie gut geschrieben sind und auch hier ist es nicht so, als hätte es mich gestört, aber irgendwie denke ich trotzdem, man hätte den Roman um mindestens 150 Seiten kürzen können, ohne dass etwas von der Handlung und den Gefühlen und Gedanken der Protagonisten verloren gegangen wäre. Gerade, wenn ein und dieselbe Sache in diesem Buch einfach wieder und wieder geschildert wird, macht es das Geschehen irgendwann nur unnötig redundant und man lechzt einfach nur danach, dass endlich mal wieder etwas neues passiert und die Handlung sich nicht in einer endlosen Dauerschleife verstrickt.

Insgesamt allerdings fällt dieser Kritikpunkt kaum ins Gewicht, weil mich das Buch trotz allem umgehauen hat. Simons ist es gelungen, einen Liebesroman zu schreiben, der zwar Wagenladungen an Kitsch enthält, aber trotzdem unter keinen Umständen als eine triviale Schnulze abgestempelt werden kann. Für mich steht fest, dass ich den zweiten Teil definitiv auch noch lesen möchte (auch wenn man bereits den ersten Teil gut alleine stehen lassen könnte), um weiter daran teilhaben zu dürfen, was im Leben der beiden geschieht und welche Steine ihnen weiterhin noch in den Weg geworfen werden. Für mich ist „The Bronze Horseman“ ein Buch, das in Erinnerung bleibt, das das Herz erwärmen und gleichzeitig in tausend Fetzen zerreißen kann und definitiv einen Platz in der Sammlung meiner liebsten Bücher erhalten hat. Ich vergebe 5 von 5 Sternen und kann das Buch jedem, der auf der Suche nach iner einzigartigen Liebesgeschichte ist, nur ans Herz legen!

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11 Kommentare zu „[Kurzrezension] Paullina Simons: „The Bronze Horseman“

    1. Vielen Dank! Ja, die englische Ausgabe hat es mir im Gegensatz zur deutschen richtig angetan, weil sie so schön gestaltet ist. :) Ich wünsche dir auch einen wunderschönen Tag!

  1. Das ist so cool, dass dieses Buch immer wieder von neuem Anerkennung bekommt. Ich hab es vor mehr als 10 Jahren von meiner Patentante bekommen, die meine Leseleidenschaft schon immer unterstützt hat und ich liebe die neuen Cover und spiele ernsthaft mit dem Gedanken es mir noch einmal in English zu holen. Auch der Titel rahmt den Inhalt besser ein, als die deutsche Version. Ich erinnere mich noch daran, dass ich damals den schlimmsten Buchkater meines Lebens gehabt hab, als ich the Bronze Horseman endlich durchhatte. Es war so wundervoll, einfach eines von diesen Büchern an die man sich erinnert und die ganz weit oben auf der Reread-Liste stehen. Ich hab von der Reihe den zweiten Teil schon durch, aber scheue mich sehr vor dem Dritten.

    Liebe Grüße,
    Susanne

    1. Die Cover sind wirklich einzigartig – ich glaube sogar, dass ich das Buch noch etwas aufgeschoben hätte, wenn mir das Cover nicht so zugesagt hätte – es sieht einfach so harmonisch und schön aus! Ich habe jetzt schon von richtig vielen gehört, dass sie einen Book-Hangover nach diesem Roman hatten, aber das spricht ja wirklich nur für den Roman. Ich werde die nächsten Teile ganz bestimmt auch noch lesen, weil ich gar nicht genug von dem Schreibstil und den Charakteren bekommen kann – allerdings gibt es irgendwie echt wenige, die bis zum „bitteren Ende“ durchgehalten haben und alle Teile gelesen haben, jedenfalls kommt mir das so vor. Woran das wohl liegt?
      Ganz liebe Grüße und einen tollen Start in die Woche! <3

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