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[Lesemonat] April / [To Be Read] Mai


[Lesemonat] April

april

Highlights

  • „Reasons To Stay Alive“ [dt. „Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben“], Matt Haig: Manchmal fällt es mir ziemich schwer, mein Lieblingsbuch aus dem Lesemonat zu küren, aber im April war es auf jeden Fall „Reasons to stay alive“, das mir am allerbesten gefiel. Dieses Buch ist so wichtig und klug und einfühlsam und schön, ich wünschte mir, jeder würde es lesen. Matt Haig erzählt in diesem Buch über seine persönlichen Erfahrungen mit Depression und Panikattacken und ich fand seine Geschichte und die Einflechtung von allgemeinen Informationen, Tipps und einfach nur Gefühlsbeschreibungen wirklich inspirierend. Ich habe wohl noch nie so viele Paragraphen und Sätze in einem Buch markiert, aber es war teilweise tatsächlich so, dass ich das Gefühl hatte, er würde Matt Haig in meinen Kopf schauen, weil er über Dinge schrieb, die ich selber manchmal fühle, aber niemals so treffend wiedergeben könnte, wie er es in diesem Buch getan hat. 5 von 5 Sternen.
  • „Harry Potter and the Sorcerer’s Stone“ [dt. „Harry Potter und der Stein der Weisen“], Joanne K. Rowling: Dieser Reread war so herrlich erfrischend und dringend nötig, ich freue mich jetzt schon darauf, auch die anderen Teile nochmal zu lesen. Harry Potter wird sich für mich einfach immer – egal wo ich bin und in welchem Lebensabschnitt ich mich gerade befinde – wie Zuhause anfühlen, da bin ich mir ganz sicher. 5 von 5 Sternen.

Gute Bücher:

  • „We Should All Be Feminists“, Chimamanda Ngozi Adichie: Ach wäre dieses Buch doch bloß nicht so kurz gewesen, ich wäre wirklich begeistert gewesen. Okay, war ich auch so, aber ein bisschens schade fand ich es trotzdem, dass die Gedanken von Adichie nur so kurz angerissen würden, denn jedes Beispiel/Thema, das sie angesprochen hat, hätte noch so viel ausführlicher diskutiert werden können. So war alles leider nur ziemlich flüchtig und hat meine Bedürfnisse nicht gänzlich gestillt. Trotzdem ist es unfassbar lesenswert, vor allem auch für Personen, die sich noch nicht wirklich mit Feminismus auseinandergesetzt haben und vielleicht einen kurzen Essay lesen wollen, der sie davon überzeugt, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen. 4,5 von 5 Sternen.
  • “Über uns der Himmel, unter uns das Meer” [eng. „The Ship of Brides“], Jojo Moyes: Für mich ist Jojo Moyes eine der Autoren, die wirklich atmosphärische, besondere und schöne Frauenromane schreibt. „Über uns der Himmel, unter uns das Meer“ war außerdem an ein tatsächliches historisches Ereignis angelehnt, was mir persönlich sofort zugesagt hat und konnte außerdem mit einer breiten Palette an tollen Charakteren aufwarten. Nähere Gedanken zu dem Buch könnt ihr meiner Rezension entnehmen – ich hatte jedenfalls unfassbar viel Freude beim Lesen. 4 von 5 Sternen.
  • „Americanah“, Chimamanda Ngozi Adichie: „Americanah“ war das Buchclub-Buch dieses Monats und ich bin immernoch ein bisschen zwiegespalten, was diesen Roman anbelant. Viele Dinge fand ich positiv – insbesondere der Schreibstil war fantastisch, aber auch die kantigen, unperfekten Charaktere, die Sichtweise einer mir völlig fremden Kultur und generell die Gedanken über Herkunft, Race und Integration. Leider konten meine – zugegeben etwas hohen – Erwartungen an das Buch dennoch nicht erfüllt werden. Während ich die erste Hälfte noch extrem packend fand, fiel der Spannungsbogen in der zweiten Hälfte völlig ab, alles tröpfelte nur noch vor sich hin, es gab viel zu viele Dialoge, die mich nicht wirklich reizten und auch die Liebesgeschichte, die eigentlich Dreh- und Angelpunkt des Buches war, konnte mir unwichtiger nicht sein und konnte mich erst recht nicht überzeugen. Alles in allem mochte ich das Buch aber dennoch sehr und werde zukünftig bestimmt auch noch den ein oder anderen Roman von Adichie lesen. 4 von 5 Sternen.

Enttäuschung

  • „Der Marsianer“ [eng. „The Martian“], Andy Weir: Dieses Buch hat im letzten Jahr wohl den größten Hype erlebt und ich kann wirklich nicht verstehen warum. Klar, das Setting ist ein völlig neues und auch nicht uninteressantes, aber das Buch war dennoch so unglaublich langweilig und mich störten so viele Punkte. Erstmal, diese technischen Details, mit denen Mark Watney, der Protagonist, mich fast zum Einschlafen brachte, dann diese Aneinanderkettung von unzähligen Dramen, aus denen Mark dank seines gigantischen technischen Wissens, seinem Charme, seinem Humor und seinem Optimismus entkam – ich war zum Schluss einfach unglaublich genervt, weil der Autor sich immer und immer wieder desselben Schemas bediente: Held gerät in eine unausweichliche Situation, entweicht aber trotzdem, weil er halt voll toll ist. Mark Watney wurde mir dank seines kindischen/pubertären Humors und seiner teilweisen Überheblichkeit überhaupt nicht sympathisch und die anderen Figuren tauchten zu selten auf, um wenigstens mit ihnen warmzuwerden.Vielleicht klingt das jetzt alles ein wenig harsch, aber ich kann den Hype um „Der Marsianer“ wirklich absolut nicht nachvollziehen und habe daher auch Ewigkeiten gebraucht, um das Hörbuch zu beenden. 2 von 5 Sternen.

[To Be Read] Mai

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Für den Mai steht wieder einiges auf dem Plan – zuallererst würde ich gerne „Jane Eyre“ von Charlotte Bronte beenden, das ich bereits im April begonnen haben, dessen ersten 200 Seiten aber so langweilig waren, das ich kaum weiterlesen wollte. Inzwischen ist es aber schon etwas interessanter geworden und ich bin ein bisschen begeistert über diese spooky Gothik-Elemente, die so unterschwellig mitschwingen. Außerdem möchte ich die Fortsetzung zu „The Wrath and the Dawn“ lesen, nämlich „The Rose and the Dagger“ von Renée Ahdieh, welches die Reihe, wenn ich es richtig verstanden habe, auch beendet. Ich bin schon sehr gespannt auf das Buch – „The Wrath and the Dawn“ war für mich ja nur ein ‚okayes‘ Buch, das aber in meinen Augen unglaublich viel Potential hatte – mal sehen, ob die Autorin das im zweiten Teil ausgeschöpft hat. Außerdem möchte ich endlich mal was von Sarah Kuttner lesen und habe mich – passend zum Kinostart – für „Mängelexemplar“ entschieden. Das Buch lungert auch schon seit Monaten im Regal und ich freue mich schon sehr darauf, es endlich zu lesen. Außerdem würde ich diesen Monat gerne einen Reread starten, nämlich zu „Kafka am Strand“ von Haruki Murakami. Auf Goodreads gibt es nämlich seit kurzem eine deutschsprachige Murakami-Gruppe, in der moantlich eine Leserunde zu einem seiner Bücher statfindet und diesen Monat ist eben „Kafka am Strand“ dran. Da ich das Buch das letzte Mal vor vier Jahren gelesen habe und es mein erster richtiger Murakami war, würde ich supergerne nochmal in die Geschichte eintauchen, um zu schauen, ob ich es mittlerweile anders lesen und interpretieren würde als damals. Ist aber ein ganz schöner Klopper, also mal sehen, ob ich dazu noch komme. Denn auch diesen Monat steht wieder ein Buchclub-Buch auf dem Plan – wir haben uns entschieden für „The Game of Love and Death“ von Martha Brockenbrough (das nicht auf dem Bild ist, weil ich es am Wochenende gerade mal bestellt habe) und ich freue mich wirklich sehr auf das Lesen und anschließende Diskutieren.


Hattet ihr Lese-Highlights und Enttäuschungen im April, wenn ja, welche? Und was nehmt ihr euch so vor für den Mai? Wie geht ihr damit um, wenn ihr ein Buch, das extrem gehyped wird, überhaupt nicht mögt?

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8 Kommentare zu „[Lesemonat] April / [To Be Read] Mai

  1. Sehr schade dass dir „Der Marsianer“ nicht gefallen hat. So verschieden sind eben die Geschmäcker, ich habe das Buch geliebt und ihm 5 Sterne verpasst. Ich hoffe du bleibst bei „Jane Eyre“ dran, es lohnt sich. Mir persönlich hat aber „Wuthering Heights“ ein Quentchen mehr gefallen, ich fand es irgendwie „bissiger“ und die Figuren interessanter.

    1. Ich glaub, ich weiß was du meinst – ich fand Wuthering Heights einfach ein bisschen lebhafter und die Handlung war durch die kantigen Charaktere auch wesentlich interessanter. Ich bin bei Jane Eyre jetzt auf Seite 300 und irgendwie sind die Figuren noch immer so platt habe ich das Gefühl. Gerade zu Jane finde ich so gar keine Verbindung. Aber schlecht finde ich es auch nicht, mir fehlt bisher nur einfach das gewisse Etwas.

      1. Um es mal krass auszudrücken: Jane ist eine farblose Langweilerin verglichen mit Heathcliff & Co.

  2. Das Buch „Der Marsianer“ habe ich nicht gelesen, aber den Kinofilm geschaut, der mir gut gefallen hat. Zorn und Morgenröte hat mich sehr begeistert und war rückblickend auf jeden Fall mein Highlight aus dem April. :) Eigentlich bin ich jemand, der es ganz gut im Gefühl hat, ob die gehypten Bücher für mich persönlich etwas wären oder nicht. Doch manchmal ignoriere ich dann doch mal mein Bauchgefühl, weil ich mich beeinflussen lasse und es geht schief. Dann lese ich vielleicht noch die Reihe, weil ich denke, dass es besser wird (Selection) oder ich nehme mir dann vor, mich so schnell nicht nochmal hinreißen zu lassen. :D
    Liebe Grüße
    Maren

  3. Ich fand den Marsianer auch nicht so toll, bei mir gab’s drei Sterne dafür. Und einen Harry Potter Re-Read (respektive erstmalige Hörbuch-Session in der englischen Stephen Fry Version) habe ich auch vor einer Weile begonnen, nun bin ich beim letzten Band angekommen. An diese Reihe ging ich übrigens ursprünglich (2002 war das wohl) mit der Einstellung ran „wenn das so gehyped wird, kann es eigentlich nur scheisse sein“ und wurde sehr sehr positiv überrascht :-)

  4. Über den Marsianer habe ich so viel gemischtes gehört – gelesen habe ich es nicht, aber auf dem Film basierend wäre mein Urteil auch nicht wirklich positiv :D
    Ich freue mich aber schon auf unseren Bookclub-Read und die kleinere Leserunde zu The Rose And The Dagger, falls wir die nun wirklich machen :)

    1. Dabei habe ich beim Lesen fast geglaubt, dass die Story als Film so viel besser funktionieren würde. :D Möchte den Film jetzt aber trotzdem auch noch sehen, auch wenn es mich nicht so sehr begeistern konnte.
      Und ja, die kleine Leserunde zu The Rose and The Dagger MÜSSEN wir unbedingt machen! Wir warten ja eigentlich nur noch darauf, dass das Buch auch bei Sophie ankommt oder? Bin schon so gespannt darauf!

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