Bücher · Rezension

[Rezension] Petra Hartlieb: „Ein Winter in Wien“


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Petra Hartlieb / „Ein Winter in Wien“
Rowohlt Kindler Verlag, 21.09.2016
Hardcover, 16,95€

Inhalt

Um 1910. Marie arbeitet als Kindermädchen bei einer angesehen Familie im Wiener Cottage-Viertel. Eines Tages wird sie vom Herrn des Hauses zur nahegelegenen Buchhandlung geschickt, um ein Buch abzuholen. Doch sie kommt mit leeren Händen, völlig durchnässt vom Schnee, zurück. Der Band sei noch nicht eingetroffen, Buchhändler Oskar bringe ihn so bald wie möglich persönlich vorbei. Als Oskar am gleichen Nachmittag am Haus in der Sternwartestraße klingelt, hat er gleich zwei Bücher dabei: eines für den Herrn Schnitzler und das andere für Marie, mitsamt einer persönlichen Notiz an das Fräulein. Er möchte sie gerne wiedersehen…
Eine wunderschöne historische Liebesgeschichte in bibliophiler Ausstattung.

Meine Meinung

„Ein Winter in Wien“ erzählt die einfache aber zauberhafte Liebesgeschichte zweier junger Menschen im Herzen Wiens. Auf nur wenigen Seiten schildert Petra Hartlieb die Geschichte von Marie, einem jungen Mädchen, dass dem harten Leben auf dem Land entfliehen wollte und in der Stadt ihr Glück als Kindermädchen versucht. So findet sie auch Arbeit bei einer hochangesehenen Familie und gibt dort ihr bestes, um bloß nicht gefeuert zu werden. An einem winterlichen Tag wird sie von ihrem Dienstherren zur Buchhandlung geschickt, um ein Buch für ihn abzuholen. Da dieses noch nicht da ist, verspricht Oskar, der junge Mann, der dort aushilft, das Buch am Nachmittag vorbeizubringen, was er auch tut – dabei hat er aber auch noch einen Gedichtband für Marie. Zwischen den beiden entwickelt sich eine zarte, sehr schüchterne und unschuldige Beziehung.

Was zuerst auffällt, ist die wunderschöne Gestaltung dieser kleinen Geschichte. Jeder Buchliebhaber kommt hier völlig auf seine Kosten, denn das Cover ist einzigartig und erinnert darüber hinaus auch an den Wiener Jugendstil. Auch das Lesen war ein Genuss für sich, denn Petra Hartlieb hat sich der Sprache der Zeit, in der das Buch spielt, vollständig angepasst und somit eine wundervolle und sehr stimmungsvolle Atmosphäre erschaffen. Man konnte die Schneeflocken förmlich auf der Haut spüren, das Kaminfeuer riechen und das Seitenrascheln in der Buchhandlung hören. Überhaupt fällt auf, wie liebevoll Petra Hartlieb die Personen und Situationen umschreibt – das alte und winterliche Wien erwacht zum Leben und zieht einen in seinen Bann und auch wenn ich selbst noch nie in Wien war, konnte ich mir alles so gut vorstellen und war von der ersten Seite an direkt gefangen.

Was den Charme der Geschichte ausmacht, bei mir aber dazu führte, dem Buch nicht mehr als 4 Sterne geben zu können ist die Tatsache, dass alles so klein und einfach und irgendwie auch unaufgeregt gehalten ist. In gewisser Weise ist dies das Besondere an dem Büchlein und verleiht ihm besonderen Reiz und Zauber, aber für mich funktionierte das leider nicht zu 100%. Trotz allem muss und möchte ich jedem, der etwas für weihnachtliche Geschichten übrig hat und  sich dem hinreißenden Wien ergeben möchte dazu raten, zu diesem Buch zu greifen. Gerade für die Vorweihnachtszeit ist dieses Buch die perfekte Lektüre und ich werde es mit großer Sicherheit auch noch oft weiterempfehlen.


„Ein Winter in Wien“ erzählt eine fast schon märchenhaft anmutende Liebesgeschichte – nicht nur die, zwischen zwei Personen, sondern auch die Liebe zu einer Stadt und auch zu Büchern. Wer wärmenden Lesestoff für kalte und verschneite Winterabende sucht, der sollte nicht zögern, sondern sich für dieses Buch entscheiden und sich Herz über Kopf in Wien verlieben – so zumindest ist es mir ergangen. 4 von 5 Sterne.

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4 Kommentare zu „[Rezension] Petra Hartlieb: „Ein Winter in Wien“

  1. Oh Danke für diese Rezension. Das Buch steht schon seit dem es im September raus gekommen ist auf meiner Liste aber ich hab es bis jetzt noch nicht geschafft es zu kaufen. Ich werde das jetzt sofort nachholen, denn du hast mir wirklich Lust auf die Geschichte gemacht :)
    Liebe Grüße,
    Alexandra

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