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[Top 5 Wednesday] Books You Did Not Finish


„Abbrechen ist etwas für Versager. Vielleicht wird es ja noch besser. Das war erst der Anfang, jetzt geht es bestimmt bergauf. Der Autor/die Autorin brauchten halt Zeit, um warmzulaufen.“ Ich versuche immer, mir Bücher, die mich nicht von Anfang an packen konnten, schönzureden und hoffe stets, das sie im Laufe der Geschichte noch besser werden. Zugegeben – oft kam es noch nicht vor, dass ich ein Buch wirklich abgebrochen habe. Ich kenne meinen Buchgeschmack ganz gut und glaube deswegen, dass ich ein relativ gutes Gespür dafür habe, welche Bücher ich wirklich gerne lesen würde und welche vermutlich eher nicht in meiner Favoritenliste landen würden und kann deswegen schon beim Bücherkauf eine gute Vorauswahl treffen. Gelegentlich kommt es dann aber doch mal vor, dass mich ein Buch einfach nur nervt und ich es (für immer) beiseite lege. Welche das bei mir genau waren? Seht doch selbst!

t5wAxolotl Roadkill (Helene Hegemann)

Das erste Buch, bei dem ich mich bewusst daran erinnern kann, dass ich es abgebrochen habe, ist „Axolotl Roadkill“. Bescheidene 20 Seiten hielt ich durch, dann pfefferte ich es in die nächstbeste Ecke und fragte mich, welcher Lektor dieses Buch zugelassen hat; wer dachte, dass man diesen Roman auch nur ansatzsweise interessant finden würde. Okay, vielleicht fällte ich mein Urteil vorschnell – 20 Seiten sind nun wirklich nicht viel – aber der Schreibstil war einfach furchtbar, es gab absolut keinen roten Faden, ich habe nicht durchgesehen, was überhaupt Sache war und fand einfach alles nur ganz furchtbar. Es schien mir so, als hätte die Autorin nur geschrieben, um irgendwas zu schreiben, was dann am besten auch noch möglichst pseudo intellektuell klang und was vermutlich nur von Leuten verstanden werden konnte, die auf derselben Coolness-Ebene sind wie Autorin/Protagonistin. Zusammenhangslos, grotesk und möchtegern-cool sind die einzigen Adjektive, die mir dazu einfallen – dieses Buch ist definitiv ein Flop für mich.

The Scorch Trials (James Dashner)

Während ich „Maze Runner“ eigentlich noch ganz okay fand, nervte „Scorch Trials“ mich unendlich. Thomas als Protagonist ist so unglaublich anstrengend (auch im Film, wobei ich die Verfilmungen eigentlich ziemlich spannend und gut gemacht finde) und dieses ständige Drama, was die Figuren umgibt, waren einfach zu viel für mich. Außerdem ist der Schreibstil auch recht simpel, was eigentlich nicht von vornherein schlecht ist, aber in diesem Fall irgendwie doch, weil es mich einfach nicht dazu animieren konnte, weiterzulesen. Immerzu sterben unwichtige Nebencharaktere, um die Misere, in der sie alle stecken, noch zu verdeutlich und die Dialoge sind an Plumpheit auch kaum zu überbieten. Für mich ist die Reihe eine der Ausnahmen, bei denen Verfilmung besser gelungen ist, als die literarische Vorlage (meine bescheidene Meinung), weshalb ich beschlossen habe, mich eher darauf zu konzentrieren, statt mich noch weiter durch seitenweise Elend und Drama mit Thomas im Mittelpunkt zu quälen.

On the Road (Jack Kerouac)

„On the Road“ gehört zu den Büchern, die ich vorerst abgebrochen habe und das ich eigentlich irgendwann gerne weiterlesen würde. Als ich es begann, fand ich es gar nicht so übel, aber irgendwie war ich nicht in der passenden Stimmung, weswegen ich es nach etwa der Hälfte wieder im Regal verstaute und darauf vertraute, dass ich es wieder hervorziehen würde, sobald ich wieder Lust darauf bekomme. Das ist mittlerweile 2,5 Jahre her und bisher hatte ich ehrlich gesagt noch nicht das Bedürfnis, das Buch weiterzulesen – zumal ich es jetzt vermutlich sogar nochmal komplett lesen müsste, weil ich sicherlich doch schon wieder einige wichtige Dinge vergessen habe. Ob ich es irgendwann noch zu Ende lese? Mal sehen…

Ein plötzlicher Todesfall (Joanne K. Rowling)

Dagegen gehört „Ein plötzlicher Todesfall“ definitiv zu den Büchern, zu denen ich auf jeden Fall noch einmal greifen möchte. Ich begann das Buch dummerweise zu einem Zeitpunkt, zu dem ich nicht allzu viel Zeit hatte und wer das Buch gelesen hat, weiß, warum genau das der falsche Zeitpunkt war: Es gab einfach zu viele Charaktere und Handlungsstränge und ich habe einfach zu bruchstückhaft gelesen, um die gesamte Geschichte aufnehmen und sortieren zu können, weswegen ich bei diesem Buch wirklich darauf vertraute, dass ich irgendwann genügend Zeit und Lust hätte, um mich durch die Personenkonstellationen zu wurschteln. Lust habe ich schon, aber ich habe Angst, dass das mit der Zeit nicht so ganz klappt, weswegen ich es noch nicht geschafft habe. Aber bald! Bestimmt! Es geht schließlich um Joanne K. Rowling!

Hopeless (Colleen Hoover)

Weil mir partout kein Buch mehr eingefallen ist, welches ich abgebrochen habe, kommt hier zum Schluss ein Buch, bei dem ich mir gewünscht hätte, dass ich es abgebrochen hätte. Dieses Buch ist wie eine überzogene Seifenoper und noch viel schlimmer – definitiv das schlechteste Buch, was ich in diesem Jahr gelesen habe, und ich glaube, ich lasse von nun an die Finger von der Dramakönigin Colleen Hoover, die einfach immer zu viel Tragödie und Schmalz in ihre Romane einfließen lässt, als eigentlich nötig wäre.


Wie steht ihr dazu, Bücher abzubrechen? Quält ihr euch lieber durch oder akzeptiert ihr es früh, wenn euch ein Buch einfach nicht packen will? Habt ihr eines der von mir genannten Bücher gelesen?

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9 Kommentare zu „[Top 5 Wednesday] Books You Did Not Finish

  1. Ich habe schon so einiges abgebrochen und meistens finde ich das auch nicht schlimm. Manchmal stimmt der Zeitpunkt einfach nicht oder man wagt sich zu früh an ein großes Werk (Stichwort „Ulysses“ vor einigen Jahren). Seitdem ich aber wieder verstärkt lese versuche ich das Abbrechen wenn möglich zu umgehen. Zuletzt hat mich der „Werther“ so genervt dass ich ihn wieder verstaut habe. Hegemann hat sich bei „Axolotl Roadkill“ übrigens bei Airen bedient (bzw. dort geklaut), seine Bücher finde ich eigentlich ziemlich gut. Aber diese Drogen, Techno und Club-Thematik ist nicht jedermanns Sache, das ist mir klar.

  2. Ich bin auch ganz toll im Ausreden dafür finden, ein Buch doch bis zum Ende zu lesen, obwohl es mir glaube ich wirklich noch nie passiert ist, dass ich ein Buch total fantastisch fand, das ich am Anfang nur gehasst habe. :’D Ich versuche aber schon seit einiger Zeit, mich da zu bessern – schließlich gibt es so viele gute Bücher auf der Welt, die ich wahrscheinlich nie lesen werde, weil mir einfach die Zeit fehlt, da will ich die Zeit, die ich habe, eigentlich nicht auch noch mit schlechten Büchern „verschwenden“.
    Ich habe „On the Road“ und „Ein plötzlicher Todesfall“ gelesen und mochte beide sehr gerne! Ich habe mir vor einiger Zeit auch mal überlegt, Hopeless zu lesen, habe es aber dann doch gelassen, weil viele Leute eher nicht so begeistert zu sein schienen. Vielleicht war das eine gute Entscheidung. :’D

  3. Also, The Scorch Trials fand ich eigentlich ziemlich gut, obwohl der erste Band eindeutig der beste Teil der Reihe ist.

    Ich glaube, das einzige Buch, das der jemals abgebrochen habe, war Eragon. Hat mir überhaupt nicht zugesagt!

  4. Haha ditto bezüglich Colleen Hoover!!
    Mir geht das irgendwie eher öfter so, dass ich ein Buch abbreche, weil gerade nicht der richtige Zeitpunkt ist, als dass ich es wirklich doof finde. So war es bei mir bei „More Than This“ zum Beispiel, da hatte ich einfach keinen Kopf fürs Lesen und hab es dann erstmal bei Seite gelegt, genauso wie „The Impossible Knife Of Memory“ von Laurie Halse Anderson (obwohl mir beide Bücher bis zu dem Zeitpunkt auch gut gefielen, aber manchmal kommt eben was dazwischen). So richtig zum Abbrechen kann ich mich irgendwie doch immer nicht durchringen, ich bin dann auch eher jemand, der sich das schönredet und hofft, dass es doch noch besser wird. Ist ja auch manchmal echt der Fall, aber manchmal ist der erste Eindruck doch schon ein ganz guter Eindruck.

  5. Hallo :)
    Grundsätzlich gibt es zu viele gute Bücher, die da draußen noch auf mich warten. Da lasse ich mich von schlechten nicht gern aufhalten. Jedes Buch bekommt eine Chance bis mindestens Seite 100. Wenn es mich dann nicht packt, wird abgebrochen.
    Liebe Grüße
    Mareike

  6. Toller Post!
    Mit „Ein plötzlicher Todesfall“ hatte ich auch Mühe!
    Das habe ich 3-Mal angefangen und erst als ich mir wirklich Zeit dafür nahm konnte ich es lesen!
    Es wird zum Glück mit der Zeit besser, wenn man mal alle Figuren kennen gelernt hat!
    Wünsche dir einen schönen Tag!

  7. „Ein plötzlicher Todesfall“ ist zu Anfang recht zäh. Für diesen komplexen Schinken braucht man wirklich einiges an Zeit. Ich hoffe, sie kommt für dich noch :) Im Nachhinein ist das Buch toll gewesen! Bücher, die ich abgebrochen habe, sind u.a. Fangirl, Winger und auch Confess von Colleen Hoover (mit dieser Frau werde ich einfach nicht warm). Früher fand ich es ganz furchtbar, Bücher abzubrechen. Inzwischen bin ich da recht kaltherzig geworden :D
    Hab einen schönen Abend :)

  8. Oh Bücher abbrechen, spannendes Thema! Ich habe mich immer mit Händen und Füßen dagegen gewehrt ein Buch abzubrechen, weil ich immer denke „vielleicht wirds ja noch“. Da bin ich wohl schlicht zu neugierig und will auch oftmals dann doch noch wissen wie die Sache ausgeht. Es ist in der Vergangenheit so gewesen, dass ich nur so richtig derb schlechte Bücher abgebrochen habe. Zum Beispiel Ritus von Markus Heitz … ich weiß nicht, ob dieses Fantasy-Mystery-Gestrunz überhaupt jemand kennt … auf jeden Fall war es nicht mein Ding.
    Als ich Kind war, habe ich öfter Bücher abgebrochen, weil ich gar nicht so eine große Leseratte war. Das kam erst ab 12 so richtig. Warum auch immer. :)

  9. ich glaube dieses Phänomen kennt jeder! Am schlimmsten ist es, wenn man schon fast fertig ist und einfach nicht mehr weiterlesen kann, so ist es mir zB bei Hundert Jahre Einsamkeit gegangen. Habe danach noch ein zwei Mal versucht es fertig zu lesen, aber irgendwie ging einfach nichts! Ein plötzlicher Todesfall hat mich auch nicht besonders umgehauen und ich brach nach 120 Seiten ab. Hab mich selten über ein Buch so geärgert: todlangweilig und der Schreibstil einfach furchtbar, ich konnte fast nicht glauben, dass das Buch aus der Feder der Harry Potter Autorin stammt! Diese Buch werde ich bestimmt nicht nochmals lesen!!

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