Bücher

[Favoriten] 5 Lese-Highlights // Januar – März


Das erste Viertel dieses Jahres ist rum und ehe ich wieder stundenlang darüber sinniere, wie schnell doch die Zeit vergeht und wie wenig man in dieser Zeit eigentlich schafft, dachte ich, ich könnte euch doch mal meine Highlights aus den vergangenen drei Monaten hier auf dem Blog präsentieren. Ich habe ohnehin das Gefühl, manche Bücher gar nicht oft genug loben zu können, gerade auch, weil ich es gar nicht schaffe, zu jedem gelesenen Buch eine Rezension zu verfassen und das eigentlich auch gar nicht immer will. Deswegen ist es doch ganz schön, alle paar Monate auf das Gelesene zurückzublicken und die persönlichen Favoriten noch einmal hervorzuheben, damit sie auch ja genügend Aufmerksamkeit bekommen.

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Die Reihenfolge, in der ich die Bücher aufzähle, ist rein willkürlich. Ich mochte jedes dieser Bücher aus unterschiedlichen Gründen sehr gerne und möchte keine Rangfolge erstellen.

Jandy Nelson: „I’ll Give You The Sun“

(dt. „Ich gebe dir die Sonne“, erschienen am 21.11.2016 im cbt-Verlag)

Worum geht’s: Am Anfang sind Jude und ihr Zwillingsbruder Noah unzertrennlich. Noah malt ununterbrochen und verliebt sich Hals über Kopf in den neuen, faszinierenden Jungen von nebenan, während Draufgängerin Jude knallroten Lippenstift entdeckt, in ihrer Freizeit Kopfsprünge von den Klippen macht und für zwei redet. Ein paar Jahre später sprechen die Zwillinge kaum ein Wort miteinander. Etwas ist passiert, das die beiden auf unterschiedliche Art verändert und ihre Welt zerstört hat. Doch dann trifft Jude einen wilden, unwiderstehlichen Jungen und einen geheimnisvollen, charismatischen Künstler … (via)

Warum es mir so gut gefiel: In erster Linie ist „I’ll Give You The Sun‘ auf dieser Liste gelandet, weil es mir ein bisschen den Glauben an das YA Genre zurückgegeben hat. Darüber hinaus hat dieses Buch sich aber so oder so einen Platz in dieser Aufzählung verdient, weil es unglaublich komplex und emotional ist, aber trotz der Dramatik der Thematik, nie zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt wird, sondern einfach das Leben in seiner nun mal nicht immer sehr schönen Realität ehrlich abgebildet wurde. Ich war anfangs skeptisch, ob ich mich mit den doch deutlich jüngeren Protagonisten anfreunden können würde, aber diese Sorgen verflogen so schnell, genauso wie die Seiten des Buches, denn einmal angefangen, konnte ich es einfach nicht mehr weglegen. Die brutale Ehrlichkeit, das Schicksal einer unglücklichen Familie, vor allem das Auseinanderleben der beiden Zwillinge – das alles hat mich tief berührt und wurde durch den feinfühligen und malerischen Schreibstil von Jandy Nelson noch unterstrichen. Dieses Buch ist definitiv eines meiner liebsten Jugendbücher geworden und kam zu einem Zeitpunkt, an dem ich tatsächlich dachte, ich wäre aus Jugendbüchern bereits herausgewachsen.

Shaun David Hutchinson: „We Are The Ants“

Worum geht’s: Henry Denton ist eigentlich ein ganz normaler Teenager, außer dass er regelmäßig von Aliens entführt wird, die ihn dazu bringen wollen, einen Knopf zu drücken, der das Ende der Welt verhindern wird. Henry ist sich alles andere als sicher, ob er diesen Knopf drücken will – sein Freund begang Suizid, seitdem hat er auch seine einzige andere Freundin verloren, er hat eine Affäre mit der Person, die ihn in der Schule am meisten schikaniert und mobbt und auch sein Leben Zuhause ist nicht das beste. Eigentlich spricht alles dafür, die Welt einfach enden zu lassen…

Warum es mir so gut gefiel: Aus ähnlichen Gründen wie „I’ll Give You The Sun“ konnte mich auch dieses Jugendbuch, das bisher leider noch nicht ins Deutsche übersetzt worden ist, von sich überzeugen. Einfach alle YA Bücher sollten so geschrieben sein – klug, einfühlsam, witzig und mit kleinen überraschenden Wendungen und Besonderheiten. Für mich hat es außerdem die interessantesten Themen angesprochen, denn ich bin großer Fan davon, über das Zusammenspiel und die Dynamik von Familien zu lesen und das kommt in dem Buch nicht zu kurz. Auch wenn ich die ganze Alien-Geschichte zu Beginn sehr skeptisch gesehen habe, habe ich mich doch recht schnell damit angefreundet und war zum Schluss einfach nur begeistert, wie sich alles aufgelöst hat und auch, wie sehr Henry sich als Person weiterentwickelt hat.

Elena Ferrante: „Die Geschichte eines neuen Namens“

Worum geht’s: Lila und Elena sind sechzehn Jahre alt, und sie sind verzweifelt. Lila hat noch am Tage ihrer Hochzeit erfahren, dass ihr Mann sie hintergeht – er macht Geschäfte mit den allseits verhassten Solara-Brüdern, den lokalen Camorristi. Für Lila, arm geboren und durch die Ehe schlagartig zu Geld und Ansehen gekommen, brechen leidvolle Zeiten an. Elena hingegen verliebt sich Hals über Kopf in einen jungen Studenten, doch der scheint nur mit ihren Gefühlen zu spielen. Sie ist eine regelrechte Vorzeigeschülerin geworden, muss aber feststellen, dass das, was sie sich mühsam erarbeitet hat, in ihrer neapolitanischen Welt kaum etwas gilt.
Trotz all dieser Widrigkeiten beharren Lila und Elena immer weiter darauf, ihr Leben selbst zu bestimmen, auch wenn der Preis, den sie dafür zahlen müssen, bisweilen brutal ist. Woran die beiden jungen Frauen sich festhalten, ist ihre Freundschaft. Nur: Können sie einander wirklich vertrauen?

Warum es mir so gut gefiel: „Die Geschichte eines neuen Namens“ ist der zweite Band in der vierteiligen Neapolitanischen Saga von Elena Ferrante und hat mich nun komplett mit dem Ferrante-Fieber anstecken können. Schon der erste Band, den ich im Dezember gelesen habe, hat mir wirklich gut gefallen, so richtig in die Geschichte eingesogen hat mich allerdings erst dieser Band. Das kuriose ist, dass mir alle Figuren mehr oder weniger ziemlich unsympathisch sind und ich mich mit keiner davon wirklich identifizieren kann (was sicherlich zu einem gewissen Teil auch den damaligen Lebensumständen dort geschuldet ist), aber dennoch bin ich absolut fasziniert von den Personenkonstellationen, der Entwicklung der Beziehungen und Elena Ferrantes fesselnden Schreibstil. Ein bisschen traurig bin ich daher schon, dass der Erstveröffentlichungstermin des dritten Bands gleich um mehrere Monate nach hinten gerutscht ist – allein wegen des Cliffhangers – aber gut, dann übe ich mich halt weiter in Geduld und denke so lange einfach noch über dieses Buch nach.

Dodie Smith: „I Capture The Castle“

(dt. „Mein Sommerschloss“)

Worum geht’s: England in den 30er Jahren: Cassandra lebt mit ihrer Familie in einem heruntergekommenen, halb verfallenen Schloss. Der Vater hat als junger Mann ein von der Kritik hochgelobtes Buch geschrieben. Seit Jahrzehnten leidet er jedoch an einer hartnäckigen Schreibblockade und vertreibt sich die Zeit mit Krimis. Die Familie lebt in bitterster Armut und haben häufig nicht einmal genug zu essen. Alles scheint sich zu ändern als ein junger Amerikaner in das benachbarte Schloss zieht und sich für Cassandras wunderschöne, aber etwas oberflächlige Schwester Rose interessiert…

Warum es mir so gut gefiel: Das Ding ist, dass „I Capture The Castle“ einfach das perfekte Wohlfühl- und Gute-Laune-Buch ist, allein wegen der quirligen, leicht naiven Protagonistin Cassandra. Das Buch hat mich ein bisschen an eine flockigere Version eines Austen-Romans erinnert, weil die Handlung einfach wie aus dem Klappentext eines ebensolchen entnommen scheint. Im Prinzip lesen wir nur die Tagebuch-Einträge von Cassandra, die teilweise jedoch wirklich so originell und witzig sind, was meist auch der Verrücktheit ihrer Familie geschuldet ist. Mit Auftreten der zwei amerikanischen Männer, die sich als Erben der Burg vorstellen, in der Cassandras Familie gerade unter den ärmsten Verhältnissen lebt, stellt sich das Leben der Familie vollends auf den Kopf und wird eigentlich nur noch charmanter und witziger. Absolute Leseempfehlung, das Buch passt vom Gefühl her außerdem perfekt in sonnige Frühlings- und Sommermonate!

Gabrielle Zevin: “Die Widerspenstigkeit des Glücks”

Worum geht’s: A.J. Fikry lebt auf einer malerischen Insel, ist umgeben von seinen wertvollsten Besitztümern – Tausenden von Büchern – und ist trotzdem ein unglücklicher Mensch. Bis er eines Morgens einen ungebetenen Gast entdeckt: In seiner Buchhandlung sitzt die zweijährige Waise Maya. Gegen seinen Willen nimmt er sich des kleinen Mädchens an, und es stellt sein Leben völlig auf den Kopf. Und dann ist da noch die Verlagsvertreterin Amelia, die A.J. nicht so schnell vergessen kann …

Warum es mir so gut gefiel: Jeder Buchliebhaber liest gerne Bücher über andere Buchliebhaber, ist das nicht so? „Die Widerspenstigkeit des Glücks“ erzählt die kleine, aber feine Geschichte von A.J. Fikry, der eine Buchhandlung betreibt und nach dem Tod seiner Frau zu einer ziemlich grantigen Person wurde, dann aber doch wieder zurück ins Leben findet. Die Geschichte lebt von ihren eigenwilligen Figuren und von der Liebe zu Büchern und fühlt sich dabei einfach unheimlich real und authentisch an. Zwar fehlt es an manchen Stellen schon ein wenig an Tiefe, aber das Buch ist dennoch ruhig und klug und gefühlvoll mit einem wirklich angenehmen Erzähltempo und genau den richtigen Botschaften und Details an genau den richtigen Stellen. Ich habe das Lesen unglaublich genossen und finde, dass dies ein Buch für jeden ist – egal, was man sonst gerne so liest.


Das waren sie, meine fünf Favoriten aus den ersten Monaten des Jahres! Gerne hätte ich noch mehr Bücher an dieser Stelle erwähnt, denn ich habe viele wunderbare Bücher gelesen – allerdings ist allein dieser Beitrag so lang geworden und ihr habt ja auch die Möglichkeit, in meinen Lesemonaten zu stöbern, in denen ich immer kurz zusammenfasse, was ich gelesen habe und wie es mir gefiel.

Welche Bücher waren denn eure Highlights in den letzten drei Monaten? Habt ihr eines der von mir vorgestellten Bücher schon gelesen oder plant es zumindest? Oder fandet ihr eines davon vielleicht sogar ganz furchtbar?

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10 Kommentare zu „[Favoriten] 5 Lese-Highlights // Januar – März

  1. HUHU ;)
    von den gezeigten habe ich leider noch keins gelesen. Zwei davon sind aber auf meiner WU-Liste. Unter anderem Die Widerspenstigkeit des Glücks klingt unfassbar toll.
    Danke für deine Meinung / Vorstellung ♥
    Liebste Grüße an Dich ♥

  2. Toller Beitrag <3
    Ich muss wohl unbedingt mal ein Ferrante Buch lesen, das reizt mich auf jeden Fall sehr. :)
    Ich gebe dir die Sonne liegt bereits auf meinem SuB.

    Liebe Grüße!

  3. Leider kenne ich von deinen fünf Highlights nur eins, aber von I Capture The Castle hatte ich einen ganz ähnlichen Eindruck wie du und hab Cassandra ganz schnell ins Herz geschlossen. Wird bestimmt nicht nur bei einer Begegnung mit ihr bleiben. 💚 Mal davon abgesehen, dass ich jetzt gerne wieder im Lotto gewinnen und aufs Land nach Großbritannien ziehen möchte. 😄
    Erinnert hat mich das Buch an The Secret Diary of Lizzie Bennet von Bernie Su und Kate Rorick.
    Frühlingshafte Grüße aus Leipzig!

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