Bücher · Inspirierende Personen

[Blogparade] Die Heldin meiner Kindheit


DSC_1412Lesen ist etwas, das mich seit meiner frühsten Kindheit begleitet. Schon als kleines Mädchen habe ich meine Nase oft und gerne in Bücher gesteckt und mich von den Abenteuern verzaubern lassen, die meine Bücherhelden und -heldinnen so erlebten und viel zu oft habe ich mich schon damals an die Orte geträumt, die in den Büchern beschrieben wurden. Ein Name, der dabei für immer mit meiner kindlichen Bücherliebe in Verbindung stehen wird, ist Astrid Lindgren. Wie gerne habe ich ihre Bücher gelesen, welch eine Freude war es, sich auch beim zehnten Mal „Wir Kinder von Bullerbü“ noch genauso zu wünschen, einmal nur mit Lisa und Inga und Britta und Lasse und Bosse und Ole spielen zu können, wie witzig fand ich auch beim dreizehnten Mal die Erlebnisse von Pippi Langstrumpf und auch nach dem unzähligsten Mal Lesen hielt ich Kalle Blomquist für den talentiertesten Detektiv auf dieser Welt. Astrid Lindgren hat meine Kindheit mit ihren Büchern so sehr bereichert, dass ich unglaublich froh bin, eben noch diese Blogparade von Ramona entdeckt zu haben. Anlässlich der Veröffentlichung von Astrid Lindgrens Tagebüchern aus den Kriegsjahren, hat sie sich gedacht, dass es doch schön wäre, ein paar Worte über die wunderbare Astrid zu verlieren – und genau das möchte ich jetzt auch tun.

DSC_1405Begonnen hat meine Liebe zu Astrid Lindgren wie gesagt bereits relativ früh. Schuld daran war meine Mama, die mir als kleines Kind Abend für Abend „Pippi Langstrump“, „Michel“ oder „Die Kinder von Bullerbü“ vorlas. Als ich dann älter wurde, begann ich, selber in die Geschichten einzutauchen und ich konnte gar nicht genug bekommen von diesen wundervollen Wohlfühlgeschichten. Dabei gefiel mir von Jahr zu Jahr ein anderes Buch der Autorin besser – während ich als kleines Mädchen ganz besonders gerne „Die Kinder aus Bullerbü“ und „Lotta aus der Krachmacherstraße“ las, mochte ich später „Madita“ und „Michel aus der Suppenschüssel“ am liebsten. Danach folgte eine „Ronja Räubertochter“-Phase, die abgelöst wurde von einer ziiiiiemlich langen „Kalle Blomquist“-Anhimmelei. Zuletzt schafften es „Mio, mein Mio“ und „Die Brüder Löwenherz“ in mein Herz – kein Wunder, denn gerade in diesen Büchern beschreibt Astrid Lindgren nicht ausschließlich die Friede-Freude-Eierkuchen-Atmosphäre, die man aus ihren anderen Büchern kannte, sondern es wurde ein kleines bisschen düsterer und weniger fröhlich, dafür aber nicht minder schön.

Astrid Lindgren konnte einfach über alles schreiben – ihre Geschichten waren stets witzig und unterhaltsam, aber auch mit einer kleinen Prise Ernsthaftigkeit. Noch heute, als Erwachsene, blättere ich unfassbar gerne in ihren Büchern und habe sogar noch jetzt, nach wirklich unzähligen Malen des Lesens, das Gefühl, neue Botschaften aus den Zeilen entnehmen zu können. Astrid Lindgrens Geschichten sind wunderschön und zeitlos, für jung und für alt und jeder, der noch nie etwas von dieser wunderbaren Frau gelesen hat, sollte dies schleunigst nachholen.

llllMüsste ich eines ihrer Bücher zu meinen Liebsten küren, würde mich das für eine unmöglich zu beantwortende Frage stellen. Es gibt zwar schon einige Bücher von ihr, die ich lieber mag als andere, aber ein einziges über alle zu stellen, fällt mir ziemlich schwer. Deswegen muss ich an dieser Stelle mindestens drei nennen – „Die Kinder aus Bullerbü“, weil es mein erstes Buch der Autorin war und ich mich, dank der Namensvetternschaft, immer ein bisschen wie Lisa aus dem Buch gefühlt habe. „Mio, mein Mio“, weil ich die Geschichte vom kleinen Waisenjungen immer und immer wieder so traurigschön fand, dass ich sogar Tränen vergießen musste und weil ich noch heute so gerne wüsste, wie diese wundersame Melodie, die Mio und Jum-Jum auf ihren selbst geschnitzten Flöten spielten, sich anhört. Und „Die Brüder Löwenherz“, weil ich die Geschichte so außergewöhnlich fand und weil mich auch hier das Schicksal der Brüder so sehr berührte, dass ich beim Lesen ein bisschen weinen musste.

kkkkGerade als ich älter wurde, begann ich aber, mich auch mehr für die Frau zu interessieren, die hinter all den Geschichten steckte, die ein wertvoller Bestandteil meiner Kindheit waren. Astrid Lindgrens Biographie ist prägnant und interessant und vor allem ihr politisches Engagement machte sie für mich noch mehr zum Vorbild und zur (Kindheits-)Heldin. Gerade deswegen bin ich auch gespannt, auf die Veröffentlichung ihrer Tagebücher und auch der Biografie, die in der vergangenen Woche über sie erschienen ist. Astrid Lindgren ist nicht einfach nur Autorin, sie ist ein so interessanter und vielschichtiger Charakter und ich weiß noch heute, wie sehr mich ihr Tod damals aus der Bahn geworfen hat. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich mich den gesamten Abend in meinem Zimmer verkrochen hatte und geweint habe. Am nächsten Tag in der Schule fragten mich alle, wieso ich denn so bedrückt aussehe. „Weil gestern Astrid Lindgren gestorben ist“, antwortete ich und ich weiß noch wie wütend ich war, dass keiner meiner Mitschüler wusste von wem ich sprach. Aus Trotz habe ich bei der nächsten Büchervorstellung in der Klasse natürlich sofort ein Buch meiner liebsten Astrid Lindgren vorgestellt – und plötzlich wollte jeder meiner Klassenkameraden ihre Bücher lesen…

kjhgIhr merkt sicherlich schon – Astrid Lindgren ist eine ganz besondere Frau, die insbesondere meine Kindheit geprägt und mit vielen außergewöhnlichen und phantastischen Geschichten bereichert hat. Noch heute gehören ihre Bücher zu jenen Wohlfühlbüchern, in deren Erzählungen ich mich verkrieche, wenn ich Trost brauche, krank bin oder einfach einen schlechten Tag hatte. Noch heute empfehle ich diese Bücher an andere und bin der festen Überzeugung, dass jeder wenigstens ein Buch von Astrid Lindgren gelesen haben sollte – denn hat man einmal angefangen, ihre Geschichten zu lesen, kann man ohnehin nicht mehr aufhören und wird auch alle anderen lesen, wetten?

*Und eine kleine Anekdote zum Schluss: Früher besaß ich eine ganz andere Ausgabe von „Die Kinder aus Bullerbü“, nämlich diese. Nachdem ich diese aber wirklich so unglaublich oft gelesen habe und dann auch noch an all meine Klassenkameraden verleihen musste, war der Einband des Buches dahin, mehrere Seiten komplett herausgerissen und selbst mit Klebestreifen konnte man einfach nichts mehr ausrichten. Deswegen musste ich mich schweren Herzens von der Ausgabe trennen, bekam dafür aber von meiner Mama sofort eine neue. Der alten trauere ich aber noch immer ein wenig hinterher – es war halt eines meiner ersten Bücher, ich habe daraus immer meiner kleinen Schwester vorgelesen und das Buch letztendlich totgeliebt. Meine kleine Schwester musste meine Mama übrigens auch nach einem Astrid Lindgren Charakter benennen. Nach zahllosen Diskussionen hatten meine große Schwester und ich mit meiner Mama ausgemacht, dass unsere kleine Schwester Madita heißen soll, wenn sie ein Mädchen wird und Karlsson, wenn sie ein Junge geworden wäre. Ein Glück ist sie ein Mädchen; 17 Jahre später finde ich den Namen Karlsson doch etwas zu eigentümlich irgendwie.


Welche Kindheitserinnerungen verbindet ihr mit Astrid Lindgren und welches ist euer Lieblingsbuch von ihr? Und bei der Gelegenheit – welche/r Autor/in ist euer/eure Kindheitsheld/in?

Advertisements

10 Kommentare zu „[Blogparade] Die Heldin meiner Kindheit

  1. Wunderbarer Beitrag! Ich kann dir in allem nur Recht geben. Astrid Lindgren gehört auch zu meiner Kindheit. Ich habe sie geliebt. Vor allem die doch „Die Kinder aus Bullerbü“. Ich hatte sogar die Hörspiele und als Kind sind diese rauf und runter gelaufen. Das gleiche gilt bei „Pipi Langstrumpf“. Noch heute mag ich das kleine, Rothaarige und vor allem freche Ding sehr gerne. Auch von ihr hatte ich Hörspiele.. ich weiß noch wie ich Abends im Bett gelegen habe und Pipi gehört habe, wie sie mit ihrem Papa auf hoher See war.. wie sie gesungen haben und ich mich dazu gewünscht hatte. „Ronja Räubertochter“, hatte ich in der Grundschule kennen gelernt, ohne die Schule wäre ich nie auf das Buch gekommen. Damals hab ich zwar gerne gelesen, aber nicht so dicke Bücher und Ronja Räubertochter war doch ziemlich dick. In meinem kindlichen Wahnsinn hatte ich mich allerdings durch kämpfen müssen, um in der Schule – im Deutschunterricht – nicht dumm da zu stehen. Da hatte ich doch lieber den Film geschaut. “Madita” … das Mädchen was nur Unsinn im Kopf hatte. Auch sie hab ich geliebt..
    Leider habe ich keine dieser Bücher mehr, aber ich sollte mir überlegen, sie mir wieder zu kaufen. Schon allein um meine Tochter diese Bücher zu zeigen und ihr daraus vorzulesen..

    Zu meinen weiteren lieblings Autoren zählen:
    ~ Enid Blyton – Die Fünf Freunde. Ich liebte es. Gelesen und gehört! Immer und immer wieder.
    ~ Robert Arthur [Alfred Hitchcock] – Die drei Fragezeichen. Kindheit, Jugend UND das hier und jetzt. Ich liebe die Bücher, die Hörspiele, die Synchronsprecher der drei Hauptrollen! Davon werde ich nie los kommen. Habe sogar meinen Verlobten damit angesteckt und hören ganz oft die Hörspiele zum Abend hin..

    Zu guter Letzt.. ich bin sehr froh, diese drei Autoren in meiner Kindheit kennen gelernt zu haben. Sie haben mich zum Teil zu dem gemacht was ich heute bin. Und darauf kann man ja mehr als stolz sein, oder? :)

    Liebe Grüße
    Ginny

  2. Astrid Lindgren mochte ich auch immer sehr gerne, allerdings haben mich eher die Bücher von Cornelia Funke durch meine Kindheit begleitet. Die wilden Hühner habe ich abgöttisch geliebt! <3
    Übrigens habe ich dich in meinem neuesten Post getaggt.

  3. Schade, dass ich das zu spät gesehen habe – aber dein Aufruf ist schon wirklich schön! :)

    Ich habe Lindgrens Bücher als Kind auch geliebt und liebe sie immer noch <3 Mein Lieblingsbuch von ihr ist immer "Die Kinder aus der Krachmacherstraße". Es war vor allem so lustig zu lesen, wie die kleine Lotta im Zug plötzlich verloren ging und dann einfach alle Menschen unterhalten hat :D Aber klar, Pippi Langstrumpf ist natürlich auch ein Klassiker!

  4. Hach, ich wünschte ich hätte Astrid Lindgren auch so geliebt wie du. Sie mir in meiner Kindheit auf jeden Fall immer präsent und wir hatten viele Bücher von ihr, aber so richtig gefunkt hat es da eher bei meiner Schwester. Die hat die Bücher mehr geliebt. Ich weiß aber noch dass ich das Bullerbü-Buch auch ganz, ganz toll fand. Und immerhin den Ronja Räubertochter Film (und eine Kassette hatte ich davon auch, allerdings nur den ersten Teil, das hörte dann irgendwo mittendrin auf xD). Auf jeden Fall sehr schön zu lesen wie manche von uns mit so intensivem Autorenkontakt aufgewachsen sind :)

  5. Hallo,

    leider habe ich diese Blogparade zu Astrid Lindgren versäumt, ich liebe Kinderbücher total! Da mein „politisches“ Vorbild schon immer Pippi Langstrumpf war und ich diese als Kind abgrundtief vereehrt habe, zählt wohl dieses Buch zu meinem Lieblingsbuch von Astrid Lindgren. Dicht gefolgt von Ronja Räubertochter—>es sollte mehr Räubertöchter geben & weniger Prinzessinen ;) Darüber hinaus liebe ich Skandinavien & somit auch Literatur aus dem hohen Norden!

    Da ich jetzt schon hier bin, möchte ich ein gr. Lob für deinen Blog aussprechen, echt schön hier!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s